Kaum Chancen auf Verlängerung der Mendener Pfingstkirmes

Die Pfingstkirmes dauert nur dreieinhalb Tage.
Die Pfingstkirmes dauert nur dreieinhalb Tage.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Nein, das war noch nicht der spektakuläre Auftakt zur Mendener Pfingstkirmes 2015. Die Feuerwehr zwängte sich am Freitagnachmittag zwischen den Fahrgeschäften hindurch. Es war nur ein Fehlalarm im Alten Rathaus – mal wieder. Offizieller Kirmes-Start ist erst heute, Samstag, um 14 Uhr.

Menden.. Es gibt wenige kleine Veränderungen. In der Bahnhofstraße müssen zum Beispiel drei Schausteller dem offengelegten Glockenteichbach weichen. Es traf unter anderem einen Händler für Handyhüllen und andere Utensilien. Neu ist das Fahrgeschäft Konga an der Kaiserstraße. Die „voll thematisierte Schaukel“ (gemeint sind unter anderem feuerspuckende Voodoo-Masken) schwingt Besucher auf 45 Meter Höhe. Marktmeisterin Gerlinde Borcherding verzeichnete 800 Bewerbungen. 230 Schausteller haben es auf die Kirmes geschafft.

Mit dreieinhalb Tagen Dauer bleibt die Kirmes auch in diesem Jahr ein vergleichsweise kurzes Vergnügen. Anders als bei vielen anderen Volksfesten in der Region verzichten die Schausteller auf einen kompletten vierten oder fünften Tag. „Es ist die Frage, ob sich das lohnt“, sagt Schausteller-Vertreter Konstantin Müller. Die Pfingstkirmes habe ein Einzugsgebiet von 200 000 Einwohnern, Nordrhein-Westfalens größte Kirmes auf Crange dagegen vier Millionen. Im Ruhrpott lohne es sich, zehn Tage zu öffnen. „Bei uns ist es sogar samstags manchmal zäh wie Kaugummi.“

„Viele Geschäfte sind auf Familien ausgelegt“, betont Müller. Von einer zusätzlichen Öffnung am Freitagabend könne nur die Gastronomie profitieren. „Wir haben zusätzliche Strom- und Personalkosten“, sagt Müller. Wegen der vielen kleinen Stände mit wenig Aufbau-Aufwand lohne sich die Kirmes auch bei nur dreieinhalb Tagen Standzeit.

Ohnehin sehen viele Händler eine Verlängerung der Kirmes kritisch, weil Schaufenster und Zufahrten blockiert sind. Dieses Argument will Schausteller Müller nicht gelten lassen: „Jeder Besucher der Kirmes bringt dem städtischen Haushalt im Schnitt 3 Euro zusätzlich.“

„Ich hätte persönlich nichts gegen eine Verlängerung der Kirmes“, sagt Marktmeisterin Borcherding. Allerdings sei das Thema auch für sie nicht auf der Tagesordnung. Borcherding erinnert an die Zeiten als die Kirmes erst sonntags nach der Pfingstprozession anfing. Erst in den 1990er Jahren kam der Samstag dazu. „Man darf nicht vergessen, dass die Kirmes aus Anlass des kirchlichen Festes Pfingsten stattfindet“, erklärt Konstantin Müller.