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Stadtwerke-Streit

Heidenbluth: "Sündenbock-Diskussion nur Ablenkungsmanöver"

19.02.2010 | 23:35 Uhr
Heidenbluth: "Sündenbock-Diskussion nur Ablenkungsmanöver"

Menden. Er steht im Zentrum der Kritik von Iserlohner Seite, doch jetzt schießt Stadtwerke-Chef Helmut Heidenbluth zurück. Die „Sündenbock-Diskussion” sei ein Ablenkungsmanöver : „Es gibt den begründeten Verdacht, dass im Vertrieb der Energie AG Millionenverluste durch Iserlohn eingefahren wurde."

stadtwerke menden - geschäftsführer helmut heidenbluth foto michael koch

Die Wirtschaftswelt ist eigentlich eine kühle Sphäre. Umso verwunderlicher, wie emotional aufgeladen alle Seiten nun sind. Der monatelange Stadtwerke-Streit mit persönlichen Vorwürfen hat tiefe Wunden hinterlassen, selbst bei Profis in Wirtschaft und Politik.

Kritiker in Rage

In dieser Atmosphäre sprechen einige Menden-Kritiker — namentlich wollen sie nicht genannt werden — voller Rage von einem „Kleinkrieg”, den Heidenbluth von Anfang an angezettelt habe. Der Stadtwerke-Chef habe — da er anerkanntermaßen ein Experte in der Energiewirtschaft sei — wider besseren Wissens die Kooperation verhindert.

Provozierendes Verhalten

Die Mendener Stadtwerke hätten sich in Formalismus-Debatten verzettelt, ohne dass man überhaupt zur inhaltlichen Debatte gekommen sei. Heidenbluth selbst habe die Kosten des Beratungsunternehmens Pricewaterhouse Coopers (PWC) durch immer neue Anfragen und Prüfaufträge in die Höhe getrieben und durch provozierendes Verhalten das Klima vergiftet.

Der so Gescholtene versucht äußerlich gelassen zu wirken. Doch auch in ihm brodelt es sichtlich. Und nicht nur in ihm, sondern auch im Prokuristen Franz-Josef Gurris und der stellvertretenden kaufmännischen Leiterin Rajé Lamine, die nächstes Jahr Gurris' Nachfolgerin werden soll.

Trio vor der Presse

Rraje Lamine, die stellvertretende kaufmännische Leiterin.

Das Trio trat dannam Freitag auch gemeinsam vor die Presse. „Nicht, weil ich mich nicht allein traue”, so Heidenbluth. „Aber die beiden waren in allen wichtigen Gesprächen dabei.” In einer dreieinhalbseitigen Presseerklärung — hier nachzulesen im Wortlaut — kontert er Vorwürfe und listet die aus seiner Sicht wahren Gründe für den Abbruch der Gespräche durch Iserlohn auf.

Wie eine „Stalinorgel”

Er verwahrte sich am Freitag strikt gegen den Vorwurf, er habe Interna an die Öffentlichkeit gebracht: „Unglaublich, aber wahr: Dr. Sven Otto von PWC hat mir vorgeworfen, ich hätte die Presse wie eine 'Stalinorgel' bedient.” Auch den Vorwurf, dass er generell gegen Kooperationen sei, will er nicht auf sich sitzen lassen, das zeigten schon die vielen Kooperationen, die die Stadtwerke längst betrieben.

"Maulkorb gehört nicht zur Unternehmenskultur"

Dass die Geschäftsführung keine Überzeugungsarbeit bei den Mitarbeitern geleistet habe, sei „haltlos”. Die Mitarbeiter hätten hinter der Kooperation gestanden, bis sie erkannt hätten, „dass die Mendener Rolle nicht akzeptiert wurde und so hat sich die Einstellung komplett ins Gegenteil verkehrt.” Dass die Belegschaft dies auch öffentlich gemacht habe, findet der Geschäftsführer nicht kritikwürdig: „Ein Maulkorb gehört nicht zu unserer Unternehmenskultur.”

"Lächerlich"

Der Vorwurf, die Geschäftsführung habe durch Klärungs - und Diskussionsbedarf immer neue Hürden aufgebaut, bezeichnet Heidenbluth als „lächerlich”. Menden habe natürlich mehr Fragen gehabt: „Iserlohn als Auftrageber konnte die Dinge ja bereits vorher mit PWC abstimmen.” Menden allerdings seien die Vorlagen erst kurz vor Sitzungen gegeben worden. „Und dann hieß es: 'Friss oder stirb'”, pflichtet Prokurist Gurris bei, der wie Heidenbluth auch die zuletzt von PWC präsentierten Unterlagen „als eher dürftig und kaum aussagkräftig” bezeichnet.

