Leine anlegen ist pervers

„Kleine Langohren als Leistungssportler“. Der Bericht über das sehr umstrittene „Kaninhop“, bei denen Kaninchen ein Geschirr/Leine angelegt wird und sie über Hindernisse springen sollen, zeigt eindrücklich, was Menschen – zu ihrem eigenen Vergnügen – Tieren antun!

Ein Kaninchen ist kein Pferd und auch kein Hund – und es gibt grundlegende Unterschiede in der Art der Fortbewegung, im Wesen und Verhalten zu anderen, schon viel länger domestizierten Tieren. Ein Kaninchen ist ein Fluchttier, jeder Umgebungswechsel stresst es enorm. Diesem Tier eine Leine anzulegen, ist schon pervers und alles andere als artgerecht!

Wenn Kaninchenbesitzer und -züchter ihren Tieren „Spaß“ vermitteln wollen, dann sollten sie die Tiere nicht einzeln in enge Boxen sperren und gelegentlich mit Leine zum „Hochsprung“ bringen, sondern ihnen artgerecht Bewegung verschaffen, indem sie die Tiere in Gruppen, in geräumigen Gehegen mit viel Möglichkeit zum Hoppeln und Buddeln unterbringen. Dann haben Mensch (beim Beobachten) und Tier (stressfrei) ohne „Turnierzwang“, täglich sehr viel Spaß.

Barbara Kemper, Menden