Hönne-Pegel wieder in Trümmern

Menden..  „Was soll das? Hier kann man nicht mal was klauen, nur kaputtmachen!“ Stinksauer ist Jens Keineke auf die unbekannten Vandalen, die den Hönne-Pegel in der Molle offenbar am Montag zum zweiten Mal binnen weniger Wochen komplett zerstört haben. Keineke arbeitet im Bereich „Hydrologie und Messnetzzentrale“ des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (Lanuv). Dort ahnt man nichts Gutes, als die fortlaufende Übertragung der Mess-Ergebnisse des Pegels um 16.15 Uhr unvermittelt abbricht: Genau so war es schon am 21. April, als die Lanuv-Techniker ihr kleines Messgebäude nach dem Abebben des Datenflusses aufsuchten – und völlig zerlegt vorfanden.

Die Befürchtung bestätigt sich: Mit einer Axt wurde diesmal die Eingangstür bearbeitet. Die hielt stand, muss aber ausgetauscht werden. Ins Häuschen drangen die Täter durch eine schmale Flügeltür ein. Drinnen zerschlugen sie alles, was zu zerschlagen war: Fensterscheiben, Tischplatten, Geräte. Und was ihrer Zerstörungswut widerstand, landete in der Hönne: Aus dem Flüsschen keschert Jens Keineke alle möglichen Gegenstände, sogar den Akku für die Messgeräte. Auf 5000 Euro schätzt er allein den Totalschaden des Prozessors für den Datentransfer.

Weil die Lanuv-Experten fix sind, ist die Datenleitung des Tröpfchenzählers Mittwochmittag provisorisch wieder hergestellt. Trotzdem steht Keineke mit Mendener Ordnungsamts-Vertretern, Polizisten und Rainer Lückermann von der Umwelt- und Bauverwaltung der Stadt vor einem Trümmerhaufen.

Vor dem Doppel-Anschlag auf das Pegelhäuschen sei hier 25 Jahre lang Ruhe gewesen, berichtet Keineke, der weitere Attacken auf den Pegel befürchtet. „Spätestens seit den Hochwassern der letzten Jahre ist der Pegel für die Stadt wichtig“, ergänzt Lückermann. So bekämen er und seine Kollegen Alarmmeldungen aufs Bereitschaftshandy, sobald der Pegel eine kritische Marke erreicht: „Dann regeln wir das Wehr am Battenfeld ab.“

Die Polizei bittet mögliche Zeugen um Hinweise unter der Mendener Rufnummer 90 99 0.