Im Stellwerk: Zugverkehr wird per Knopfdruck gesteuert

Fahrdienstleiterin Lucia Wicht, Wolf-Peter Rosenthal (Mitte) DB Netz Hagen, betriebliche Planung, Fahrdienstleiter Harald Bruß.
Fahrdienstleiterin Lucia Wicht, Wolf-Peter Rosenthal (Mitte) DB Netz Hagen, betriebliche Planung, Fahrdienstleiter Harald Bruß.
Foto: WP

Menden..  Ohne sie würde kein Zug in den Mendener Bahnhof einfahren, kein Signal auf Grün springen, keine Weiche gestellt werden. Acht Fahrdienstleiter arbeiten in Menden im Schichtdienst. Ihre Arbeit ist vergleichbar mit der eines Fluglotsen. Ihr Arbeitsplatz sind die beiden Stellwerke – das kleinere, in der Horlecke, das andere in Sichtweite des Mendener Bahnhofs.

Das Mendener Stellwerk erinnert äußerlich tatsächlich ein wenig an einen Flughafentower. Fahrdienstleiter müssen den Überblick behalten. Von ihrem Arbeitsplatz aus in der Kanzel des Gebäudes haben sie die Gleise bestens im Blick. Fahrdienstleiter disponieren den Verkehr auf der Schiene.

Funkverbindung zum Zugführer

Das Stellwerk ist sozusagen die Schaltzentrale. Von dort aus werden die Strecken geprüft und die Fahrwege eingestellt. Per Funk besteht Verbindung zu jedem Zugführer. Bei einem Stromausfall springt im Keller des Stellwerks ein Dieselaggregat an, das die Anlage acht bis zehn Stunden lang mit Strom versorgen kann.

Herzstück des Stellwerks ist der so genannte Stelltisch. Er zeigt die Gleisanlagen, Weichen und Signale. Rot leuchtende Meldelampen signalisieren, wenn in einem Gleisabschnitt ein Zug unterwegs ist. Lucia Wicht arbeitet seit 1971 bei der Bahn, „und ich bin immer noch gerne dabei“. Seit zehn Jahren ist sie in Menden Fahrdienstleiterin. „Einstellen, prüfen, sichern, das ist das Alphabet des Fahrdienstleiters“, erzählt sie, während sie Drucktasten auf dem Stelltisch bedient. Die Hönnetalbahn hat in Lendringsen den Anrückmelder automatisch ausgelöst. Auf dem Stelltisch ist das an einem Lichtsignal erkennbar.

50 Züge täglich

Der Fahrdienstleiter muss jetzt prüfen, ob die Strecke für den Zug frei ist. Lucia Wicht wirft einen Blick auf den Monitor an der Wand oberhalb des Schreibtisches. Er zeigt das Geschehen am Bahnübergang an der B7. Dort senken sich gerade langsam die Schranken. „Per Monitor kann ich prüfen, ob der Bahnübergang frei und die Vollschranken geschlossen sind“, erklärt sie. Erst wenn sie sicher ist, dass alles in Ordnung ist, bekommt der Lokführer grünes Licht.

Das neue Stellwerk löste in den 1960er Jahren das alte Stellwerk ab. „Früher war Menden ein verhältnismäßig großer Rangierbahnhof“, erinnert sich Fahrdienstleiter Harald Bruß. Damals hing noch die Strecke Hemer-Iserlohn mit am Schienennetz. Heute sind auf der Strecke werktäglich knapp 50 Personen- und zehn Güterzüge unterwegs.