Hönne-Erweiterung in Menden soll jetzt im Herbst beginnen

Die Brachfläche hinter der Balver Straße wuchert zu.
Die Brachfläche hinter der Balver Straße wuchert zu.
Foto: WP

Menden..  Von den Kleingärtnern ist nicht mehr viel zu sehen. Auf dem Gelände an der Hönne wuchert das Unkraut mannshoch. Eigentlich sollte gegenüber der Heilig-Kreuz-Kirche schon längst zusätzlicher Platz für die Hönne sein. Neuer Termin für den Baustart der Hönne-Erweiterung ist jetzt im Herbst.

„Wir haben jetzt den Zuwendungsbescheid von der Bezirksregierung bekommen“, sagt Stefan Schulte, der als Verbandstechniker die Arbeiten betreut. Die Haushaltssperre der Landesregierung hatte im vergangenen Jahr die Genehmigung der Arbeiten verzögert. Der damals zuständige Hönneverband II wollte die Maßnahme aber ohne die feste Zusage der Kostenübernahme nicht ausschreiben.

Baubeginn im Oktober

Genau diese Ausschreibung läuft jetzt. Stefan Schulte rechnet damit, dass Mitte September die ersten vorbereitenden Arbeiten beginnen können. Offizieller Baustart werde aber voraussichtlich erst im Oktober sein. „Wir müssen erst die Vegetationsphase abwarten.“ Aus Umweltschutzgründen dürfen in der Sommerzeit keine Bäume und Sträucher gerodet werden. In dem Grün könnten sich unter anderem brütende Vögel aufhalten. Stefan Schulte spricht von dem jetzt frühestmöglichen Termin für den Baustart. Der Naturschutz sei sehr wichtig: „Die Maßnahme erfordert einige Rodungsarbeiten.“

Hönne wächst auf doppelte Breite

Ziel der Großbaustelle soll ein verbesserter Hochwasserschutz sein. Der Verband und die Untere Wasserbehörde hatten errechnet, dass alleine die Hönne-Erweiterung in diesem Bereich das Jahrhunderthochwasser von 2007 weit eingedämmt hätte. Geplant ist, dass die Hönne in dem Bereich auf mehr als das doppelte Maß verbreitert wird. Auf der Seite der Heilig-Kreuz-Kirche soll das Ufer eine Abstufung erhalten. Die Verantwortlichen wollen die Flächen auch öffentlich zugänglich machen.

Bagger werden in der Bauphase große Erdmassen hin und her bewegen. Es wird aber wohl kaum Lkw-Verkehr geben. Alles, was abgetragen wird, soll auch im Hinterland wieder aufgeschüttet werden. Lediglich Grünschnitt und Müll müssen abtransportiert werden.

400 000 Euro Kosten für Umbau

Der Umbau der plätschernden Lebensader soll erwas 400 000 Euro kosten. 80 Prozent der Summe übernimmt das Land. Nordrhein-Westfalen zapft seinerseits Mittel der Europäischen Union an. Die restlichen 20 Prozent stemmt der Hönneverband aus den Beiträgen seiner Mitglieder.

Während sich viele Mendener über den Stillstand auf dem Gelände wunderten, haben sich auch die Strukturen des Verbandes geändert. Aus den Wasserverbänden Hönne II und Oese wurde zum 1. Januar 2015 der gemeinsame Wasserverband Hönne-Oese. Der fusionierte Verband organisiert jetzt unter einem Dach unter anderem den Hochwasserschutz in seinem Einflussbereich. Er treibt auch Beiträge von Anliegern an. So sind zum Beispiel das Land und die Stadt automatisch Mitglieder.

Leser hatten sich bereits in der Redaktion darüber beschwert, dass die Fläche zunehmend zum Schandfleck werde, weil Unkraut wuchert.

Ärgerlich ist die Verzögerung vor allem für die Kleingärtner, die schon im Sommer 2014 das Gelände verlassen mussten. Absehbar sei die Verzögerung so nicht gewesen, sagt Schulte, der selbst erst seit Anfang Januar mit in der Verantwortung steht: „Im Nachhinein ist man immer schlauer.“