Lasst uns freuen und fröhlich an ihm sein

Okay, ich gebe es zu: Die richtigen Karnevalshochburgen liegen wohl woanders. Aber auch bei uns wird etwas vom Sessionshöhepunkt spürbar. Zum Karneval gibt es ja die unterschiedlichsten Meinungen, manche ziehen sich lieber in die Skigebiete zurück, andere sind voller Freude und Begeisterung dabei - und nicht nur die Kinder. Und das ist es, was den Karneval für mich ausmacht: Fröhlich sein, mal nicht alles so ernst nehmen, Narren sein, dem Alltag trotzen. Auch das eine Vorbereitung auf die kommende Passionszeit.

„Dies ist der Tag, den der Herr macht; lasst uns freuen und fröhlich an ihm sein.“

Dieser Psalmvers drückt für mich die Freude aus, die an Karneval so gelebt wird. Fröhlichkeit auf Bestellung? Aber ja, bitte! Ich glaube, wir brauchen das! Von Gott selbst wird in der Bibel immer wieder als ein Lachender berichtet, und die Menschen, denen Jesus begegnet, werden fröhlich.

Ich glaube, es ist gut, eine Zeit im Jahr zu haben, die sich diesem Lachen widmet, in der man wirklich einmal heraus kann aus seiner Haut. Den Rest des Jahres würde man vermutlich schief angeschaut werden, wenn sich Erwachsene als Prinzessin, Biene oder Cowboy verkleiden würden. Aber nicht im Karneval. Da darf das durchscheinen, was wir sonst verborgen halten. Da ist es okay, mal ganz anders zu sein, bevor wir ab Aschermittwoch wieder in unsere Anzüge und Blusen steigen und ganz seriös sind. Die gute Nachricht der Bibel, sie sagt uns: „Freuet euch!“ Und das sollten wir auch tun. Nicht über die schimpfen, denen das Spaß macht, sondern uns mitfreuen.

Irgendwie liegt ja sowieso in Glaube und Liebe eine gewisse Verrücktheit. Dass wir an etwas glauben, worauf wir nur hoffen können und was man nicht direkt sehen kann - da wird schon mancher als Narr abgestempelt worden sein.

Aber dann bin ich gerne ein Narr (und an Karneval auch gerne eine Prinzessin), denn wir haben durch den Glauben an die Auferstehung allen Grund zur Freude und zum Lachen. So gab es auch früher nicht ohne Grund das Osterlachen am Ende des Ostergottesdienstes.

Auch wenn wir uns jetzt in die Passionszeit begeben - das Lachen bleibt.

Deswegen wünsche ich Ihnen, dass Sie ein fröhliches Wochenende haben - auch wenn uns manche persönliche Situation traurig macht - aber dass wir die Freude an der Fröhlichkeit bewahren.

Helau und Halleluja,

Ihre

Pfarrerin Janine Hühne, Evangelische Kirchengemeinde Fröndenberg und Bausenhagen