Junge Persönlichkeiten gesucht

Im Idealfall herrscht bei der Ausbildungsplatzbörse auf der  Wilhelmshöhe immer volles Haus.
Im Idealfall herrscht bei der Ausbildungsplatzbörse auf der Wilhelmshöhe immer volles Haus.
Foto: WP

Menden..  Wer Schüler ist und einen Kalender hat, sollte sich den Donnerstag, 21. Mai, dick rot markieren: Das ist der Tag, an dem auf der Wilhelmshöhe die 5. Ausbildungsplatzbörse der Stadt Menden auf sie wartet. Rund 40 Unternehmen aus fast allen Branchen sind mit überwiegend jungen Leuten dabei, um 60 Ausbildungsberufe vorzustellen. Hinzu kommen zehn duale Studiengänge. 500 Schüler haben sich schon verbindlich angemeldet. Gymnasiasten bleibt die Teilnahme weiter freigestellt, doch nachdem sie zuletzt nur mäßiges Interesse zeigten, haben die Börsen-Macher reagiert: „Die BiTS Iserlohn und Fachhochschulen wollen erstmals ein Info-Modul ,Studiengänge’ anbieten“, erklärt Andrea Swoboda vom Rathaus-Team „Netzwerk Stadtmanagement“, in deren Händen die Messe seit dem ersten Tag liegt.

Auch Eltern willkommen

Stolz ist Swoboda auch darauf, dass erneut Unternehmen auf der Anbieterseite stehen, die bisher nicht dabei waren. So wird der Discounter Lidl als anerkannter und preisgekrönter Ausbilder den Einzelhandel vertreten, der Metallverarbeiter Klotz aus dem Gewerbegebiet Hämmer und weitere Betriebe sind erstmals mit von der Partie.

Auch mit Attraktionen wird nicht gespart: Empfangen werden die jungen Besucher vor dem Eingang unter anderem von einem Krutmann-Bagger, den die Schüler draußen ausprobieren können.

Bei den Anbietern der Ausbildungsstellen handelt es sich durchweg um renommierte und namhafte Unternehmen. „Wir wollen uns so breit wie möglich aufstellen und alle Berufe zeigen, die man in unserer Region ergreifen kann“, erklärt Jörg Schuhmacher, Teamleiter in der Arbeitsagentur. Und: Es sei endgültig klar, dass Schüler auf der Messe auch konkrete Bewerbungsschreiben abgeben können.

Kein Wunder also, dass sich auch Eltern für diesen Markt der Möglichkeiten interessieren, während der Filius noch mit dem Schulabschluss beschäftigt ist. „Es kommen mitunter auch nur die Eltern“, weiß Gudrun Jung-Malberger vom Berufsbildungszentrum (bbz) der Kreishandwerkerschaft.

Gerade ihre Klientel ist auf der Messe eher spärlich vertreten, was laut Jung-Malberger daran liegt, dass Handwerksbetrieben schlicht die Zeit für einen Messetag fehlt. „Aber wir vom bbz sind ja da.“

Rein rechnerisch gibt es 2015 ein Gleichgewicht zwischen Bewerbern und Angeboten, sagt Schuhmacher. Aber das funktioniere nur in der Mathematik: „Tatsächlich wird es wieder so sein, dass Schüler Ausbildungen ergreifen, die sie ursprünglich nicht anstrebten, und Firmen werden ihre Ansprüche an Bewerber zurückschrauben.“

Doch auch so könnten Traumberufe und Top-Mitarbeiter zusammenkommen, denn das Zeugnis sei nicht alles: „Unternehmen heute suchen Persönlichkeiten.“