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Frauenfußball

Akzeptanz ist harte Arbeit

11.05.2011 | 17:22 Uhr
Akzeptanz ist harte Arbeit
Die Damenmannschaft der DJK Bösperde. WP-Foto: Florian Hückelheim

Bösperde. Die Frauenfußball-WM steht an. Dieses Jahr wollen die Bundestrainerin Silvia Neid und ihr Team mit den Männern gleichziehen und zum dritten Mal Weltmeister werden. Es spricht vieles dafür, dass es ihnen auch gelingt. Doch wie steht es um Frauenfußball in der Nachbarschaft. Junge-WP-Autorin Patricia Gabor spielt bei der DJK Bösperde. Ihre Streitschrift für mehr Toleranz.

Gerade nach dem WM-Jahr 2007, in dem die Damennationalmannschaft den Weltmeistertitel geholt hat, konnte man den Boom im Amateurfußball der Mädchen und Damen überall sehen. Die Mitgliederzahlen in den Vereinen stiegen an, es entstanden neue Mannschaften und vergrößerten die Ligen. Die jetzige WM könnte folglich nochmals einen solchen Aufschwung mit sich bringen. Wünschenswert wäre dahingehend auch ein weiterer Aufschwung an Akzeptanz für den Frauenfußball in der breiten Bevölkerung. Der Frauenfußball ist noch nicht so in der Gesellschaft angekommen, wie der Männerfußball und mit vielen Vorurteilen behaftet.

Für unsere Fotos haben die Fußballerinnen kräftig in die Koischeekiste gepackt: Hochhackig zum Elfmeter. WP-Foto: Florian Hückelheim

Eines dieser Vorurteile lautet zum Beispiel, dass wir Frauen viel weniger Körpereinsatz zeigen, weil wir entweder schwächer oder zu eitel sind. Erfahrungsgemäß stimmt es, dass wir uns gegenseitig weniger zu Fall bringen, als es bei den Männern üblich ist. Das hat allerdings auch einen vernünftigen Grund. Im Männerfußball werden Fouls als Teil der antrainierten Spielstrategie vollzogen. In unserer Strategie ist so etwas kaum vorhanden. Kommt es zu Körpereinsatz, ist es dann meistens ein Foul. So sind bei uns Fouls eher Zufallsprodukte. Das führt natürlicherweise zu weniger gelben und roten Karten. Das wiederum macht aus meiner Sicht unseren Fußball attraktiv, denn es kann ohne viele Unterbrechungen durchgespielt werden. Die Spielzüge und die fußballerische Dameneleganz kommen so viel besser zur Geltung.

Wenn es dann doch zum Eingreifen des Schiedsrichters kommt, wird die Entscheidung meistens akzeptiert und das Spiel geht weiter, während sich unser Trainer am Rand noch über die letzte Entscheidung aufregt. Überflüssige Diskussionen haben eher im Männerfußball ihren Platz.

Wie schon erwähnt, wir Fußballerinnen haben mit Vorurteilen zu kämpfen. Weibliche Eigenschaften werden sehr oft direkt auf unsere Spielweise übertragen, wie zum Beispiel unsere Eitelkeit. Im Alltag mag es vielleicht zutreffen, dass Frauen eitel sind. Im Fußball ist das jedoch etwas anders. Vor dem Training und den Spielen, interessiert es nicht, wie man aussieht. Friseurbesuche, Make-up etc.. sind daher vor dem Fußball ein No-Go. Unsere Frauen in der DFB-Elf gehen schließlich auch nicht als klassische Schönheiten auf den Platz. Um zu gewinnen, ist Schönheit nicht nötig.

Oder vielleicht doch? Wenn man sich im Gegenzug David Beckham, Christiano Ronaldo oder Nuri Sahin ansieht, könnte man meinen, dass perfektes Styling beim Fußball eine nicht unwichtige Rolle spielt. Man muss jedoch eingestehen, dass eine Fußballerin immerhin so eitel ist, dass sie wahrscheinlich nicht auf die Idee käme, sich eine Platzwunde über der Augenbraue tackern zu lassen, um direkt weiterzuspielen. Der Triumph der Kampfnarben im Gesicht ist dann doch den Männern vorbehalten.

Sich als Frau in der Fußballwelt der Männer Akzeptanz zu schaffen, ist harte Arbeit. Schon als kleines Mädchen muss man den Jungs beim Kicken auf der Straße erst einige Beweise liefern, um irgendwann mal nicht mehr als letzte in die Mannschaft gewählt zu werden.

Meiner zehnjährigen Fußballerfahrung nach ist Frauenfußball nicht schlechter als Männerfußball, nur eben anders.

Die Damenmannschaft der DJK Bösperde trainiert mittwochs von 18.30 bis 20 Uhr und freitags von 19 bis 20.30 Uhr. Mädchen ab 17 Jahren sind eingeladen mitzutrainieren.

Patricia Gabor

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Kommentare
12.05.2011
18:02
Akzeptanz ist harte Arbeit
von mitLINKSinsVERDERBEN | #1

Die harte Arbeit liegt sicherlich auch ander fehlenden Resonanz der Medien.
So ist es doch unbegreiflich, wieso kaum über den eigens für die WM 2011 komponierten WM-Song endlich ist es soweit von Sigrun W. Heuser berichtet wird. Der Song läuft in unseren Kabinen sowie in den Vereinen rauf und runter - doch statt dass über den Song oder gar über die Komponistin geschrieben wird, die den Frauenfußball und die Frauen in Deutschland aktiv fördert, über ihre Motive und Motivation zu diesem Song finden sich kaum Hintergrundberichte. Hier würde ich mir deutlich mehr Engagement der Waz wünschen!

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