In Schutzkleidung durch die Ställe der Legehennen

Fröndenberg..  Ein ganzes Stück größer als erwartet war der Andrang am Sonntag in Stentrop, wo der Geflügelhof Ostermann seine Stalltüren für interessierte und durchaus kritische Besucher öffnete.

Fragebögen

200 bis 250 Besucher hatten die Verantwortlichen, ausgehend von Veranstaltungen ähnlicher Art, für die Veranstaltung ungefähr erwartet. Diese Zahl dürfte locker übertroffen worden sein. Dr. Aline Veauthier von der Hochschule Vechta, die den ganzen Tag über Vorher- und Nachher-Befragungen über Erwartungen und Eindrücke vom Besuch im Legehennenstall durchführte (wir berichteten) zählte schon weit vor Ende 200 ausgegebene Fragebögen. „Und dann müssen wir bedenken, dass manches Paar den Bogen gemeinsam ausfüllen möchte und uns mancher Besucher aufgrund des Anstroms einfach durch die Lappen geht.“

Nach Ausfüllen des ersten Bogens und Überstreifen der Schutzkleidung ging es unter Führung der Mitarbeiter des Geflügelhofs in Gruppen von ungefähr einem Dutzend Teilnehmer in die Legehennenställe. Vielfach war ein großes Interesse an den Lebensverhältnissen der insgesamt 60 000 Tiere festzustellen, ausgedrückt in zahlreichen kritisch-interessierten Nachfragen: „Was passiert mit kranken Tieren? Welche Medikamente werden eingesetzt und woher stammt das Futter? Was passiert mit ihnen, wenn das Arbeitsleben als Legehenne zu Ende geht? Wer sind die Abnehmer und wie viele Eier werden insgesamt auf der Anlage pro Tag gelegt?“ Auf die letztgenannte Frage gab Doris Ostermann die Antwort: die so genannte Legequote aller Ställe beträgt 80 bis 85 Prozent. Oder auf ein einzelnes Tier umgelegt: „Wenn es von sieben Wochentagen an sechs ein Ei legt sind wir sehr zufrieden.“

Höheres Krankheitsrisiko

Besonders aufmerksam verfolgt wurde die Antwort auf die Frage nach einer möglichen Freilandhaltung gegenüber der hier praktizierten Bodenhaltung. Doris Ostermann dazu: „Man kann hier verschiedener Ansicht sein und unterschiedliche Argumente vorbringen. Ich gebe offen zu, dass mein Mann und ich uns schon bewusst dagegen entschieden haben, weil bei der Freilandhaltung das Krankheitsrisiko wesentlich höher ist. Für schwarz-weiß-Ansichten ist die Frage zu komplex.“

Neben den Ställen zeigte man auf dem Hof auch den Einsatz der großen Sortiermaschine für die Eier. „Den Gestank im Hühnerstall muss ich mir aber nicht antun“, erzählt eine ältere Besucherin, die hier Aufteilung in die verschiedenen Größen und das Bedrucken mit dem Ei-Code verfolgte. Diese Angst hätte ihr aber genommen werden können, denn von einem üblen Gestank konnten die mehr als 300 Besucher in den Ställen nichts berichten und vermerkten in diesem Punkt überwiegend positive Bewertungen in dem Fragebogen nach dem Rundgang.

Konkrete Auswertungen wird Dr. Veauthier in den nächsten Tagen vornehmen, legte sich aber schon mal auf eine grobe Richtung fest: „Die Rückmeldungen werden wohl überwiegend positiv sein.“