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Karsten Zimmer ist Internet-Kriminellen auf der Spur

01.08.2011 | 17:12 Uhr
Karsten Zimmer ist Internet-Kriminellen auf der Spur
Karsten Zimmer ist EDV-Experte und Computer-Spezialist. Als Computerdetektiv geht er Datenklau auf die Spur. Foto: Pia Maranca

Platte Heide.Hier könnte eine Folge der noch nicht existierenden TV-Serie C.S.I. Menden gedreht werden. Allerdings befinden sich in den Büroräumen an der Sachsenstraße keine Instrumente, mit denen Beamte sich auf die Suche nach Fingerabdrücken und Hautpartikeln an einem Verbrechens-Tatort machen. Karsten Zimmer (47) ist Internet-Kriminellen auf der Spur. In Menden betreibt er ein EDV-Sachverständigen- und IT-Forensik-Büro.

Zimmer hat in Dortmund studiert, ist Diplom-Kaufmann und Fach-Informatiker. Im Jahr 2002 hat er sich mit seiner Firma selbstständig gemacht. „Die Arbeit eines IT-Forensikers hilft bei der Aufdeckung von Straftaten, Betrug und Missbrauchsfällen, die in Zusammenhang mit EDV stehen“, so der Experte. So sichert der Mendener Beweise bei Manipulationen an Daten und Software, bei Wirtschafts- und Werksspionage und bei Urheberrechtsverletzungen. 90 Prozent seiner Kunden sind Unternehmen, zehn Prozent Privatpersonen.

Derzeit arbeitet Zimmer an einem Fall einer Bank aus Malaysia: Hier arbeitet er mit einer deutschen Wirtschaftsdetektei zusammen und muss verloren gegangene Daten wieder herstellen.

Gutachten für Gerichtsprozesse und Beratung für Unternehmen

Dabei geht Karsten Zimmer tatsächlich wie ein Kriminalbeamter vor: Als geprüfter und verbandsanerkannter (VEGS) EDV-Sachverständiger erstellt er Gutachten für Gerichtsprozesse und ist Mitglied im Bund deutscher Kriminalbeamter. „Mit speziellen Geräten untersuchen wir den Computer“, sagt der 47-Jährige. So hat beispielsweise ein gekündigter Mitarbeiter Daten seines ehemaligen Unternehmens gespeichert und an die Konkurrenz weitergegeben. Zimmer kann herausfinden, wie das funktioniert. Er kann das Unternehmen aber gleichzeitig auch beraten, so dass Datenklau künftig nicht mehr möglich ist.

„Die Betrugsmaschen ändern sich immer“, sagt der Experte. Derzeit kommt ein Großteil der Betrüger aus Russland. Auf Schulungen zeigt Karsten Zimmer derzeit besonders gern einen kleinen, programmierbaren Chip vor, der beispielsweise in eine Computermaus eingebaut werden kann. Mit jedem Klick wird die Information gespeichert, oder direkt über das Internet oder eine Mobilfunkleitung verschickt. Ein anderes Beispiel zeigt ein Foto: In der Datei verbergen sich geheime Informationen – Betrug, der fast unsichtbar ist und an James-Bond-Filme erinnert. „Nicht jede forensische Untersuchung führt zum Erfolg“, sagt Karsten Zimmer. „Aber bislang haben wir noch jeden gekriegt.“

Sozialen Netzwerken wie Facebook steht der Experte kritisch gegenüber

Wie kann denn jeder Privatmann seinen Computer absichern? Karsten Zimmer rät folgendes: „Die aktuellen Updates für das Betriebssystem herunterladen, ein aktuelles Viren-Programm nutzen. Die Firewall einschalten. E-Mails von Unbekannten nicht einfach sorglos öffnen. Auf Webseiten nicht einfach auf OK-Buttons klicken. Nicht die Bank-Daten weiter geben.“ Und auch sozialen Netzwerken wie Facebook steht der Experte kritisch gegenüber. „Ich bin zwar angemeldet, habe aber nur einen Freund zugelassen und lade keine Fotos oder Privatinformationen wie Statusmeldungen hoch“, sagt er. „Das Internet vergisst nie.“ So will der 47-Jährige nicht nur Experten informieren, sondern auch den ganz normalen Mendener aufrütteln: „Gehen Sie nicht leichtfertig mit Ihren Daten um.“

Pia Maranca

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