Dass die von Mendener Seite gestellten Fragen jetzt der Grund für die Kostenexplosion bei den Beratungskosten sein sollten, weist Heidenbluth weit von sich: „Ich hätte erwartet, dass die Berater solche Fragen beantworten können, ohne erst ein Gutachten einholen oder viele Mitarbeiter beschäftigen zu müssen.”

In Wespennest gestochen

Prokurist Franz-Josef Gurris.

Und auch in Sachen des Gemeinschaftsunternehmens Energie AG legt Helmut Heidenbluth nach. Dass seine Worte in der Ratssitzung („Die Energie AG macht uns nicht nur Freude”) eine Welle der Empörung ausgelöst hätten, verwundere ihn: „Ich habe wohl mit dieser Äußerung in ein Wespennest gestochen.” Es gebe nun mal allein aufgrund der hohen Rückstellungen den begründeten Verdacht, dass im Vertrieb wieder einmal Millionenverluste drohten. Die Risken beschränkten sich keinesfalls auf einen Einzelfall.

Auf Biegen und Brechen verhindern

Und diese Risiken seien auch der eigentliche Anlass für den Abbruch der Gespräche. Heidenbluths Vermutung: „Die wahren Gründe waren, dass Iserlohn eine wirtschaftliche Bewertung der Kooperationsunternehmen auf Biegen und Brechen verhindern wollte.” Es sei doch auffällig, dass die Absage gekommen sei, als es in Menden auch politisch eine Mehrheit für solch eine Prüfung gegeben habe.

"PWC Gegner der  Mendener Geschäftsführung"

Ein gewichtiger Grund für das Scheitern sei aber auch das Beratungsunternehmen PWC, das ein Eigenleben entwickelt habe und nie neutraler Moderator gewesen sei. Schon die Beauftragung von PWC sei undurchsichtig gewesen. Und es sei immerhin um ein Auftragsvolumen von geschätzten 1,5 Millionen Euro gegangen. Er habe nie einen Hehl daraus gemacht, dass er dies für unangemessen halte. Heidenbluth: „Da wundert es nicht, dass Dr. Otto — Partner bei PWC — in der Folge zu einem bekennenden Gegner der Mendener Geschäftsführung wurde.”

"Gravierende handwerkliche Mängel

Während der gesamten Beratungsphase sei bei der von Iserlohn geführten Energie AG, die Auftraggeberin an PWC sei, keine Kostenkalkulation und kein Controlling erkennbar gewesen. Heidenbluth: „Alles in allem gravierende handwerkliche Mängel.”

Mehr zum Thema:

Die Stadtwerke-Erklärung im Wortlaut

Michael Koch

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Kommentare
21.02.2010
13:25
Heidenbluth: Sündenbock-Diskussion nur Ablenkungsmanöver
von Moi | #16

Tja, statt die Schmiergelder mehr den Isolohnern zuzuschustern hätte man wohl mehr in Menden investieren sollen. Das stinkt doch zum Himmel.
Erfahrungsgemäß ist das, was in beleidigender Weise vehemment abgestritten wird meist die Wahrheit. Und je mehr Schlamm fliegt und je mehr polemisiert wird umso größer finanzielle Eigentinteressen. Nix Neues.

20.02.2010
18:11
Heidenbluth: Sündenbock-Diskussion nur Ablenkungsmanöver
von Dirk Meinker | #15

