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Hausaltar ist neues Ausstellungsstück

26.10.2012 | 11:00 Uhr
Hausaltar ist neues Ausstellungsstück
Hausaltar von Angelika Herrmann im Museum.Foto: MARTINA DINSLAGE

Menden. Dieser Hausaltar hat einst im Schlafzimmer von Angelika Herrmanns Großeltern gestanden. Jetzt ist er, über einen Umweg in Altena, zurück in seine alte Heimat gekommen: als prachtvolles Ausstellungsstück im Mendener Museum. „Der Altar ist ein einzigartiges Zeugnis für die Volksfrömmigkeit in unserer Region“, sagt Museumsleiterin Jutta Törnig-Struck.

Angelika Herrmann erinnert sich noch gut an ihre Kindertage bei den Großeltern: „Wir haben damals verbotenerweise mit dem Altar gespielt, die beweglichen Teile gedreht, die Figuren versetzt.“ Das Stück besteht aus Eichenholz, ist zum Teil geschnitzt, zum Teil gedrechselt. Es ist farbenfroh und kunstvoll bemalt. Als die Großeltern verstorben waren, wurde der Altar in Kisten verpackt. Angelika Herrmann und ihre Familie lagerte die einzelnen Bauteile und Figuren schließlich in einer Holztruhe auf dem Speicher ein.

Sie berichtete irgendwann einmal einem Freund von dem religiösen Schatz. Der brachte die Familie auf die Idee, den Altar einer größeren Öffentlichkeit vorzustellen – über das Heimatmuseum. „Wir hatten allerdings nicht das Geld, das Stück zu restaurieren“, erklärt Museumsleiterin Jutta Törnig-Struck. So entstand der Kontakt zu Holger Lüders, Restaurator der Burgmuseen Altena. Er hat die Untersuchung des Hausaltars fachlich begleitet. Restauratorin Kirsten Schwabe hat sich für ihre Masterarbeit an der Fachhochschule Hildesheim intensiv mit dem Stück auseinander gesetzt. „Details über die Herkunft des Altars aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gibt es nicht“, sagt sie. „Ich habe bei meiner Recherche kein anderes Objekt gefunden, das ihm ähnlich sah.“ Folgendes haben die Untersuchungen aber ergeben: „Das Eichenholz stammt aus der Hellweg-Region, ist aber noch viel älter datiert“, so Schwabe.

Hausaltar im Museum.Foto: MARTINA DINSLAGE

Kirsten Schwabe hat vor allem erhaltende Arbeiten gemacht, Verbindungen am Altar befestigt, Fassungen gereinigt. Die einzige Restaurierungsarbeit erfolgte bei der Jesus-Figur, die sehr zerfallen war: Ihr ersetzte die Restauratorin einen Arm. Den größten Teil der Restaurierungskosten haben die Märkischen Museen Altena übernommen, einen Teil hat allerdings auch der Museumsverein Menden beigetragen.

Von Pia Maranca



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