Hier rechnet sich Menden groß
29.12.2011 | 19:41 Uhr 2011-12-29T19:41:00+0100
Menden.Nach solch einem Jahr mit Sparpaket, Altem Rathausplatz, Bahnhof und noch so vielem mehr hat das Ganze eine gewisse Zwangsläufigkeit: 2011 schreit nach einem satirischen Rückblick. Den startet morgen Abend die Katastrophen Kultur im Scaramouche mit „Menden 11“. Die WP war bei der heißen Probenphase dabei.
Soviel sei hier schon verraten: Am Ende wird es überraschend, fast schon sentimental und auch hoffnungsvoll für Menden. „Was wir machen, ist immer auch eine Liebeserklärung an die Stadt“, sagt Bodo Schulte von der Katastrophen Kultur. „Wir haben eine Vision für die Zukunft.“
Aber keine Angst: Zuvor geht es richtig zur Sache. Bissig, polemisch und auch wirklich witzig wird in 15 Stücken auf der Bühne und in Einspielfilmen das Mendener Jahr 2011 satirisch auseinandergenommen. Es hätte aber auch für die doppelte und dreifache Zahl von Stücken gereicht. „Themen gab es in Hülle und Fülle“, sagt Stefan Neuhaus, der durch seine berufliche Tätigkeit in der Dortmunder Politik schon von dort keine Langeweile gewohnt ist. „Wir haben sie gar nicht alle unterbringen können.“
Im Gegensatz zum Kult-Stück „Menden darf nicht enden“ vor einigen Jahren hat die Katastrophen-Kultur diesmal auf einen relativ kurzen Probenvorlauf gesetzt. Und auch die Autoren haben bis zur letzten Minute gefeilt. Hintergrund. „Wir wollten tatsächlich das gesamte Jahr 2011 abbilden und auch noch auf die neusten Entwicklungen reagieren“, so Janine Bauer.
Sie ist die bisweilen durchaus gestrenge Regisseurin in dem 25-köpfgen Team. Und bei den Proben herrscht denn auch – ganz entgegen der Erwartung an eine „Katastrophen Kultur“ – kein Chaos. Von Janine Bauer gibt es klare Ansagen, das Team arbeitet sehr professionell, die Szenen stehen drei Tage vor der Premiere schon erstaunlich gut. Und die Akteure beherrschen das eigentlich schlichte, aber doch in seinen Details geniale Bühnenbild von „Cheftechniker“ Wolfgang Pflüger.
Was wird es denn nun inhaltlich geben? Zuviel sollte hier nicht preisgegeben werden. Dass aber das große Mendener Sparpaket, der Bevölkerungsrückgang, die Rivalität mit Hemer (hier muss sich Menden groß rechnen), der Alte Rathausplatz, aber auch die Dinge wie die letztlich gescheiterte Hähnchenmastanlage in Bösperde eine Rolle spielen, liegt geradezu auf der Hand. Mit großer Liebe zu Mendener Details werden sie beackert.
Und dann wird Bürgermeister Volker Fleige – einst selbst ein Katastrophen-Kultur'ler – ordentlich sein Fett wegbekommen. Bodo Schulte: „Wenn Volker Fleige sich das anschaut, muss er humorvoll und kritikfähig sein.“ Um dann augenzwinkernd anzufügen: „Na ja, Humor hat er ja. Das andere... .“
Mag sich der Bürgermeister trösten, dass er in diesem Fall einmal mit der WESTFALENPOST in einem Boot sitzt. Selbstverständlich wird auch sie ordentlich und gleich mehrfach durch den Kakao gezogen....
Die Premiere am Silvestertag ist ausverkauft. Rest-Karten für die Januar-Veranstaltungen gibt es noch im Vorverkauf.
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