Kupferdiebstahl zur Drogenfinanzierung
07.01.2008 | 15:16 Uhr 2008-01-07T15:16:00+0100Menden. Kupferkabel im Wert von knapp 35 Euro hatte ein 26-Jähriger aus Menden am 25. Februar 2007 vom Gelände der Firma KME gestohlen. Zwei Polizeibeamten beobachteten ihn dabei. Trotz einschlägiger Vorbestrafungen konnte Richter Jens Festersen die
Trotz einschlägiger Vorstrafen konnte Richter Jens Festersen die viermonatige Haftstrafe gerade noch auf Bewährung aussetzen. „Ich dachte das Gebäude steht leer und das Kabel gehört niemandem”, versuchte sich der Mann zuerst noch herauszureden. Schließlich gab er zu: „Ich weiß, dass es verboten ist. Aber ich war drogenabhängig.” Er habe damals nach Möglichkeiten gesucht, seine Drogensucht zu finanzieren. Der Verkauf von gestohlenem Kupfer sei ihm einfach vorgekommen. Seit der Tat hat sich der 26-Jährige einem sechsmontaigen Entzugsprogramm mit Therapie unterzogen. „Ich bin jetzt komplett clean”, sagte er. Auch eine Arbeit in Hagen habe er gefunden, Spätschicht. Die auf den ersten Blick positive Sozialprognose wurde durch den Bericht des Bewährungshelfers jedoch nicht unterstützt. Dem war nicht bekannt, ob und wo der Angeklagte arbeitet, Gesprächstermine wurden nicht eingehalten und zu regelmäßigen Drogentests wäre der 26-Jährige auch nicht bereit. Richter Festersen mochte den Beteuerungen und Ausreden des Angeklagten nicht so recht glauben. Trotzdem widersprach er der Forderung des Staatsanwaltes auf zwei Monate Haft ohne Bewährung. „Dann wäre er wieder aus dem geregelten Tagesablauf gerissen”, glaubte der Richter. Stattdessen gab es ein letzte Chance mit vier Monaten auf Bewährung. Der 26-Jährige muss nun in kürzeren Abständen zur Drogenkontrolle und darf keinen Termin beim Bewährungshelfer mehr versäumen.
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