Lieber fusionieren statt auflösen

Stets auch eine gewichtige politische Stimme: Der Vorstand der KAB Heilig Kreuz (Werner Bilstein, links, Matthias Menke) ehrt vor gut zwei Jahren Brunhilde Rieber, weil sie am verkaufsoffenen Sonntag ihr Geschäft nicht öffnen wollte
Stets auch eine gewichtige politische Stimme: Der Vorstand der KAB Heilig Kreuz (Werner Bilstein, links, Matthias Menke) ehrt vor gut zwei Jahren Brunhilde Rieber, weil sie am verkaufsoffenen Sonntag ihr Geschäft nicht öffnen wollte
Foto: WP

Menden..  Kann das beispielhaft für viele andere Mendener Vereine, Verbände und Gruppierungen sein? Am Sonntag wollen die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) Heilig Kreuz und St. Walburgis zur KAB Menden fusionieren. Grundidee dabei: Bevor einzelne Gemeinschaften in den Gemeinden personell ausbluten, soll mit Zusammenschlüssen für eine verbleibende schlagkräftige KAB gesorgt werden.

Rechtzeitig reagieren

Werner Bilstein engagiert sich nicht nur seit Jahren an verantwortlicher Stelle für die KAB Heilig Kreuz, sondern ist zudem als 2. Vorsitzender des KAB-Bezirks Hagen-Iserlohn-Menden-Witten tätig. Gegenüber der WP sagte er: „Wir wollen nicht den Beispielen von Kirchenchören folgen, die irgendwann so klein werden, dass sie sich auflösen.“ Bilstein hat dabei nicht nur seine Heimatgemeinde vor Augen, denn der Kirchenchor Heilig Kreuz hat vor einigen Monaten die Auflösung vollzogen.

Für viele kirchliche Verbände sind es vor allem zwei Faktoren, die in den Gemeinden vor Ort eine große Rolle spielen: Die Bereitschaft, sich zu engagieren sinkt. Wenn langjährige Vorstandsmitglieder ausscheiden, ist ein Nachbesetzen der Ämter kaum noch möglich. Zudem wird insgesamt die Zahl derjenigen kleiner, die überhaupt an Vereins- oder Verbandsarbeit interessiert sind.

Werner Bilstein: „Wenn wir als KAB vor Ort zukunftsfähig sein wollen, müssen wir uns neu aufstellen. Genau das soll am Sonntag geschehen.“ Und das ist auch der Grund dafür, warum im Walburgis­stift eine KAB Menden aus der Taufe gehoben werden soll. Werner Bilstein: „Wir haben zugleich die Chance, Vorreiter für den gesamten Pastoralverbund Menden zu sein, weil wir bewusst die herkömmlichen Gemeindegrenzen aufheben werden und eine KAB für ganz Menden sein wollen.“

Somit sind am Sonntag – und danach – alle interessierten KAB-Mitglieder eingeladen, diesen Weg gemeinsam zu beschreiten. Das gilt auch für jene Gemeinde-Gliederungen, die zuletzt kaum noch Aktivitäten bestreiten konnten.