Herrengut kostet auch ohne Museum viel Geld

Blick in das sanierungsbedürftige Gut Rödinghausen. Die Instandsetzung wird Millionen Euro kosten.
Blick in das sanierungsbedürftige Gut Rödinghausen. Die Instandsetzung wird Millionen Euro kosten.
Foto: WP

Menden..  2,7 Millionen Euro für den Aufbau eines Industriemuseums auf Gut Rödinghausen, pro Jahr 152 000 Euro Betriebskosten – das klingt auf den ersten Blick nach einer gewaltigen Belastung für die Stadt. Auf Nachfrage der WP erklärt Kämmerer Uwe Siemonsmeier, wie sich diese Kosten auf den Haushalt auswirken würden.

Sanierung des Herrengutes

Städtischer Anteil im Falle einer Museumsnutzung: 1,6 Millionen Euro, bei anderweitiger Nutzung ohne öffentliche Förderung 2 Millionen Euro. An diesen Kosten kommt die Stadt nicht vorbei, sie muss unabhängig von der Art der späteren Nutzung sanieren. Diese Kosten trägt der Immobilienservice Menden (ISM). Dazu nimmt er einen Kredit auf. Refinanzierung der Summe über die Miete, die die Stadt dem ISM für die Nutzung des Herrengutes zahlt. Der ISM schreibt die Summe über 80 Jahre ab – gemäß der Restlaufzeit des Erbpachtvertrages der Stadt mit der Familie Dücker-Plettenberg. Die Miete bezahlt die Stadt über den Posten Museum/Kultur.

Innenausbau

Städtischer Anteil: 1,1 Millionen Euro. Diese Kosten fallen an, wenn der Rat die Einrichtung des Museums endgültig beschließt. Bislang gibt es nur einen Absichtsbeschluss mit finanziellem Vorbehalt. Den Innenausbau zahlt der ISM, Refinanzierung über die Miete wie oben. Sollte der Rat eine anderweitige Nutzung beschließen, fallen dafür ebenfalls spezielle Kosten an, „die aufgrund der energetischen Situation des Hauses tendenziell höher lägen als bei einer Museumsnutzung“, sagt Siemonsmeier. Die Möblierung des Museums wird aus dem städtischen Haushalt für das Museum bestritten.

Betrieb des Museums

Netto 152 000 Euro pro Jahr. Diese Kosten bestreitet die Stadt über die laufenden Kosten des Bereichs Museum/Kultur. Grundsätzlich nimmt die Stadt kurzfristige Kassenkredite auf, wenn sie für die laufenden Kosten zu wenig Geld flüssig hat. Falls das Industriemuseum nicht kommt, stünden die 152 000 Euro für andere Projekte der Stadt zur Verfügung – oder zur Tilgung von Altschulden.

In der mittelfristigen Finanzplanung geht Kämmerer Uwe Siemonsmeier ab 2016 von einem Haushaltsüberschuss aus. Menden erhält zu diesem Zeitpunkt zwar noch Landesgelder aus dem Topf für den kommunalen Stärkungspakt. Dieser Zuschuss – zurzeit über 3 Millionen Euro pro Jahr – sinkt aber von 2016 bis 2021 auf Null.