Langeweile mit Fußpflege Deluxe

Fröndenberg..  Die karnevalistische Narrenkappe mit Schenkelklopfern am laufenden Band war das nicht, sollte es wohl auch nicht sein: „Fußpflege Deluxe“ trafen mit ihrem Kabarett am Freitagabend anscheinend nicht jeden Zuschauernerv.

Anders ist es nicht zu deuten, dass nach der Pause in der zuvor noch annähernd voll besetzten Kulturschmiede deutlich mehr Plätze frei blieben. Ein paar Längen und nicht zündende Gags hatte der schon über eine Stunde lange erste Teil auch leider zu bieten.

Das Konzept ist so zu erklären: Das Moderatoren-Duo Gundula und Horst soll eigentlich nur den Anheizer geben für den Hauptact des Abends, eben jene „Fußpflege Deluxe“. Weil dieser es aber aus verschiedenen Gründen partout nicht bis auf die Bühne schaffte, begeben sich die beiden in eine absurde Achterbahnfahrt, bestehend aus weiteren überstürzt auf die Bühne geschickten Nebendarstellern, vom Skript abgelesenen Sketchen der Hauptdarsteller und hanebüchenen Anekdoten aus ihrer eigenen Karriere.

Minimalstausstattung an Requisiten

Und das alles spielten die beiden, Carolin Seeger und Christoph Schlewinski, höchstselbst mit Minimal­ausstattung an Requisiten. Dem schauspielerischen Talent der beiden konnte man jedenfalls nur mit größten Respekt begegnen, in jeder Rolle gingen sie in Wort, Mimik und Gestik komplett auf. Als Seeger schließlich als leidlich talentierter Stand Up-Comedian dem Publikum nicht witzige Witze zumutete – gewollt natürlich – kam der rettende Arzt und attestierte den Zuschauern eine „humoristische Nahtoderfahrung“.

Publikum blieb ratlos zurück

Das Publikum blieb an manchen Stellen etwas ratlos zurück. Trotz einer grandiosen schauspielerischen Leistung und wirklich außerordentlichen Ideen – etwa der Werbespot für das geniale neue Produkt „Das da“ oder die Unterweisung im Zuschauer-auf-die Bühne-holen, Stichwort: „Auch die letzte Reihe ist nicht sicher“ – würde im Zeugnis wahrscheinlich stehen: sie waren stets bemüht.