@14
Ich kann mich nur anschließen, der Blödsinn der hier geschrieben wird ist unerträglich.Wenn man mal Vermutungen und Thekenweisheiten beiseite läßt bleibt als einzig öffentlich bekannte Tatsache, das das Tischtuch zwischen Iserlohn und Heidenbluth seit 2007 bereits zerschnitten war! Daraus hätten die Verantwortlichen allerdings den Schluss ziehen müssen, dass man entweder überhaupt keine weitere Kooperation mit Iserlohn anstrebt oder aber Herrn Heidenbluth vor die Tür setzt. Einen Verhandlungsführer, von dem die Iserlohner gesagt haben, das er während seiner Zeit im Vorstand der Energie AG nichts gemacht hat und er behauptet hat die Iserlohner hätten ihn nicht in die Entscheidungen eingebunden, braucht doch wirklich kein Mensch. Das unter solchen Vorraussetzungen keine konstruktive Arbeit möglich ist, müsste eigentlich auch dem damaligen Aufsichtsrat klar gewesen sein.
Trotzdem gehört die Engerie AG immer noch zu einem Drittel Menden und Herr Heidenbluth schadet ihr mit seinen nebulösen Andeutungen enorm. Und was man mit Mitarbeitern macht die dem eigenen Unternehmen schaden dürfte ja wohl klar sein. Würde er in der Öffentlichkeit seinen Mund halten und die Fakten an die dafür zuständigen Gremien weiterleiten würde er selbst aus der FDP keine Kritik bekommen. Eine Pressekonferenz abzuhalten und dann stolz zu verkünden Ich weiß was, im Keller brennt noch Licht ist eines Geschäftsführers nicht würdig.
Und eins noch dazu das in der Presse jetzt lange genug die Iserlohner Seite vertreten wurde, ich kann mich nicht erinnern das vor dem Affentheater hier in Menden auch nur ein einziger Bericht über die Kooperationsverhandlungen in irgendeiner Zeitung gestanden hat. Dann haben die Betriebsräte mit dem Gestammel von Fusion etc Herrn Heidenbluth den Weg geebnet seine Thesen der totalen Pleite der Energie AG in die Welt zu tragen.
So und jetzt können wieder alle über die Arbeitnehmerfeindliche FDP herziehen. Viel Spaß dabei

20.02.2010
17:28
Heidenbluth: Sündenbock-Diskussion nur Ablenkungsmanöver
von canada | #14

@ 13
Hier die Geschäftsberichte der Stadtwerke Iserlohn: http://www.stadtwerke-iserlohn.de/cms/Ueber_uns/Zahlen__Fakten/Einfach_transparent..html
2009 ist naturgemäß - wie bei den SW Menden - noch nicht veröffentlicht.
Hier wird so viel dummes Zeug geschrieben. Einfach unglaublich!

20.02.2010
14:40
Heidenbluth: Sündenbock-Diskussion nur Ablenkungsmanöver
von unglaublich aber wahr | #13

Interessant ist es nur, dass sich die Mendener Mitarbeiter hinter Herrn Heidenbluth stellen und seine Entscheidungen befürworten. In Iserlohn hingegen verlassen immer mehr Mitarbeiter das sinkende Schiff. Wenn da doch alles so gut läuft, warum begeben sich diese Mitarbeiter in einer gerade so wirtschaftlich schlechten Zeit in neue berufliche Herausforderungen? Sind die Mitarbeiter doch schlauer als vermutet und wissen wie es tatsächlich um die wirtschaftliche Lage der Stadtwerke in Iserlohn steht?. Ich habe gerade als interessierter Iserlohner versucht Informationen aus dem Geschäftsbericht herauszulesen. Doch ich musste feststellen, dass diese seit Herr Weimer an der Macht ist gar nicht mehr veröffentlicht werden !!! Na hat er doch etwas zu verbergen? Aber ich bin mir sicher, dass es irgendwann herauskommt. Wenn man den Bauskandal in Köln aufgedeckt hat, dann sollte das Team mal in Iserlohn vorbeischauen

20.02.2010
13:13
Heidenbluth: Sündenbock-Diskussion nur Ablenkungsmanöver
von hoennetal | #12

Ich kenne auch nur die Berichte, die in der Presse stehen bzw. standen.
Aber als Geschäftsmann, macht es mich doch mehr als Nachdenklich, wenn
ein Fusionspartner eine Überprüfung seiner Finanzen vehement ablehnt und
stattdessen in aller Öffentlichkeit eine Schlammschlacht vom Zaun gebrochen
wird.
Die Schuld an dieser Schlammschlacht mag bei beiden Fusionspartnern liegen,
aber ich persönlich würde ebenfalls die Verhandlungen abbrechen bzw. erst einmal
auf Eis legen. Besonders wenn mein Unternehmen gesund ist.
Da es wegen der Energie AG in der Vergangenheit schon immer Zoff zwischen Menden
und Iserlohn gegeben hat und mir sich der Eindruck aufgedrängt, die beteiligten Iserlohner
Verantwortlichen wollen möglichst das alleinige Sagen über ein „gemeinschaftliches“
Unternehmen haben, würde ich die Verhandlungen auch abbrechen.
Das einige Mendener Politiker sich auf den Schlips getreten fühlen, weil Sie ihren Willen
nicht bekommen, besonders wenn sie sich weit aus dem Fenster gelegt haben, kennen wir Mendener Bürger schon seit einiger Zeit.
Na ja, so sind sie halt unsere Hobbypolitiker, sie wissen alles besser. Und geht es nicht nach ihren Willen, wird in der Presse laut rum krakelt oder eine neue „Unterpartei“ (siehe Herr H und Gefolge) gegründet.
An die Mendener Stadtwerke Mitarbeiter und ihre Führungsriege, sucht euch neue Partner, die euch wir Partner behandeln. Noch seid ihr als Unternehmen gesund und müsst nicht, wie
unsere Sparkasse froh sein wenn euch jemand nimmt.
In diesem Sinne, wünsche ich allen Beteiligten ein schönes Wochenende.

