Landstraßen als Problemzonen

Fröndenberg..  Mit Sorge schauen Fröndenberger Autofahrer auf die Wetterprognose, die zum Wochenende hin wieder Eis und Schnee vorhersagt. Viele Rutschpartien und die Totalsperrung der eisglatten Ardeyer Straße vom Samstagmittag sind noch in unguter Erinnerung. Allerdings zählt die Ardeyer Straße zur L 673. Damit ist für den Winterdienst dort gar nicht die Stadt zuständig, die ihren Service von den Stadtwerken und der Firma Schwarte aus Altendorf erledigen lässt. Sondern der Landesbetrieb Straßen NRW, in diesem Fall die Straßenmeisterei Unna mit Sitz in Bönen. Sie hat Landesstraßen in einem Bereich einzupökeln, der weitaus größer ist als das Fröndenberger Stadtgebiet. Vor Ort unterhält sie dafür ein großes Salzlager am Ortsausgang von Frömern in Richtung Kessebüren.

Dass die Stadt in Fällen wie der Ardeyer Straße helfend eingreift, ist laut Paul-Gerhard Kollhorst nicht möglich. Er ist im Rathaus seit kurzem für den Winterdienst zuständig. Allerdings bestünden Kooperationen mit dem Kreis Unna. Solche Regelungen gibt es, um zum Beispiel zu vermeiden, dass an ein und derselben Kreuzung nur eine Seite gestreut ist, weil sich dort Stadt- und Kreisstraße treffen und die einen noch nicht so weit sind wie die anderen. Als Beispiele dafür nennt Kollhorst etwa Ortsgrenzen wie Ostbüren oder Hof Eckey, wo an mehreren Stellen der Kreis für die Stadt den Winterdienst erledigt und umgekehrt.

Nachts keine Streufahrzeuge mehr

Die Kollegen des Landesbetriebs, dessen zuständige Pressestelle in Bochum gestern nicht erreichbar war, nimmt Kollhorst indes in Schutz: „Die unterliegen denselben Problemen wie wir, da habe ich schon ein gewisses Verständnis, vor allem bei dem starken Schneefall vom Wochenende. Auch sie können nicht zeitgleich überall sein, schon gar nicht angesichts ihres Zuständigkeitsbereichs. Und auch sie müssen darauf achten, dass Bevorratung, Personal- und Fahrzeugstärken angemessen und bezahlbar bleiben.“

Aus Kostengründen fahren auch die Fröndenberger Räumfahrzeuge schon längst nicht mehr nachts durchs Stadtgebiet. Der Dienst beginne morgens um 4 Uhr, um in den drei Stunden bis zur Hauptverkehrszeit ab 7 Uhr alle wichtigen Straßen geräumt zu haben. „Wir sind halt eine kleine Stadt auf einer großen Fläche“, schmunzelt Kollhorst. Abends werde spätestens bis 21 Uhr gearbeitet.