Illegal? Streit um Freilichtbühne

Fröndenberg..  Der Bausenhagener Walter Dertmann kämpft um eine Freilichtbühne auf dem Ruhrlandhof. Der Hofbesitzer wirbt damit, die erste Freilichtbühne im Kreis Unna gebaut zu haben. Aus Sicht der Verwaltung des Kreises Unna ist das Bauwerk allerdings illegal. Der Eigentümer bleibt dabei: Er lädt für Sonntag, 31. Mai, zu einer Aufführung der Mörderischen Sauerländer ein.

Das umstrittene Bauwerk befindet sich am Rand eines alten Steinbruchs auf dem Hof-Gelände. „Hier wird seit 50 Jahren immer wieder mal gefeiert“, sagt Dertmann. Er will nicht verstehen, warum das Vorhaben jetzt illegal sein sollte. Er hatte die Bühne ausgebaut und Überdachungen zusammengezimmert. Die Fläche sei nicht einmal 30 Quadratmeter groß und genehmigungsfrei.

Das sieht die Kreis-Verwaltung absolut anders. Gegen Dertmann wurde ein Verfahren eingeleitet. „Wir haben aufgezeigt, wie die Sachlage ist“, sagt Kreis-Sprecherin Birgit Kalle. Formal handelt es sich um ein illegales Bauwerk im Landschaftsschutzgebiet, das auch gar nicht genehmigungsfähig wäre. Dertmann hatte ohnehin keine Genehmigung beantragt. „Eine nachträgliche Genehmigung ist nicht möglich“, sagt Kalle. Dertmann soll die Bühne abreißen.

Für dieses Vorgehen hat Dertmann, der auf seinem Hof nach eigenen Angaben jährlich bis zu 1000 Gäste begrüßt, überhaupt kein Verständnis. Seine Bühne sei doch eine Bereicherung. Er unterstellt der Stadtverwaltung, privat organisierte Kulturveranstaltungen zerstören zu wollen. „Ich will die Zusammenarbeit mit dieser Stadt beenden. Das Tischtuch ist endgültig zerschnitten.“ Dertmann kündigt an, sich aus Veranstaltungsreihen wie „Offene Gärten“ zurückzuziehen.

Auch bei der Stadtverwaltung hält man die Bühne für illegal. Bürgermeister Friedrich-Wilhelm Rebbe sah sich jetzt sogar in der Sitzung des Stadtrates zu einer persönlichen Stellungnahme genötigt. Es werde damit geworben, dass der Bürgermeister die Veranstaltung eröffne. „Ich möchte feststellen, dass das dieser Bürgermeister nicht ist“, sagte Rebbe und wies nochmals darauf hin, dass die Veranstaltung bereits untersagt sei.

Eine letzte „Überlebenschance“ für die Bühne könnte es dann noch noch geben. Dertmann hätte die Möglichkeit, eine Änderung des Flächennutzungsplans zu beantragen. Das funktioniert aber nur gemeinsam mit der Stadtverwaltung.