Kanonsingen funktioniert wie Fahrradfahren

Canta Famiglia veranstaltete im TAZ ein Abendliedersingen, allerdings in kleinem
Canta Famiglia veranstaltete im TAZ ein Abendliedersingen, allerdings in kleinem
Foto: WP

Menden..  Normalerweise singt der St.-Vincenz-Familienchor „Canta Famiglia“ in Kirchen und Kathedralen. Deshalb war die Nervosität bei einigen ein bisschen größer, als sie am Samstag erstmals im Theater Am Ziegelbrand auftraten. Es war das erste von zwei Mitmach-Konzerten der Mendener Schaubühne.

Das TAZ ist der optimale Zufluchtsort für alle, die dem Karneval entfliehen wollen. Keine Kostüme, kein Konfetti, kein Ein- und Ausmarsch. Nur gute Musik ist versprochen. Es wollen zwar nicht viele fliehen, aber das macht nichts. Dann wird es eben ein gemütlicher und exklusiver Abend.

Das Konzert gliedert sich in zwei Teile. Im ersten dominieren Kanons wie „Himmel und Erde müssen vergeh’n“, „Heio, spann den Wagen an“ oder „Da Pacem“. Das Publikum singt begeistert mit --Kanons funktionieren scheinbar wie Fahrradfahren. Sowas verlernt niemand. Als die Sänger Notenbücher verteilen, geht Gelächter durch den Raum. Kein Wunder, handelt es sich laut Verlag doch um „100 Chorsätze für Ältergewordene“. Das ist eine nette Umschreibung für Großdruck.

Aus dem Nähkästchen geplaudert

Chorleiter Christian Rose plaudert zwischen den Liedern aus dem Nähkästchen. Nicht alle wussten, dass „Canta Famiglia“ im Jahr 2004 eigentlich aus einer Verlegenheit heraus gegründet worden ist. „Ich wollte nach Rom fahren. Aber alleine fand ich irgendwie nicht gut“, verrät der St.-Vincenz-Kantor. Also hat er in der Gemeinde nachgefragt, wer Lust hat, nach Rom zu fahren. „Von einem Chor habe ich erst einmal nichts gesagt“, verrät Christian Rose augenzwinkernd.

Nach der Pause kommen die angekündigten Abendlieder. Eine schöne Komposition folgt der nächsten. Die Gäste singen voller Inbrunst mit, es entseht ein großer Chor aus beiden Seiten. Zum großen Finale wird „Kein schöner Land“ angestimmt.