Hochwasser schafft Hochgefühl

Menden/Balve..  Da parkt man auf Battenfelds Wiese, und plötzlich entsteigen da drei neopren-geschützte Kanuten dem Wasser: So geschehen am Donnerstagmittag. Die drei Wildwasserfahrer entpuppen sich auf Nachfrage als echte Könner: Thomas „Waffel“ Wawrzinek, Christian Eckey und Stefan „Duwe“ Duwentäster sind erfahrene Kanuten, die sich für diesen Tag die Hönnetour von der Balver Höhle bis zum Battenfeld ausgesucht haben. Alle drei sind Fahrtenleiter des Deutschen Kanuverbandes – und warnen blutige Laien ausdrücklich davor, es ihnen nachzutun: „Das ist kein Wasser für Schlauchboot und Bierkiste.“

Tatsächlich steht der Hönnepegel gerade mit knapp 1,40 Meter nach dem Regen der letzten Tage so hoch wie seit mindestens einem jahr nicht mehr, Mendens Flüsschen rauscht mit Karacho an uns vorbei. Gerade solche Verhältnisse reizen die drei Bootsmänner: 15 Kilometer Hönne haben sie in knapp eineinhalb Stunden in ihren bunten Kajaks absolviert. Ihnen geht’s um Sport, nicht ums gemütliche Dahinpaddeln.

Battenfelds Wiese beliebter Ausstieg

„Gerade die Hönne kann man gar nicht immer fahren, weil man bei Niedrigwasser sonst die Vegetation zerstört“, sagt Waffel, der aus Lippetal-Herzfeld stammt. Duwe ist Wickeder, beruflich aber in Rietberg bei Gütersloh unterwegs. Er pflügte schon durch Wildwasser in aller Welt: im Sambesi, im Iran oder Costa Rica. „Das Boot geht dann als Sportgepäck mit in den Flieger.“

Battenfelds Wiese sei für Kanuten jeder Sorte ein beliebter Ausstieg, sagt Waffel, während er sein klatschnasses Gummizeug in dem Kombi verstaut, den sie vor ihrer Wildwassertour hier geparkt haben. „Kanusport ist Motorsport“, grinst Eckey. Denn flussaufwärts wieder zurückzupaddeln, so sportlich will es dann doch keiner haben. Also geht es im Auto wieder zum Ausgangspunkt.

Am Karfreitag war die Hönnepegel auf einen Meter abgesunken. Für dieses Trio schon wieder zu wenig Hochwasser fürs Hochgefühl.