Das aktuelle Wetter Menden 18°C
Strecke Menden-Hemer

Ketzscher sieht Mehrheit für Bahn

07.06.2011 | 21:54 Uhr
Ketzscher sieht Mehrheit für Bahn

Menden/Hemer. Die Mendener Grünen-Vorsitzende Ingrid Ketzscher sieht trotz der Äußerungen von Burkhard Bastisch weiter gute Chancen für eine Reaktivierung der Bahnstrecke Menden-Hemer.

Bastisch, der Geschäftsführer des für den heimischen Schienenverkehr zuständigen Zweckverbandes Ruhr-Lippe (ZRL) ist, hatte angekündigt, dass die Bahnstrecke nicht in den kurz vor der Verabschiedung stehenden Nahverkehrsplan kommen werde (die WP berichtete gestern) – damit wäre sie gestorben. Er hatte widersprüchliche Aussagen der angrenzenden Städte als Grund genannt. Zudem sei eine Strecke Hemer-Menden ohne durchgehende Verbindung nach Iserlohn „total unsinnig“.

Ingrid Ketzscher. Foto Martina Dinslage

„ Das kann so nicht stehen bleiben“, ärgert sich Ingrid Ketzscher, die sich mit ihren Mitstreitern aus dem Oesetalbahnverein schon lange für die Reaktivierung der Strecke zumindest bis nach Hemer ausspricht. Zum einen sei es schlicht und einfach falsch, dass die angrenzenden Städte widersprüchliche Meinungen hätten. Das gehe eindeutig aus den offiziellen Stellungnahmen vor: Sowohl Menden als auch Hemer und Iserlohn hätten sich unisono dafür ausgesprochen, die Strecke in den Nahverkehrsplan unter dem Kapitel „Untersuchung und Bewertung / weiterer Bedarf“ einzustellen. Die Strecke habe ein großes Potenzial.

Zudem müsse die Äußerung des ZRL-Geschäftsführers Bastisch als dessen Privatmeinung angesehen werden. Entscheidend sei nämlich nicht die Ansicht der Geschäftsführung, sondern der Verbandsversammlung. Und für die entscheidende Sitzung des ZRL-Gremiums am 14. Juli sieht Ketzscher sehr wohl eine gute Chance, um eine politische Mehrheit für die Strecke zu bekommen.

Michael Koch

Facebook
 
Kommentare
08.06.2011
23:01
Ketzscher sieht Mehrheit für Bahn
von zilp | #10

@#7
Busse teilen viele Nachteile des übrigen Straßenverkehrs: kein eigener Verkehrsweg wie die Bahn, stehen mit in bzw. bilden mit Staus, haben die gleichen Nachteile beim Energieverbrauch (durch höheren Rollwiderstand) wie alle Autos, sind für längere Strecken unbequem, können nur eingeschränkt Fahrräder, größeres Gepäck oder gar echte Güter transportieren usw.
Aber es stimmt natürlich, dass man Bahn und Bus unbedingt gut aufeinander abstimmen muss. Echten Parallelverkehr darf es nicht geben; aber das lässt sich auf jeden Fall einrichten.

Zwischen Hemer und Menden verläuft schon seit Jahren eine offizielle NRW-Radroute, der Abschnitt zwischen Hassenbruch und Edelburg liegt auf der B7. Dieser wurde vor der LGS sogar noch mal verbessert.
Für Alltagsstrecken, aber auch für Ausflüge an Sonn- und Feiertagen ist er gar nicht so schlecht.
Ein Radweg auf der Trasse dagegen läge in großen Teilen fast genauso nah an der B7 wie der jetztige Radstreifen und sonst hinter Schallschutzwänden oder zwischen hohen Böschungen oder gar im Tunnel. Außerdem kann man in Menden nicht weiter als bis zum Felsenkeller/Schattweg, weil der Rest der Bahnstrecke inkl. der blauen Brücke auf jeden Fall bleibt. Ein touristischer Radweg wäre also an anderer Stelle im Oesetal besser aufgehoben.

Der wichtigste Grund gegen den Umbau zum Radweg ist aber - und damit zu #9 -, dass ein Schienenweg in dieser Lage zwischen zwei mittelgroßen Städten am Rand des Ruhrgebiets einfach zu schade ist, um darauf eine Radstrecke zu errichten, denn Schienen können mehr für den Verkehr leisten als ein Radweg - und sie nützen eben auch den Radlern (vgl. #6).
Insofern wird auch der BdS eine solche quasi Entwertung dieses Verkehrswegs (Bahn zu Rad) mit Steuermitteln nicht bejubeln.

