Lothar Haufe: Ruhestand soll kein Stillstand werden

Nach 28 Jahren im Jochen-Klepper-Haus gehen Lothar und Christel Haufe in den Ruhestand. Angefangen haben die beiden dort einst als so genannte „Hauseltern“, die in der Einrichtung auch selbst gewohnt haben.
Nach 28 Jahren im Jochen-Klepper-Haus gehen Lothar und Christel Haufe in den Ruhestand. Angefangen haben die beiden dort einst als so genannte „Hauseltern“, die in der Einrichtung auch selbst gewohnt haben.
Foto: WP

Platte Heide..  Diese Berufsbezeichnung gibt es schon lange nicht mehr: Als so genannte „Hauseltern“ haben Lothar und Christel Haufe vor nunmehr 28 Jahren ihre Tätigkeit im Jochen-Klepper-Haus aufgenommen. Nun steuern der Einrichtungsleiter des Platte Heider Altenheimes und seine Ehefrau, die dort in der Verwaltung tätig ist, auf ihren Ruhestand zu.

„Am 27. September ist offiziell Schluss“, sagt Lothar Haufe. Ein bisschen Resturlaub nimmt er noch, und dann arbeitet er ab dem 1. September noch seine Nachfolgerin ein bisschen ein. Dass er ein gut bestelltes Feld hinterlässt, macht den 63-jährigen gebürtigen Duisburger stolz.

Ehepaar wohnte im Klepper-Haus

An seine ersten Eindrücke des Jochen-Klepper-Hauses im Juni 1987 kann sich Lothar Haufe noch gut erinnern: „Der Eingangsbereich wirkte extrem dunkel und wenig einladend.“ Kein Vergleich zum heutigen Zustand. Lothar Haufe und seine Frau zogen damals aus Niedersachsen in die Hönnestadt. Bis zum Jahr 2002 wohnte das Ehepaar in einer Wohnung im Erdgeschoss der Einrichtung. Die drei Kinder wuchsen dort ebenfalls auf. An einen geregelten Feierabend war damals kaum zu denken. Der Einrichtungsleiter war quasi immer ansprechbar – für Mitarbeiter wie für Bewohner und Angehörige. Erst als die drei Kinder flügge wurden und es ohnehin keine Residenzpflicht mehr gab, zogen Lothar und Christel Haufe aus.

Ein Herzensanliegen war es Lothar Haufe immer, das Klepper-Haus in den Stadtteil Platte Heide zu integrieren. „Wenn ich Zugang zu den Menschen hier haben möchte, dann muss ich mich um die Vereine kümmern“, war seine Idee. „Und das war rückblickend genau richtig.“ In der Folge öffnete sich das Klepper-Haus immer mehr für die verschiedensten Aktivitäten: So gab es Tanzveranstaltungen für Vereine und Bewohner, Auftritte heimischer Chöre, Theateraufführungen, Vereinsabende – und natürlich den Weihnachtsmarkt (siehe Bericht unten).

Im Laufe seines Berufslebens hat sich für Lothar Haufe einiges verändert: Es muss viel mehr dokumentiert werden. Die Zeit, die er hier investieren muss, fehlt an anderer Stelle. Zudem, so hat Lothar Haufe beobachtet, kommen die Menschen heute erst später ins Heim als in der Vergangenheit: „Natürlich gab es auch früher schon Pflegebedürftige, aber die meisten Menschen waren vitaler, wenn sie ins Heim gezogen sind.“

Für den Ruhestand hat sich Lothar Haufe vorgenommen, ein einstiges Hobby wieder mit Leben zu füllen: Er möchte wandern gehen. Die passenden Wanderschuhe sind schon gekauft. Der Ruhestand, da ist er sich sicher, wird kein Stillstand: „Das wäre nichts für mich.“