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Närrische Ratssitzung

Liebeshymnen an die Stadt und Spott für ihre Politiker

16.02.2010 | 12:49 Uhr
Liebeshymnen an die Stadt und Spott für ihre Politiker

Menden. Parkhaus, Hönne-Insel, städtische Schulden, Ärztehäuser und aufgespaltene Ratsfraktionen — das Geschehen der Stadt bietet genug Munition für satirische Seitenhiebe. Die MKG Kornblumenblau konnte deshalb ihren Weg fortsetzen, Menden in den Mittelpunkt der närrischen Ratssitzung zu rücken.

Dabei zeigten viele Lokalpolitiker als Akteure und als Zuschauer, dass sie über sich selber lachen können. Allen voran CDU-Fraktionschef Martin Wächter und Ex-UWG-Ratsmitglied Heike Hempelmann. Sie präsentierten eine „regionale” Wer-wird-Millionär-Ausgabe. Wächter versuchte als Kandidat Rigobald Schnarchhuber vergeblich, Millionen für die Mendener Stadtkasse zu gewinnen. Er wusste zwar noch, dass in Menden gerade der Wirtschaftskrimi „Heidenblut(h)” gedreht wird. Am Ende scheiterte er jedoch an der Frage, ob FDP-Ratsfrau Annette Hettling lieber auf der Heinrich-Flöte, der Köhler-Klarinette oder der OBOe spiele. So musste Heike Hempelmann alias Jauch feststellen: „Kein Geld für Menden. Aber das kennen Sie ja schon.” An den Texten des Sketches hatte André Schweins mitgewirkt, Mitglied der WP-Chefredaktion aus Menden.

Bissig-liebevoll

Ein Höhepunkt der Sitzung war der Chor der Senatoren. Angeführt von Thomas Hagemann, sang er der Stadt bissig-liebevolle Loblieder. Der Auftritt gipfelte in einem augenzwinkernd gemeinten Aufruf an die gespaltenen SPD- und UWG-Fraktionen, sich wieder zu versöhnen: „Verdamp ich lieb dich”, legten die Senatoren Eugen Heinrich, Gisbert Gutberlet, Kurt Käseberg und Norman Böhme zur Melodie des BAP-Klassikers in den Mund.

Im Vergleich zur närrischen Ratssitzung 2009 fehlten allerdings einige der erwähnten Polit-Promis. So blieben Eugen Heinrich, Kämmerer Ernst Hamer und Altbürgermeister Rudi Düppe der Sitzung fern. Da passte Annette Hettlings Beobachtung: „Alle weg”, bilanzierte die „Henne” des vergangenen Jahres, diesmal als Laudatorin für den „Gockel” Dr. Hubertus Steinkuhl dabei. „Auch der Breuer ist weg. Den Bahnhof hat er aber leider nicht mitgenommen.”

Der „Gockel” selbst fehlte gestern ebenfalls. Dr. Steinkuhl hatte aus persönlichen Gründen im Vorfeld absagen müssen. Ihn vertrat der in der Bütt erfahrene Senator Uli Schlautmann. Als Landarzt verlas er die von Steinkuhl vorbereitete Rede und gab der Mendener Bau- und Gesundheitsbranche gleichermaßen Ratschläge: „Ein zweites Ärztehaus ist dringend nötig, Ärzte kann es nie genug geben, das Angebot schafft Nachfrage.”

Manfred Gies kündigt Rückzug an

Die Turmnönnekes, Tanzmariechen Sarah Linnemann und Büttenredner Norbert Riekenbrauck komplettierten das Programm, das mehr Zuschauer verdient gehabt hätte. Der Vorsitzende der MKG, Manfred Gies, moderierte zum letzten Mal die närrische Ratssitzung. Er kündigte an, nicht noch einmal für das Amt an der Spitze der Kornblumenblauen zu kandidieren.

Liebeshymnen an die Stadt und Spott für...

Thorsten Bottin

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