08.06.2011
18:01
Ketzscher sieht Mehrheit für Bahn
von Wunderrmann | #9

Schaun wir mal, was der Bund der Steuerzahler zu solch einer Steuerverschwendung sagen wird. Hunderttausende in eine Bahnstrecke stecken, wo ein funktionierender Linienverkehr der MVG läuft. Die Bahnpreise müssen ja dann schon unter dem Beförderungsentgelt der MVG liegen, ansonsten fährt da doch kein Mensch mit der Bahn....

08.06.2011
16:46
Ketzscher sieht Mehrheit für Bahn
von Bigot | #8

#5 Wollen Sie etwa behaupten, dass Herr Esken gegen den Rat arbeitet?? Oder fängt Ihrer Meinung nach Herr Esken langsam an, den Rat zu hintergehen? Ratsbeschlüsse gar zu torpedieren? Das wird ja immer schöner! Wie soll man Ihre Äußerungen verstehen? Auch, wenn Sie es nicht hören wollen, der Rat hat die Rentabilitätsprüfung beantragt und das Ergebnis liegt noch nicht vor. Warum greifen Sie Herrn Esken so an? Auf solche Leute können wir in Hemer verzichten.

@ #7: wie schon erwähnt, dass die Strecke nicht mehr wirtschaftlich sei, ist nicht belegt. Es geht auch nicht um diesen Streckenabschnitt nach Hemer. Die Durchbindung an Dortmund ist wichtig und da kommen Sie mit dem Bus nunmal nicht sehr weit. Es geht nicht darum, dass Mendener nach Hemer fahren sollen oder umgekehrt. Für sowas braucht man tatsächlich keine Eisenbahn. Hier wurde ja schon von einigen geschildert, warum die Verbindung Hemer-Dortmund dagegen vor allem für Hemer ein Gewinn wäre. Und für den Radweg gibt es schöne Alternativen ohne Zerstörung einer Infrastruktur.

08.06.2011
15:29
Ketzscher sieht Mehrheit für Bahn
von HugovonMenden | #7

Niemand möchte die B7 nach Hemer gegen einen Radweg ersetzen. DIe seit Jahren nicht mehr bewirtschaftete Bahnstrecke nach Hemer, entlang an der B7, soll gegen einen neuen Fahrradweg ersetzt werden. Der Bahnbetrieb ist nicht mehr wirtschaftlich. Die Menschen nutzen ihre eigenen Autos, und wenn nicht diese, eben die regelmäßig verkehrenden Bussen. Busse sind umweltfreundlicher als leere Züge und vor allem viel flexibler einsetzbar

08.06.2011
14:03
Ketzscher sieht Mehrheit für Bahn
von zilp | #6

@# 4 und 5
Man kann aber nun mal nicht alle Auto-, Bus- oder Bahnfahrten allein durch Radeln ersetzen.
Denken Sie an Regen (wie heute früh), Wind und Schnee, an größere Entfernungen, an viel oder sperriges Gepäck usw.
Radeln und Bahnfahren lassen sich aber aufs allerfeinste verknüpfen, im Alltags- wie im Freizeitbereich. Sie ahnen nicht, wie ich meinen Fahrradgebrauch und -nutzen durch die Kombination (inkl., aber nicht nur Mitnahme im Zug) ausweiten konnte.
Neben den unzähligen anderen Gründen für den Streckenerhalt sind deshalb die Vorteile für die Radler ganz besonders hoch.

08.06.2011
13:36
Ketzscher sieht Mehrheit für Bahn
von Hemer30 | #5

Da hat Frau K. von den Grünen bestimmt die Rechnung ohne Hemer und dem genialen BM dort gemacht. Ich wette, der hat längst im Hintergrund die Fäden für Hemer beim ZRL geknüft. Eine Grüne-Ratsfrau K. aus Menden wird dem Hemeraner BM niemals das Wasser reichen können. Schön ist, dass ich demnächst Rad fahren kann.

08.06.2011
13:19
Ketzscher sieht Mehrheit für Bahn
von HugovonMenden | #4

Solche Worte von Ruhrik! Unglaublich. Wenn jemand hier geprägt ist von Ignoranz, Arroganz und grenzenlosem Hass gegenüber Andersdenkenden, dann jawohl derjenige, der hinter dem Pseudonym Ruhrik steckt.
Eine Bahnverbindung zwischen Menden und Hemer wäre sicherlich schön. Keine Frage. Wenn man Samstags von Menden aus einen Ausflug in den neuen Sauerlandpark unternimmt, wäre es bestimmt herlich dort mit der guten alten Bahn hinzufahren. Aber es bleibt eben die gute alte Bahn. Betriebswirtschaftlich liese sich diese Streck niemals betreiben. Ein absolutes Zuschussgeschäft auf Kosten der Steuerzahler, es sei denn die Mitfahrenden sind bereits hohe zweistellige Summe für eine Karte aufzubringen. Da fahre ich doch lieber über den neuen Radweg entlang der B7, dort wo heute noch Schienen liegen, dann zahle ich nämlich gar nichts!

