Krankenhaus reagiert nach Beschwerde
09.02.2012 | 18:50 Uhr 2012-02-09T18:50:00+0100
Menden.Am Ende des Versöhnungsgesprächs war auch die Mutter zufrieden: „Wir werden wieder ins Vincenz-Krankenhaus kommen.“ Dr. Markus Berghoff, Ärztlicher Direktor am Vincenz-Krankenhaus, und Reinhold Jacobs, Pflegedirektor, hatten sich knapp eine Stunde lang Zeit genommen, um Susanne Janzen und ihren Sohn zu empfangen.
Die Familie aus Fröndenberg hatte sich darüber beschwert, dass ihr Sohn nach einem Motorrad-Unfall vom Empfang des Krankenhauses abgewiesen worden war.
Hintergrund ist ein Unfall: Der 16-jährige Sohn war mit seinem kleinen Motorrad unterwegs. Er übersah ein parkendes Auto, krachte hinein, stürzte und schlug mit dem Kopf auf die Heckscheibe auf. „Wir waren geschockt, als wir zum Unfallort gekommen waren“, beschreibt Susanne Janzen. Äußerlich schien ihr Sohn unverletzt, klagte dann aber über Kopf- und Nackenschmerzen. Zur Kontrolle fuhr Susanne Janzen mit ihm ins Vincenz-Krankenhaus. „Der Foyer-Mitarbeiter sagte uns, dass der Chirurg im OP sei und wir in sechs Stunden wiederkommen oder in ein anderes Krankenhaus fahren müssten“, berichtet Susanne Janzen. Sie drängte darauf, dass sich eine Krankenschwester ihren Sohn ansah. „Sie hat gefragt, ob er sich übergeben hätte, was nicht der Fall war, und dann ebenfalls mitgeteilt, dass wir warten oder woanders hinfahren müssten.“ Die Mutter fuhr erbost ins Krankenhaus nach Werl. Hier diagnostizierten die Ärzte ein Schleudertrauma und eine leichte Gehirnerschütterung.
„Das Verhalten der beiden Mitarbeiter ist indiskutabel“, sagt nun Reinhold Jacobs. „Nur Ärzte dürfen Patienten abweisen“, fügt Dr. Markus Berghoff hinzu. Der chirurgische Oberarzt und der Assistenzarzt seien zum Zeitpunkt der Aufnahme bei einer komplizierten Operation gewesen, ein anderer Arzt hätte sich den Sohn aber ansehen sollen. Sie entschuldigen sich bei der Familie für das Fehlverhalten, das mit beiden Mitarbeitern besprochen worden ist. „Wir wollen mit medizinischen und menschlichen Leistungen punkten“, wirbt Dr. Berghoff um Vertrauen. Regelmäßig würden Mitarbeiter deshalb geschult. Das Krankenhaus bittet Patienten, die Beschwerden haben, diese an das Krankenhaus weiterzuleiten. Nur so könne man sich verbessern.
12:02
naja, ist ja nicht das erste mal, dass sowas passiert.
Für eben diese Aktionen hat das Mendener Krankenhaus ja zurecht den Ruf der "Verwahrstelle" in Akutsituationen. Habe es als Begleitperson selbst schon zwei mal erlebt, dass am Abend oder in der Nacht ein Kumpel bis zu 45 Minuten abgespeist wurden und dann z.B. in Wimbern nach 5 Min sofort auf die Intensivstaion kamen...
So gute Stationen auch vorhanden sind, bei akutem Bedarf und der Möglichkeit des wählens würde ich mich niemals für Menden entscheiden!