20.02.2010
12:22
Heidenbluth: Sündenbock-Diskussion nur Ablenkungsmanöver
von Gerd1158 | #11

# 9 Bitte klähren Sie mich auf, ich habe zwar eine Meinung, aber sonst bin ich völlig offen. Danke!

20.02.2010
12:20
Heidenbluth: Sündenbock-Diskussion nur Ablenkungsmanöver
von Resignierter Ex FDP Wähler | #10

Von wem wird die Mendener FDP eigentlich angetrieben? Die mittlerweile radikale Haltung der FDP ist nicht mehr nachvollziehbar. Es macht keinen Sinn mit FDP Leuten zu diskutieren, deren einziges Hobby es zu sein scheint, sich in diesem Forum unsachlich zu äußern. Und wissen Sie, an wen Sie mich als Wähler verloren haben? An die USF - denn der von Ihnen diffamierte Privatier hat Rückrat und scheint einer der wenigen zu sein, die Durchblick haben und die aktuellen Geschehnisse kritisch durchleuchten.

20.02.2010
12:08
Heidenbluth: Sündenbock-Diskussion nur Ablenkungsmanöver
von energiemenden | #9

@8
Bitte nicht mit diesem Halbwissen kommentieren. In Ihrem Kommentar ist sachlich so ziemlich alles falsch.

20.02.2010
11:58
Heidenbluth: Sündenbock-Diskussion nur Ablenkungsmanöver
von Gerd1158 | #8

Hier die nächste Wasserstandsmeldung!!!
Aus den zurückgegebenen Netzen der RWE entstand eins die Energie AG. Von Menden und der anderen Stadt. Wie dann aus der Presse zu entnehmen war haben die anderen die Mendener aus diesem Aussichtsrat geekelt und diese AG selbstständig geführt. Die Kooperation sollte aus Mendener Sicht so laufen das man erst das was in die Energie AG gegeben wurde zurück bekommt? Nach Aussage von Energie AG Mitarbeiter Iserlohn “ sollen schon Teile an die Stadtwerke Is. zurück gegangen sein?“
Das Theater, dieser Trennung ist schon vor programmiert!
Da werden die anderen jede Schraube berechnen die im letzten Jahr auf Mendener Gebiet eingebaut wurde, ohne Beratungsunternehmen. Wird jeder Kunde zubuche schlagen, also ?

Und noch eins, zu einem Kommentar, da traut sich wirklich noch jemand von dieser Arbeitnehmerfeindlichen Partei einen Kommentar zu schreiben. Die, die den Mendener Verhandlungsführer in der Öffentlichkeit unmöglich gemacht haben und weiter machen.
So müssen die anderen doch Oberwasser bekommen und alles scheitern.

Diplomatie ???

20.02.2010
11:38
Heidenbluth: Sündenbock-Diskussion nur Ablenkungsmanöver
von S. Sahlmen | #7

Herr Weige,
ich glaube nicht, das Herr Heidenbluth hier versucht einen Schaden durch unbedachte Äusserungen herzustellen. Und das hier komplette Unternehmen kaputtgeredet werden sollen ist wohl etwas übertrieben.
Was ist falsch daran zu hinterfragen, warum von der Iserlohner Seite eine wirtschaftliche Prüfung der EnAG und der SW-Iserlohn wehement blockiert und nicht erwünscht ist.
Wieso äussert sich niemand vom Rat zu den erst jetzt auf den Tisch gekommen Zahlen bzgl. der zu erwartenden Arbeitslosen. Hat man nicht den Mut zu sagen, das man evtl. etwas falsch gemacht hat? Oder ist man in Menden so blind das man die ganzen Fakten die sich negativ auf Menden auswirken einfach ausblendet?
Und wieso hat speziell die FDP eine offensichtliche Abneigung gegen Herrn Heidenbluth? Etwa weil er sich nicht wie eine Marionette fernsteuern lässt?

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