08.06.2011
10:31
Ketzscher sieht Mehrheit für Bahn
von Ruhrik | #3

@ Sauerländer
Diese Argumente werden von allen Verstandesbegabten an dieser Stelle seit Monaten vorgebracht. Aber wie ist die Reaktion der erklärten Eisenbahnfeinde?
Ignoranz und Arroganz, kombiniert mit grenzenlosem Hass auf jeden, der es wagt, andere Standpunkte als deren Gewäsch zu vertreten.

08.06.2011
08:29
Ketzscher sieht Mehrheit für Bahn
von Sauerlaender_01 | #2

Was spricht eigentlich dagegen, das Thema mal von einer anderen Seite zu betrachten:
1. Die Orte im Hönnetal sind Wohnorte für Pendler ins Ruhrgebiet.
2. Gleichzeitig pendeln auch immer mehr Arbeitnehmer aus dem südöstlichen ruhrgebiet zu ihren Arbeitsplätzen nach Menden, Hemer, Iserlohn, Lüdenscheid.....
3. Es existieren bereits tragfähige verbindungen vom dortmunder Hbf nach Lüdenscheid, Iserlohn und über Hagen ins Lennetal.
4. Offen ist eine tragfähige Linie ins Hönnetal, die im Halbstundentakt über Unna, Fröndenberg nach Menden und von dort stündlich nach Hemer oder Neuenrade weiterfährt. Die Zwischenzeiten müssten durch getaktete Zubringer der MVG abgedeckt werden. Dies gäbe den Pendlern von und nach Fröndenberg, Menden, Hemer, Balve und Neuenrade die entsprechende Planungssicherheit und die Möglichkeit, auch Fernreisen vom Wohnort mit entsprechender Bequemlichkei in Angriff nehmen zu können.

07.06.2011
23:22
Ketzscher sieht Mehrheit für Bahn
von oesetalbahn | #1

Der Oesetalbahnverein hält eine Reaktivierung der Bahnstrecke von Hemer über Menden nach Fröndenberg, möglichst noch weiter direkt bis Dortmund, weiterhin für sinnvoll. Sie ist mindestens eine genaue Untersuchung wert.
Es kommt natürlich auf die richtigen Rahmenbedingungen an. Die sind wegen der dichten Besiedlung rund um die Strecke und aufgrund der günstigen zentralen Lage der Bahnstationen inmitten der Mittelzentren Hemer und Menden im Ballungsrandgebiet zwischen der Metropole Dortmund und dem sowohl landschaftlich-touristisch wie als Wohn- und Wirtschaftsstandort attraktiven Nordsauerland nicht schlecht.
Die genannten Ablehnungsgründe (Zuwegung Landschaftspark; (angeblich) widersprüchliche Stellungnahmen der Städte) sind keine unüberwindbaren Hürden.
Mehr zur Oesetalbahn:
www.oesetalbahn.de

Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/4741619/create

Aktuelle Fotos und Videos
Fußballpfingsten in Menden
Bildgalerie
Fußball
TT-Turnier in Lendringsen
Bildgalerie
Tischtennis
Pfingstkirmes in Menden
Bildgalerie
Kirmes
Land unter in Menden-Asbeck
Bildgalerie
Unwetter
Aus dem Ressort
Projekt Feuchtwiese ist Teamarbeit
Naturschutz
Für dieses Projekt ziehen gleich mehrere Beteiligte erfolgreich an einem Strang. Ende der 1980er Jahre hatte die Stadt in den Ruhrauen eine 5000 Quadratmeter große Fläche gekauft mit dem Ziel, dort eine Feuchtwiese entstehen zu lassen. Inzwischen hat sich die dafür typische Pflanzen- und Tierwelt
250 Patienten in der Ambulanz
St.-Vincenz-Krankenhaus
Das Pfingst-Wochenende hat die Ambulanz des Mendener St.-Vincenz-Krankenhauses vor besondere Herausforderungen gestellt. Knapp 250 Menschen haben dort während der Pfingsttage Hilfe gesucht, wie Pressesprecherin Donata Pertzborn-Wagner berichtet.