Hegering hält Grünen Polemik und Ideologie vor

Menden..  Sie sehen als Grundbesitzer ihre Eigentumsrechte gefährdet und sich von den Grünen bevormundet und diskreditiert: Die heimischen Heger nehmen die Stellungnahme von Ingrid Ketzscher, Vizechefin der Mendener Grünen, zur Protestaktion des Hegerings Menden beim Stadtempfang (WP berichtete) zum Anlass für eine scharfe Entgegnung.

Falsch sei etwa die Behauptung, dass sich die Forderung „Freiheit statt Verbote“ auf die Wahrung von Besitzständen der Jägerschaft beziehe: „Hätte Frau Ketzscher das bei der Aktion verteilte Positionspapier des Deutschen Jagdverbandes (DJV) gelesen, wüsste sie das auch. Breite Bevölkerungsschichten sind es leid, durch die Grüne Partei gegängelt und in ihrer Freiheit beschränkt zu werden“, heißt es in der Stellungnahme. Genau deshalb gebe es die Allianz aus Jägern, Waldbauern, Grundbesitzern, Fischereiverbänden und anderen, die das „ökologische Jagdgesetz“ verhindern wollten – in NRW mehr als 500 000 Menschen.

Die von grüner Seite „altbekannte zeitliche Verortung der Grundlagen des Bundesjagdgesetzes in die Zeit des Nationalsozialismus“ sei ein polemisches Manöver: Das Jagdgesetz gehe in seinen Grundlagen auf die 1920er Jahre zurück.

Jäger seien mit der nachhaltigen Jagd bereits Naturschützer gewesen, als es noch keine Grüne Partei oder Naturschutzverbände gab. Zwar sei es richtig, dass einige Tierarten auszusterben drohen. „Das ist jedoch ein gesellschaftliches Problem und ursächlich nicht bei den Jägern zu suchen.“ Sondern in Veränderungen der Landschaften – und in der Energiewende: Große Teile der landwirtschaftlichen Produktion gingen heute in die von den Grünen hauptsächlich vorangetriebene Bioenergieerzeugung.

Die Folgen laut Hegering: biologisch tote Landschaften mit Mais- und Rapsmonokulturen. Heimische Tierarten fänden darin weder Nahrung noch Schutz „und werden in der Luft von Windrädern erschlagen“. Nur Kulturfolger wie Wildschwein, Fuchs und Steinmarder eroberten neue Lebensräume.

Dabei unterliegen alle im Jagdrecht enthaltenen Tierarten der Pflicht zur Hege, also auch zu Förderung und Schutz. „Wir wehren uns daher gegen die Herausnahme bestimmter Arten aus diesem Katalog jagdbarer Wildarten.“ Durch eine ganzjährige Schonzeit für gefährdete Arten könne die gleiche Schutzwirkung bei gleichzeitiger Pflicht zur Hege erreicht werden.

Neben den Fischern seien Jäger zudem die einzigen Naturschützer mit umfangreicher Ausbildung und staatlicher Prüfung, auch in Naturschutzfragen. Die Jagdgesetze und das ehrenamtliche Engagement der Jägerschaft trügen zum Erhalt des hohen Artenreichtums in der dicht besiedelten Landschaft bei. Jahr für Jahr legten Jäger 6000 Kilometer Hecken, 1700 Hektar Teichflächen und Biotope in der Größe von 2000 Fußballplätzen an.

Statt echter Beteiligung von Landesjagdverband und Waldbesitzern am Gesetzentwurf sei man nur beschwichtigt und am Ende an der Nase herumgeführt worden, daher jetzt die Offensive: „Mit der Novelle des Jagdgesetzes treten die Grünen wieder einmal den Beweis an, lediglich praxisferne Ideologie als Politik betreiben zu können und sich hierbei durch Interessenvertreter kleiner, aber lauter Minderheiten steuern zu lassen.“

Die Ergebnisse könne jeder sehen – „auf der Stromrechnung oder beim Blick in eine verspargelte und vermaiste Landschaft“.