Hauptschule am Gelben Morgen soll geordnet auslaufen
21.10.2011 | 15:18 Uhr 2011-10-21T15:18:00+0200
Menden.Die Hauptschule am Gelben Morgen soll nicht sang- und klanglos untergehen, sondern aus dem Standort „herauswachsen“ und ihre wertvollen Angebote und Erfahrungen an eine neue Gesamtschule Menden weitergeben. Vertreter der Schule haben sich am Donnerstagabend mit der Schulverwaltung und den Mendener Ratsfraktionen auf diesen kooperativen Weg geeinigt.
Demnach sollen die ersten Klassen einer Gesamtschule nächstes Jahr in freie Klassenräume der Hauptschule einziehen. Mehrere Jahre könnten dann beide Schulformen unter einem Dach existieren – eine wachsende Gesamtschule und eine Hauptschule, an der aber möglicherweise keine neuen Anmeldungen angenommen werden und die geordnet ausläuft.
Politik und Verwaltung geben die Zusage, dass die bereits angemeldeten Hauptschüler einen geregelten Abschluss am Gelben Morgen machen können und nicht die Schule wechseln müssen. Die Gesamtschule kann die Infrastruktur der Hauptschule nutzen – Mensa, Fachräume, Lehrerzimmer –, und Pädagogen der Hauptschule sollen die Möglichkeit bekommen, an der Gesamtschule zu unterrichten oder sogar dorthin zu wechseln. Bei Bedarf könnten zusätzliche Räume am benachbarten Heilig-Geist-Gymnasium oder der Realschule genutzt werden. Das konkrete Vorgehen, auch darin besteht Einmütigkeit, hängt stark von den tatsächlichen Anmeldezahlen in den kommenden Jahren für die verschiedenen Schulformen ab.
Klare Perspektive zählt
Schulleiterin Maria Spiesen und Konrektor Herbert Monecke zeigten sich gestern sehr zufrieden mit dieser Perspektive. Sie werde den Schülern und Lehrern gerecht, aber auch dem gesamtgesellschaftlichen Bedarf nach einer Gesamtschule. Zudem könne die Gesamtschule von den Erfahrungen der Hauptschule profitieren – vom Ganztagsangebot, den kleinen Klassen mit individueller Förderung und der Inklusionsarbeit. Die Hauptschule am Gelben Morgen ist Favorit als Standort einer Gesamtschule, falls sich bei der zurzeit laufenden Elternbefragung genügend Anmeldungen für die Gründung einer Gesamtschule zum Schuljahr 2012/2013 ergeben.
An dem Treffen nahmen neben der Schulleitung die schulpolitischen Sprecher der Ratsfraktionen teil: Heinz-Josef Karhoff (CDU), Horst Glörfeld (SPD), Siegfried Funke (USF), Annette Hettling (FDP) und Peter Köhler (GAL). Gekommen waren auch Vertreter der Schulverwaltung von Stadt Menden und Märkischem Kreis sowie Arnt Reinhard, Vorstandsmitglied des Fördervereins Gesamtschule Menden. Die Eltern der Hauptschule am Gelben Morgen wurden durch die Vorsitzende der Schulpflegschaft, Bettina Hörster-Basse, vertreten.
Die Schulleitung und die Schulpflegschaft hatten sich bewusst für einen sachlichen Dialog entschieden und öffentliche Proteste gegen die Schließung der Hauptschule vermieden. Den Trend zur Gesamtschule gelte es zu respektieren. „Aber wir haben jetzt eine Perspektive“, sagt Maria Spiesen. „Es wäre eine Horrorvorstellung, dass man herumdümpelt und nicht weiß, wohin es mit der Hauptschule geht.“
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