Irgendwann ist eigener Karfreitag

Kreuztracht. Es ist schon sehr befremdlich, wie viele Menschen diesen hohen Feiertag herabwürdigen. Wir hatten früher, als ich noch jung war, auch evangelische Nachbarjungs unter uns. Aber ich kann mich nicht daran erinnern, dass aus deren Familie jemals solche Äußerungen gekommen wären.


Dieser Feiertag fordert uns dazu auf, auch mal über das eigene Leben und Sterben nachzudenken. Und zwar in Ruhe und nicht mit lauter Musik. Aber einige Menschen wollen das offenbar gar nicht. Scheinbar meinen sie, man lebt ewig. Aber man muss nur mal die Zeitung aufschlagen. Es ist erschreckend, wie jung manche Menschen noch sind, wenn sie sterben.


Irgendwann haben wir alle unseren ganz persönlichen Karfreitag. Und ich möchte wetten, dass es niemand gut finden würde, wenn vor seinem Sterbezimmer zu lauter Musik getanzt würde. Ihr kennt nicht den Tag, noch die Stunde, wenn der Herr kommt, so steht es geschrieben.


Und so sollten wir unsere Chance nutzen nachzudenken. Nächstes Jahr ist wieder Karfreitag. Und irgendwann auch unser eigener. Ganz sicher!
Raimund Weßel, Menden

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