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Fehlkäufe: Warum wir sie machen und wie wir sie wieder loswerden

08.06.2011 | 19:19 Uhr
Fehlkäufe: Warum wir sie machen und wie wir sie wieder loswerden
Kleidertausch auf sogenannten Swap-Partys. Foto: Veronika Strotmann

Menden. Das unter Zeitdruck gekaufte Partytop, welches es leider nur noch eine Nummer zu groß gab, und diese eigentlich viel zu knallige, pinke Röhrenjeans, die an der Schaufensterpuppe so toll kombiniert war, dass man sie einfach mitnehmen musste... Wohl jedes Mädchen (und bestimmt auch der ein oder andere Junge...) kennt sie: Fehlkäufe.

Gerade ungewöhnliche Stücke, die im Geschäft spontane Begeisterung auslösen, liegen später oft wochen- oder monatelang im Schrank, bis sie nach einiger Zeit schweren Herzens aussortiert werden.

Doch warum machen wir solche Käufe überhaupt? Und viel wichtiger: Wie werden wir sie wieder los? Können sie uns dabei vielleicht doch noch glücklich machen? Die Junge WP hat ein paar Tipps für euch.

Die häufigste Ursache für Fehlkäufe ist, dass man sich zu sehr unter Druck setzen lässt: von der Meinung der Verkäuferin, der Freundin oder von tollen Rabatten, die man einfach nicht ungenutzt lassen kann. Wer zu solchen Fehlkäufen neigt und sie vermeiden will, sollte gezielt und vorbereitet einkaufen gehen. Oft hilft es, schon im Geschäft zu überlegen, mit welchen eigenen Sachen das Kleidungsstück kombiniert werden könnte. Hat man keine Idee, kauft man es besser nicht.

Gerade bei tollen Rabatten neigt man schnell dazu, etwas mitzunehmen, was man sonst eher nicht gekauft hätte. Hier ist es ratsam, nach Basics Ausschau zu halten: So kann man gute Angebote oder Prozente nutzen und ist trotzdem auf der sicheren Seite.

Doch was, wenn trotz aller guten Vorsätze mal ein Fehlkauf passiert? Neue, ungetragene Sachen sind oft zu schade für die Altkleidersammlung. Viel bessere Alternativen bietet das Internet: Die erste Möglichkeit ist hier natürlich das allseits bekannte Onlineauktionshaus eBay. Das Problem ist jedoch, das Kleidungsstücke hier oft nur für sehr wenig Geld den Besitzer wechseln. Mittlerweile gibt es aber auch auf Kleidung spezialisierte Websites, regelrechte Online-Flohmärkte. Auf www.kleiderkreisel.de zum Beispiel, findet man eine große Online-Community von shoppingbegeisterten Mädchen, die allesamt ihre Fehlkäufe an den Mann, oder besser gesagt die Frau, bringen wollen. Natürlich durchforstet hier auch jeder gerne die Angebote anderer User nach neuen Schnäppchen... Und noch eine Methode klingt vielversprechend und taucht in Frauenzeitschriften mittlerweile immer häufiger auf:

Frei nach dem Motto „Swappen statt shoppen – Tauschen statt kaufen“ ist die Swap-Party („Tausch-Party“) eine super Möglichkeit, eigene „Schrankleichen“ loszuwerden und gleichzeitig vielleicht ein neues Lieblingsstück zu ergattern. Auch ich habe den Versuch gewagt.

Patricia schaut ein wenig neidisch auf das Kleid ihres Alter Egos. Montage: Tim Cordes

Um eine Swap-Party zu veranstalten, schnappt man sich möglichst um die zehn Freundinnen und jede bringt mindestens fünf Kleidungsstücke oder Accessoires mit. Alle Sachen müssen selbstverständlich frisch gewaschen und gut erhalten sein, also ohne Löcher oder ähnliches. Wichtig ist, dass man genug Platz hat, um alle Kleidungsstücke „auszustellen“, also am besten einen großen Tisch. Reihum wird dann gewürfelt, diejenige mit der höchsten Zahl beginnt und darf sich das erste Teil aussuchen. Wichtigste Regel der „Swap-Party“: Alle Kleidungsstücke müssen anprobiert werden.

Gefällt der Person das anprobierte Kleidungsstück, muss sie fragen, ob sich noch jemand dafür interessiert. Wenn nicht, darf sie es behalten, wenn doch, entscheidet das Los. Wahlweise kann auch die Gruppe entscheiden, wem es besser steht.

Im Uhrzeigersinn darf sich dann jede Teilnehmerin immer ein Kleidungsstück aussuchen. Jeder darf am Ende so viele Teile mit nach Hause nehmen, wie er auch selber mitgebracht hat.

Fazit: Meine Freundinnen und ich standen der Swap-Party anfangs skeptisch gegenüber. Wir dachten, was andere hässlich finden, findet doch sicher keine von uns schön. Auch über verschiedene Größen haben wir uns Gedanken gemacht. Wir wurden allerdings positiv überrascht: Wir hatten einen wirklich lustigen Abend und tatsächlich hat jede mehrere Sachen erstehen können. Schnell stand fest: Das war nicht unser letztes Treffen dieser Art.

Die Swap-Party ist also eine super Idee und eine wirklich praktische Methode für alle Shoppingbegeisterte, Fehlkäufe loszuwerden und den eigenen Schrank aufzupeppen, ohne ein Loch ins Portemonnaie zu reißen...

Veronika Strotmann

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