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Was macht eigentlich eine SV?

19.05.2011 | 17:43 Uhr
Was macht eigentlich eine SV?
Maximilian Kiehn(19) und Hannah Löwer(16) sind Schülersprecher am Walburgisgymnasium Menden. Foto: Moritz Litterst

Menden. Jede Schule hat sie: Die Schülervertretung. Aber was steckt alles hinter ihrer Arbeit? Die Junge WP stellt drei Schülervertretungen aus Menden vor.

Die Schülervertretung, kurz genannt auch SV, ist eine Gruppe von Schülern, die die Interessen von den Schülern der Schule vertritt und sich für sie einsetzt. Sie arbeitet oft eng zusammen mit den Vertrauens- und Verbindungslehrern und mit den Schulsprechern. Alle drei sind wichtige Verbindungsglieder zwischen Schülerschaft und Lehrerschaft bzw. Schulleitung.

An den meisten Schulen werden Schülervertretung, Schulsprecher und Verbindungslehrer jedes Schuljahr neu gewählt. Jeder Schüler kann sich für die Wahl in die SV aufstellen. Es wird immer versucht, Schüler aus verschiedenen Jahrgängen dafür zu motivieren. So kann man im besten Fall die Interessen von allen Stufen berücksichtigen und Gleichberechtigung gewährleisten.

Meist setzt sich das Team der SV dann aus erfahrenen wiedergewählten Schülern und Neulingen zusammen, wodurch immer mal frischer Wind in die Schülervertretung kommt.

Die SV trifft sich mindestens einmal im Monat, um über aktuelle Themen und Probleme an der Schule zu diskutieren und mögliche Lösungen zu diskutieren. Auf der Tagesordnung steht immer auch die Planung von möglichen Aktionen, die den Schulalltag für die Schüler interessanter machen. Außerdem soll so erreicht werden, dass auch andere Schüler motiviert werden, sich zu engagieren.

In den Schulpflegschaftssitzungen und der Schulkonferenz sind immer SV-Mitglieder anwesend, um direkt an den Diskussionen teilnehmen zu können.

Den Schulalltag möchten sie möglichst schön gestalten

Maximilian Kiehn (19) und Hannah Löwer (16) sind Schülersprecher am Walburgisgymnasium Menden. Die beiden engagieren sich schon seit mehreren Jahren in der SV. Sie sind in der Schülervertretung, da Demokratie ihrer Meinung nach, schon im Kleinen beginne. Die SV sei ein Einstieg in die Demokratie, indem man versuche, Gemeinschaft zu gestalten, versichern die beiden. Auch der Spaßfaktor dürfe nicht außer Acht gelassen werden, da die SV-Arbeit beiden Freude bereite und sie spannend und witzig sei.

Ein gutes Beispiel ist die Karnevalsparty für die Unterstufe, die vergangenen Karneval von der SV am WBG veranstaltet wurde. Es freut Maximilian und Hannah zu sehen, wie die Schüler Spaß haben und an einem Nachmittag in der Schule noch mal zusammenkommen. „Die Bindung der Schüler zur Schule wird dadurch größer“, sagt Hannah. „Der Draht zur Lehrerschaft und Schulleitung ist sehr wichtig und muss durch von Schülern initiierte Aktionen aufgebaut und verbessert werden“, sagt Max. Von solchen gab es in der Vergangenheit schon einige, wie zum Beispiel ein Konzert für Jugendliche oder ein Public-Viewing bei der WM.

Die Schülervertretung am WBG besteht noch aus sieben weiteren Vertretern und trifft sich ein bis zwei Mal im Monat, um Aktionen zu planen und Probleme anzusprechen. Dort ist dann meist einer der SV-Lehrer dabei. Anfang des Jahres hat sich die SV an einem Wochenende getroffen und einen Jahresplan entworfen.

Das Wohlergehen der Schüler liegt den Schulsprechern sehr am Herzen. „Man ist nun mal die meiste Zeit des Alltags in der Schule, also möchten wir ihn so schön wie möglich gestalten“, versichern beide.

Sie organisieren auch Schul-Events

Der Job einer Schülervertretung ist es, die Schüler zu vertreten: So denken womöglich einige. Doch an der Realschule Lendringsen, wo sich Melina Kutsch und Carolin Kerstin zusammen mit weiteren acht SV-Mitgliedern engagieren, heißt Schülervertretung einiges mehr. „Wir kümmern uns auch um Events: Elternsprechtage, Karnevalsfeiern und Valentinstage haben wir schon organisiert“, sagen die beiden Lendringserinnen.

Die klassischen Aufgaben der zehn Mitglieder kommen nicht zu kurz. Neben Unzufriedenheiten der Schüler wird sich auch noch um neue Anschaffungen und die Umsetzung von neuen Ideen gekümmert. „Entweder die Ideen kommen aus der Schülerschaft, aus der SV, oder natürlich auch von Lehrern. So haben wir zum Beispiel eine ,bewegte Pause’ durchführen können.“ Die Schülervertretung der RSL, also Schüler aus der 10. Klasse, ist seit Anfang letzten Jahres „im Dienst“ und das tut sie auch gerne, denn die Bemühungen machen sich bezahlt: „Ob wir ein Mitspracherecht haben? Ja, natürlich, sehr. Ansonsten leisten wir Überzeugungsarbeit“, sagen die beiden 16-Jährigen.

Allerdings: Die Schüler zu vertreten, ist auch Arbeit. Viel wird durch Gespräche in den Pausen abgeklärt. Anderes aber auch in Sitzungen, die mindestens zweimal monatlich stattfinden. Bis zum Sommer ist das Zehn-Mann-Team an der Realschule Lendringsen noch tätig.

Den Schülern soll es gut gehen

Für die beiden Schülersprecher der Hauptschule Am Gelben Morgen, Milan Berg (14) und Florian Lahlu (16), ist es wichtig, dass die Atmosphäre in der Schule, unter den Schülern untereinander, im Unterricht und zwischen den Schülern und Lehrern stimmt. „Für uns ist es wichtig, dass es den Schülern gut geht“, so Milan Berg. Damit alles so klappt, wie es sein soll, engagieren sich die Schülersprecher auch in ihrer Freizeit. „Wir verbringen einen Großteil unserer Freizeit hier in der Schule.“

Einer der Beweggründe der Schülersprecher war, dass sie unzufrieden mit den vorherigen Aktionen der Schülersprecher waren, zumal auch nur ein Bruchteil dessen, was bei den Wahlen vorgeschlagen worden war, auch umgesetzt wurde. Das sei jetzt anders. „Wir hatten anfangs viele Ideen, teils auch unrealistische, aber mit der Zeit haben wir uns mit grundlegenden Zielen befasst, wie zum Beispiel die Neugestaltung der Schule, Qualitätsanalyse, Handy-Aktion und die Renovierung der Flure und heruntergekommen Klassenräume.“ Sie treffen sich einmal im Monat, um die Wünsche der Schüler umzusetzen. Wenn es mal Probleme geben sollte, sind sie in den Pausen auf dem Schulhof zu erreichen.

Moritz Litterst, Silas Schefers und Marina Doumtsi

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