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Musikgeschmack

Zwischen Charts und Krawallmusik

08.01.2016 | 15:00 Uhr
Zwischen Charts und Krawallmusik
Es ist nicht immer allen recht, was auf den Plattentellern serviert wird.Foto: dpa

Menden.   Ewiger Konflikt oder musikalische Harmonie – vier JungeWP-Reporter haben ihre Lieblings-Musik und die ihrer Eltern unter die Lupe genommen.

Es ist nicht immer ganz leicht, wenn der eigene Musikgeschmack in eine ganz andere Richtung tendiert, als die der Eltern. Das kann natürlich zu einem Lautstärke-Krieg führen.

Allerdings ist auch die andere Variante möglich: Auditive Harmonie. Wenn man sich gegenseitig inspiriert zum Beispiel oder wenn man eh die selbe Musik hört wie die Eltern.

Vier Junge-WP-Reporter haben sich mit ihrem Musikgeschmack und dem ihrer Eltern auseinandergesetzt.

„Blues Brothers“ Soundtrack

Tatsächlich gibt es grundsätzlich gar nicht so große Unterschiede zwischen dem Musikgeschmack meiner Eltern und mir. Ich fand die „Oldies-Mukke“, die meine Eltern hören, schon immer gut.

Am besten erinnere ich mich an den Film „Blues Brothers“ (1980) – der absolut zu empfehlen ist. Zu dem Soundtrack tanze ich jetzt immer noch so wie ich es schon mit zwei Jahren auf unserem Sofa gemacht habe. Auch die „Rolling Stones“ oder Marius Müller Westernhagen gehören zu den Interpreten, die oft laut aufgedreht wurden.

Obwohl diese Musik kaum noch im Radio läuft, habe ich zumindest immer den „Blues Brothers“ Soundtrack auf meinem Handy.

Andersherum geht es aber auch: von moderner „Party Musik“ sind meine Eltern auch zu überzeugen. Besonders viel Spaß macht es mit meiner Mutter bei voll aufgedrehtem „Uptown Funk“ Auto zu fahren und laut mitzusingen. Sogar vor Rap macht sie keinen Halt. Erst kürzlich hat sie „It’s Like That“ von Run-D.M.C. entdeckt. Nur richtig textsicher ist keiner von den beiden.

Einen entscheidenden Vorteil haben diese Gemeinsamkeiten: Es gibt fast nie Streit um den Radiosender im Auto. Außerdem könnte ich meine Eltern sogar zur nächsten Party mitnehmen. Man würde uns alle vermutlich nur auf der Tanzfläche finden. Lisa Nückel

Unbeschwert genießen

Der Unterschied zwischen meiner Musik und der meines Vaters ist ziemlich groß. Während ich am meisten aktuelle Lieder höre, bevorzugt mein Vater die Musik aus den 80ern und 90ern. Meine Playlist besteht zum größten Teil aus Liedern von meinem Lieblingssänger Ed Sheeran, da ich finde, dass seine Songs schöne Bedeutungen haben, was mir bei der Musikwahl sehr wichtig ist.

Mein Vater hingegen braucht keine bestimmte Bedeutung, denn ihm ist es wichtig, dass die Lieder, die er hört, gute Laune machen, wie zum Beispiel sein Lieblingslied „Avenir“ von Louane. Er meint, selbst wenn Louane über irgendetwas Schlechtes singen würde, würde er das Lied trotzdem noch gerne hören.

Die Musik aus den 80ern und 90ern gefällt meinem Vater aber doch mehr als die neuere, weil die Lieder früher noch mit richtigen Musikinstrumenten aufgenommen und heutzutage das Meiste im Computer entsteht. Die Musik von mir und die meines Vaters ist zwar völlig unterschiedlich aber ich kann in meinem Zimmer, die Musik hören, die ich hören möchte und mein Vater kann seine Musik im Auto unbeschwert genießen.
Melissa Fichtner

Netter Nebeneffekt

Seit ich denken kann, höre ich die Töne von Nirvana, Radio Birdman und MC5 aus den Boxen, wenn mein Vater seine Musik aufdreht. Als jüngeres Mädchen habe ich Rock jedoch nicht als Musik angesehen, da die Sänger meiner Meinung nach bloß ins Mikrofon schrien und eine klare Melodie konnte ich auch nicht erkennen. Ich mochte mit 13 eben die Art von Musik lieber, die nur für einige Wochen im Radio liefen und dann vergessen waren. Dafür hatte ich dadurch viel Abwechslung der Genres.

Mit 15 Jahren habe ich angefangen mich mit der Musik meines Vaters näher zu beschäftigen. Ich empfand sie nicht mehr als störend, sondern habe auch mal mitgehört. Nach einiger Zeit konnte ich mich auch für einige Lieder von Foo Fighters und Motorpsycho begeistern. Das Konzert mit Dave Grohl und seiner Band auch sehr viel Interesse in mir geweckt. Seine Lieder bleiben aktueller, als die meisten Chartssongs und ich kann mich auch länger dafür begeistern.

Rock ist mittlerweile keine „Krawallmusik“ mehr für mich, eher eine Motivation, weil sie sehr viel Stärke ausdrückt. Außerdem hat das den netten Nebeneffekt, dass ich öfters Zeit mit meinem Vater verbringe. Ob im Wohnzimmer oder auf einem Konzert, die Musik ist mit am Start. Helena Kraemer

Kleeblatt und Totenkopf

Meine Mutter ist akustisch leidgeprüft. Mit etwa zwölf Jahren begann ich eine ausgeprägte Leidenschaft für Punkrock zu entwickeln, die sich bis heute erhalten hat. Diese äußerte sich nicht nur in der Dauerbeschallung sämtlicher Räume mit schnellem 80s-Hardcore-Gebretter, sondern auch im regelmäßigen Besuch von Konzerten, deren gemeinsames Merkmal zumeist brutale Klangqualität und ohrenbetäubende Lautstärke war. Oft genug war meine Mutter mehr oder weniger freiwillig dabei. Sie beschäftigte sich mit der Musik, die mich so begeistert.

2012 war es dann ein Konzert der Folk-Punk-Band Mr. Irish Bastard, das ihr so gut gefiel, dass wir am Ende des Abends das gleiche T-Shirt mit Kleeblatt und Totenkopf trugen. Seitdem hat sich mein musikalisches Spektrum enorm vervielfältigt, und wenn meine Mutter etwas neues hören will, bin ich ihr Musikberater.

Andersherum ist es ähnlich. Auch, wenn ich oft ratlos vor der Schallplattensammlung oder dem CD-Regal meiner Mutter stehe, finde ich dort doch immer wieder Schätze, die es sich anzuhören lohnt. Egal, ob es sich dabei um Klassiker wie Tracy Chapmans „Crossroads“ oder Skurrilitäten wie die Scheibe „Rom“ von Dschingis Kahn handelt. So inspirieren wir uns gegenseitig.

Mona Dierkes

Lisa Nückel, Helena Kraemer, Mona Dierkes, Melissa Fichtner

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Zwischen Charts und Krawallmusik
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2016-01-08 15:00
Junge WP