Letzte Ruhe in der Urnenstele
16.11.2010 | 18:47 Uhr 2010-11-16T18:47:00+0100
Menden.Auf dem evangelischen Friedhof am Hahnenbusch entsteht zurzeit Mendens erste Urnenwand. Im Januar sollen die ersten Bestattungen von Urnen in Steinstelen neben der Kapelle möglich sein.
Wie Pfarrerin Dorothea Goudefroy erklärt, sind zunächst 22 Stelen mit je vier Urnenkammern übereinander geplant. Jede Kammer kann mit zwei Urnen belegt werden, so dass die Urnenwand Raum für maximal 176 Bestattungen bietet. „Wir haben so geplant, dass wir die Anlage in ein paar Jahren erweitern können“, ergänzt die Seelsorgerin.
Die Kirchengemeinde hat die Vorbereitungen für die Urnenwand in den vergangenen Monaten weitgehend im Stillen getroffen. Die Idee zu der neuen Bestattungsmöglichkeit entstand bereits vor über einem Jahr aufgrund der steigenden Nachfrage nach Urnengräbern. „Viele Menschen möchten ihren Angehörigen keine Grabpflege über 30 Jahre mehr zumuten oder Angehörige können die Pflege nicht leisten“, fasst Pfarrerin Goudefroy die Gründe für diesen Trend zusammen. So ist die Nachfrage nach Grabstellen auf dem bereits bestehenden Urnengräberfeld am Hahnenbusch groß, auch wenn stadtweit noch die Erdbestattungen im Sarg überwögen.
Keine anonymen Bestattungen
Allerdings war für die Gemeinde klar, dass es auf ihrem Friedhof keine anonymen Urnenbestattungen geben soll. Die mit roten Granitplatten verkleideten Betonstelen sollen deshalb zumindest die Namen sowie die Geburts- und Sterbedaten der Bestatteten tragen, damit die Angehörigen einen Ort des Gedenkens haben.
Die kirchlichen Gremien haben dem Bau der Urnenwand – Fachbegriff Kolumbarium – weitgehend bereits zugestimmt. Lediglich die Genehmigung der Gebührensatzung durch die Bezirksregierung und das Landeskirchenamt stehen noch aus. Dies seien jedoch Formalien, sagt Pfarrerin Goudefroy. Eine Urnenkammer soll demnach bei einer Ruhezeit von 20 Jahren 1500 Euro kosten. Zum Vergleich: Ein Reihen-Erdgrab kostet am Hahnenbusch bei 30-jähriger Liegezeit 1255 Euro, ein Wahl-Erdgrab 1360 Euro.
Die Einweihung der Urnenwand ist für Sonntag, 9. Januar geplant. „Wir hoffen, dass wir ab dann auch dort bestatten können“, blickt Pfarrerin Goudefroy voraus. Die neue Bestattungsform steht nicht nur Gemeindegliedern der evangelischen Kirchengemeinde offen, sondern auch Gläubigen, die der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen angehören.
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