Jagdvergnügen für wenig Geld

Menden..  Ob das Taschengeld mal wieder viel zu knapp bemessen ist, der Geburtstag des besten Freundes ansteht und die Suche nach einem ausgefallenen Geschenk schier ausweglos scheint oder sich einfach nur die Lust auf Neues meldet: Auf dem Trödelmarkt lassen sich außergewöhnliche Schätze aus zweiter Hand meist günstig erwerben. Zudem müssen Dinge, die man gebraucht kauft, nicht neu produziert werden. Das schont nicht nur den Geldbeutel, sondern auch die Umwelt.

Um auf dem Flohmarkt Schönes günstig zu bekommen, braucht es allerdings nicht nur ein wenig Glück, sondern auch Strategie. Doch mit den folgenden Tipps und Tricks seid ihr für die Schnäppchenjagd bestens gerüstet. Denn wirtschaftliche Grundregeln, die das Verhalten großer Unternehmen bestimmen, könnt auch ihr auf dem Flohmarkt zu eurem Vorteil nutzen.

Knappheit der Güter

Am wichtigsten ist das Gesetz über die Knappheit der Güter. Das bedeutet, dass von den interessanten Schnäppchen immer weniger da sind, als Menschen, die diese kaufen wollen. Im schlimmsten Fall führt das zu Prügeleien zwischen zwei potenziellen Käuferinnen, die zum selben Zeitpunkt eine alte Kuckucksuhr im Landhausstil gesehen haben. Es kann aber auch passieren, dass die beiden Ladys versuchen, sich gegenseitig zu überbieten. Erhöhte Nachfrage nach einem knappen Gut führt eben leider zu Preissteigerungen. Um derartigen Situationen vorzubeugen, sollte sich jeder Schnäppchenjäger vor dem Besuch seines Jagdgebietes im Klaren sein, was denn genau die Zielobjekte sind. Ist die gesuchte Trophäe nun ein neuer alter Bilderrahmen oder die Platte zur Vervollständigung der Hendrix-Sammlung?

Das Allokationsprinzip

Zusätzlich hilft es, sich zunächst einen Überblick zu verschaffen. Was nämlich beim ersten Streifzug dem Blick entgeht, kann beim zweiten oder dritten Durchgang nochmal entdeckt werden. Hier greift das so genannte Allokationsprinzip: Da die Sachen, die vorher nur in der Ecke lagen, auf dem Flohmarkt an andere Leute verkauft werden, die diese wirklich gebrauchen können, werden die Ressourcen ihrer sinnvollsten Verwendung zugeführt.

Die Preisverhandlungen

Hat der Jäger sein Zielobjekt erspäht, beginnen die Preisverhandlungen. Zwar will der Verkäufer sein altes Zeug loswerden und der Käufer eben jenes erwerben. Allerdings muss sich erst über die Höhe des Betrages geeinigt werden, bei dem die Dendemann-CD oder das Fahrrad-Schloss den Besitzer wechselt. Hierbei setzen Verkäufer oft einen höheren Preis an, als sie eigentlich erhalten wollen. Und Käufer setzen einen niedrigeren an, als sie bereit sind zu bezahlen. Das führt in der Regel dazu, dass sich die Erwartungen in der Mitte treffen. Wer aber freundlich und fair verhandelt, kann oft noch etwas für sich herausholen.

Die Uhrzeit

Nicht unerheblich ist auch die Uhrzeit. Kurz vor Schluss kann ein ambitionierter Trödler in der Regel die günstigsten Schnäppchen schießen. Da ist es ähnlich wie abends im Supermarkt. Niemand möchte seine Ware wieder mit nach Hause nehmen, daher gehen die Dinge wenige Minuten, bevor die Halle schließt, zu Schleuderpreisen über die Klapptische. Nun können die erbeuteten Trophäen ihrem neuen Zweck zugeführt werden. Oder sie stehen wieder im Keller, bis zum nächsten Trödelmarkt.