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Gefahren im Netz

Immer mehr junge Leute

29.01.2012 | 18:10 Uhr
Immer mehr junge Leute
Das Spotlight-Theater gegen Mobbing der HS Bösperde: Vielfältige Gefahren lauern.

Menden.Es kann jeden jederzeit treffen. Junge oder Mädchen, quer durch alle gesellschaftlichen Schichten. Immer mehr Kinder und Jugendliche werden Opfer von Cybermobbing, werden also mit Hilfe elektronischer Kommunikationsmittel wie Internet oder Handy zu Opfern gemacht.

Manchmal fängt es schon in der Grundschule an, häufiger aber auf der weiterführenden Schule. Ein Schüler wird zum Beispiel in einer für ihn unangenehmen Situation gefilmt oder fotografiert – etwa in der Umkleidekabine oder auf der Toilette –, und das Foto oder Video wird ins Internet gestellt oder an andere Schüler verschickt. Der Spießrutenlauf beginnt.

Der Cybermobbing-Bereich ist groß. Dazu gehört beispielsweise auch das Belästigen durch Anrufe oder das permanente Schicken von Handynachrichten. Oder das Verfälschen von Fotos, die dann veröffentlicht werden.

Schauplatz ist häufig das Internet. So gibt es Fälle, in denen Täter im sozialen Netzwerk Facebook ein Profil unter dem Namen eines anderen Mitschülers anlegen. Der Schüler selbst, unter dessen Namen alle dann folgenden Veröffentlichungen zu lesen sind, kann die Einträge nicht steuern. „Facebook fragt nicht nach der tatsächlichen Identität“, erklärt Uschi Rosenthal, die sich bei der Stadtverwaltung um das Thema Jugendschutz kümmert.

Das soziale Netzwerk spiele eine immer größere Rolle im Leben der Heranwachsenden: „Das Leben gerade vieler Mädchen spielt sich in Facebook ab“, weiß Uschi Rosenthal. „Da ist die Gefahr, zum Opfer zu werden, noch größer.“

In der virtuellen Welt sieht der Täter das Leid des Opfers nicht unmittelbar. Bei einer Beleidigung in der Klasse wird er mit den Tränen, der Wut oder der Hilflosigkeit seines Opfers konfrontiert. Im Web 2.0 ist das Opfer nicht präsent, die Hemmschwelle sinkt infolgedessen. „Cybermobbing nimmt zu, weil die Anonymität die Täter schützt“, bilanziert Uschi Rosenthal.

Die jugendlichen Opfer schweigen oftmals. Entweder weil sie sich nicht trauen, das, was ihnen widerfährt, einem Erwachsenen zu erzählen. Oder schlichtweg aus Scham. Manche berichten bei Jugendschutzangeboten von ihren Erfahrungen als Mobbingopfer, erläutert Uschi Rosenthal.

Was können Eltern tun, deren Kind Opfer von Cybermobbing ist? „Auf alle Fälle den Lehrer ansprechen“, erklärt Uschi Rosenthal. „Denn oft stammt der Täter entweder aus dem Klassenverband oder aus einer Nachbarklasse.“ Wichtig dabei sei, das Opfer nicht vor der Klasse bloßzustellen. Für Klassen, in denen es zu Mobbing-Fällen gekommen ist, gibt es in Menden beispielsweise auf der Kluse Veranstaltungen wie ein Anti-Mobbing-Training, bei dem Täter sich in Rollenspielen mal in die Opferrolle versetzen lassen können.

In jedem Fall sollten Opfer Beweise sichern, zum Beispiel Screenshots vom Computer-Bildschirm machen oder Fotos speichern, rät Uschi Rosenthal. Und je nach Mobbing-Fall sollte die Polizei eingeschaltet werden.

Uschi Rosenthal betont, dass es überaus wichtig ist, dass Eltern sich mit den Medien, die von ihren Kindern bevorzugt genutzt werden, auch auskennen: „Viele Jugendliche sagen, meine Eltern wissen doch gar nicht, was ich im Internet mache“, erläutert Uschi Rosenthal. „Medienkompetenz ist hier das Zauberwort.“

Kontakt: Uschi Rosenthal, Telefon 903-497, Mail: jugendschutz@menden.de.

Corinna Schutzeichel

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Kommentare
30.01.2012
13:52
So ein
von freier_buerger | #1

Mobber geht auch freiwillig zu so einem Rollenspiel-Seminar, klar.
Daa helfen nur rigoroses Handeln mit (Jugend)knast, damit die Blagen sehen dass das kein Spass ist.

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