Kostenlose Mahlzeit für Bedürftige

Ümit Akin vom Döpi-Grill hofft auf weitere Mitstreiter.
Ümit Akin vom Döpi-Grill hofft auf weitere Mitstreiter.
Foto: WP

Menden..  Sie wollen helfen und setzen darauf, dass ihre Aktion Kreise ziehen wird. Sarah und Antonino Gulisano von Ciao Pizza und Ümit Akim, Inhaber des Döpi-Grills, bieten ab sofort Obdachlosen und Bedürftigen eine kostenlose Mahlzeit an.

Die Ursprungsidee fand Antonino Gulisano in Amerika. Dort bieten Pizzerien ihren Kunden an, beim Kauf einer Pizza ein „Slice“, also ein weiteres Stück, für einen bedürftigen Menschen zu spenden. Dafür, glaubt Gulisano, sei Menden aber wohl zu klein. Deshalb stellte er gemeinsam mit seiner Frau ein Schild auf der Theke seines Betriebes an der Unnaer Straße auf. „Niemand soll hungern müssen“, heißt es darauf. Und: „Wenn Sie Obdachlose kennen oder Menschen, die es sich nicht leisten können, dann schicken Sie sie bitte her, wir schenken eine Mahlzeit und ein Getränk.“ Warum die Familie das tut? „Wir leben seit 1991 in Menden und helfen einfach gerne.“ Nun hoffen Sarah und Antonino Gulisano, dass sich ihr Hilfsangebot herumspricht. Auch sie selbst wollen Bedürftige gezielt ansprechen. „Wir freuen uns darauf, wenn der erste zu uns kommt, dem wir eine Pizza schenken können.“

Gemeinsam Idee entwickeln

Ümit Akin hatte sich bereits vor einigen Monaten mit der Idee beschäftigt, wie Bedürftigen geholfen werden könne. Damals hatte ein Döner-Imbiss in Meschede eine kostenlose Mahlzeit angeboten – über die sozialen Netzwerke wurde das Ansinnen schnell bekannt. „Ich wollte aber nicht, dass es so aussieht, als würden wir auf einen Zug aufspringen“, suchte der Döpi-Inhaber nach einem anderen Weg. „Das verlief dann aber ein bisschen im Sande.“ Bis er vom Vorhaben des Kollegen aus der 200 Meter entfernten Pizzeria hörte.

Für Ümit Akin zählt nun vor allem, die Menschen auch zu erreichen, die bedürftig sind und ihnen eine kostenlose Mahlzeit möglichst diskret anzubieten. „Wer kein Geld hat, kommt doch erst gar nicht zu uns rein“. Über Facebook bittet er darum, dass ihn Verantwortliche oder Einrichtungen, die mit Bedürftigen oder Obdachlosen arbeiten, kontaktieren. „Das Problem ist einfach, die Menschen zu erreichen.“ Er habe sich deshalb auch bereits bei Rüdiger Midasch von der Stadtverwaltung gemeldet. Gemeinsam soll nun eine Idee entwickelt werden, auf lange Sicht bestenfalls sogar ein Netzwerk entstehen. Ümit Akin und Familie Gulisano bauen darauf, dass sich noch weitere Betriebe anschließen werden: „Es wäre schön, wenn sich noch mehr beteiligen. Dann würde es irgendwann zur Selbstverständlichkeit.“