Laut Abschussliste 2013/14 sind 56 000 Hasen geschossen worden

Den Hasen geht es schlecht. Sehr geehrter Herr Nikodem (Hegeringsleiter, Anmerkung der Redaktion), im WP-Artikel über die schlechte Hasenpopulation im Nordkreis haben Sie die Landwirtschaft mit ihrer Gülledüngung und Pflanzenschutz als Hauptschuldigen ausgemacht. Das so darzustellen, ist nicht richtig! Als Ortslandwirt möchte ich auf diesem Wege ein paar Dinge richtigstellen.


– Die sogenannte Hasenpest trat auch schon vor 100 Jahren auf, als die Landwirtschaft ohne Gülle- und Pflanzenschutzeinsatz sehr extensiv betrieben wurde.
– Wildschwein-, Reh- und Gänsepopulation entwickeln sich trotz intensiver Landwirtschaft sehr prächtig.
– Im Mendener Raum im Wassergewinnungsgelände entlang der Ruhr (circa 100 Hektar, ohne Gülle und Pflanzenschutz) gibt es, wie mir ortsansässige Jäger bestätigen, erheblich weniger Hasen, als in den von Ihnen erwähnten intensiv landwirtschaftlich genutzten Flächen.
– Im Jahr 2013/14 sind laut Abschussliste des Landesjagdverbandes 56 000 Hasen in NRW geschossen worden. Plus die durch Autoverkehr und wildernde Hunde ums Leben gekommenen 15 000 Tiere.
– Die offizielle Stellungnahme des Landesjagdverbandes im Internet lautet: Ostern kann kommen – Hasenbesatz stabil. NRW bleibt Hasen-land Nr. 1.
– Blüh-Uferrandstreifen gibt es, wie auch schon 2012 in der WP nachzulesen war, seit Jahren in der Halinger Feldflur.


Auf den jährlichen Winterversammlungen der Landwirte haben die Bauern durch Unterschriftenlisten ihre Solidarität zur Beibehaltung des alten Jagdrechts bekundet. Als Dankeschön bekommen wir nun eine unsachliche Medienschelte durch den Hegeringsleiter.


Hans-Georg Ammelt, Ortslandwirt Menden