Krachmacher hören auf

Die 5.Lürbker Meilertage sind dem Abschied der Krachmacher verbunden.
Die 5.Lürbker Meilertage sind dem Abschied der Krachmacher verbunden.
Foto: WP

Lürbke..  Drangvolle Enge herrschte beim feierlichen Anzünden des Meilers: Neben dem Köhler Hubertus Birkelbach hatten sowohl Politikprominenz wie auch Vertreter der Schützenbruderschaft St. Hubertus die Leiter zum Dach des Meilers erklommen, um mit einer Schippe voll Glut den aufgeschichteten Holzberg anzufeuern.

Zehn Tage lang wird er, falls der Köhler und seine rechte Hand Josef Schulte ihre Arbeit gut machen, am Festplatz neben dem Lürbker Schützenheim glimmen, um am 24. Mai während eines Frühschoppens geöffnet und „geerntet“ zu werden. 45 Raummeter Holz wurden zuvor von den Schützen zurecht gesägt, gespalten und gestapelt.

Die Vorbereitungen zu diesen fünften Meilertagen haben von den Verantwortlichen der Bruderschaft sehr viel Engagement, Arbeitseinsatz und Durchhaltevermögen gefordert. Pressesprecher Karl-Heinz Schäfer: „Ich bin immer wieder erstaunt, dass letzten Endes alles so wunderbar klappt. Unsere Dorfgemeinschaft wächst mit diesen Aufgaben immer wieder aufs Neue zusammen.“ Eine Aufgabe in dieser Zeit der Meilertage ist die Verpflegung des Köhlers, der während der ganzen Zeit vor Ort in der Köhlerhütte wohnt und lebt. Wie selbstverständlich kümmern sich die Lürbker Frauen reihum um diesen Part.

Aus nach der Geburtstagsparty

Lediglich 117 Menschen wohnen in dem idyllisch gelegenen Dorf, aber die Hubertus-Bruderschaft zählt 830 Mitglieder. Ein Mitglied davon ist Pascal Wink, der amtierende Schützenkönig der Bruderschaft. Nachdem er nur einen Tag zuvor seinen 38. Geburtstag gefeiert hatte, fiel ihm eine besonders schwere Aufgabe zu: Als Chef der „Lürbker Krachmacher“ musste er das Ende seiner beliebten und recht unkonventionellen Musikergruppe verkünden. Ein Rückblick: Im Jahr 1995 hatten sieben junge Lürbker beschlossen, die Tradition des 5 Uhr frühen Schützenfest-Weckrufs wieder einzuführen. Dafür probten die völlig unerfahrenen Möchtegern-Musiker in Kempers Keller, bis sie endlich vier Stücke halbwegs spielen konnten. Dann ging es Schlag auf Schlag: In Mettmann beim Bundesschützenfest gelang ihnen der „Durchbruch“. Von nun an gab es keine Feier ohne die Lürbker Krachmacher. Wenn dann doch mal eine Hochzeitsparty ohne sie stattfinden sollte, luden sie sich kurzerhand selbst ein und brachten die Hallen zum Toben.

Zwölf Musiker machen Schluss

Doch nach nun 20 Jahren, mittlerweile ist aus den anfänglich sieben Laienmusikern eine zwölf Mann starke Profitruppe geworden, ist endgültig Schluss. Zum Abschied gab es noch einmal ein unterhaltsames Programm für Gäste und Musiker: Die Söhne der Lürbker Krachmacher stellten die abwechslungsreiche Geschichte der Musikergruppe auf dem Meilerplatz unter sehr viel Applaus nach.