Harte Ermittlungsarbeit der Kripo bringt Räuber vor Gericht

Was wir bereits wissen
Eine Bande, die im Herbst 2014 Arnsberg in Angst und Schrecken versetzt hatte, muss sich ab Donnerstag vor der Landgericht Arnsberg verantworten.

Arnsberg..  Sie versetzten im Herbst vergangenen Jahres vier Wochen lang zahlreiche Arnsberger in Angst und Schrecken – und müssen sich ab heute für ihre Taten vor dem Arnsberger Landgericht verantworten:

Schwerer Raub und räuberische Erpressung in mehreren Fällen werden R.W. (32 Jahre alt) und M.L. (34) zur Last gelegt. Dass die „2. Große ­Strafkammer“ des Gerichts ab heute in dieser Sache Recht sprechen kann, ist in erster Linie das Verdienst der ermittelnden Kriminalpolizei.

Bevor es zur Festnahme kam, ­hatten deren Beamte zahlreiche Spuren ausgewertet und waren vielen Hinweisen nachgegangen. „Solche Detailarbeit spielt bei unseren Ermittlungen eine große Rolle“, erklärt Jörg Hagen von der Kripo aus Meschede im Gespräch mit dieser Zeitung. Er und sein Kollege ­Michael Senge waren mit den Fällen befasst, zeitweise unterstützt von zwei weiteren Kriminalisten. „Spuren abgleichen, Phantombilder erstellen und an die Presse weiter leiten, Bilder aus Überwachungskameras auswerten, Zeugenhinweisen nachgehen, alte Fälle nach ähnlichem Muster heranziehen“, beschreibt Hagen das „Kripo-Puzzle“.

In Arnsberg hatte das Räuber-Duo im Zeitraum vom 10. September bis 12. Oktober 2014 einen Taxifahrer, drei Tankstellen, einen Kiosk und eine Bäckereifiliale überfallen. Ihre Opfer bedrohten die beiden Straftäter mit Messern, Pistolen oder Schraubendrehern, zwangen sie so zur Herausgabe von Geld oder zum Verzicht auf Bezahlung.

Die Beute war jedes Mal gering, es geht um Verkaufswaren oder Geldbeträge in Höhe von bis zu 400 Euro. „Wenn man bedenkt, was sie den Überfallenen angetan haben, geradezu lächerlich“, so die ermittelnden Beamten. Opfer solch brutaler Verbrechen leiden oft noch Jahre später, haben psychische Probleme.

Bei den beiden Arnsbergern handelt es sich um „alte Bekannte“ der Polizei. Recherchen in deren Umfeld und die immer lückenloser werdende Beweiskette führten schließlich zur Festnahme: „Am 17. Oktober, kurz nacheinander“, so Jörg Hagen. Beide sitzen seitdem in U-Haft.

„Gestanden haben sie nicht“, so der Kripo-Mann. Aber das könnte sich im Gerichtssaal schnell ändern, denn es drohen mindestens fünf Jahre Haft. Zumal dem Angeklagten M.L. vorgeworfen wird, zwischen 25. April und 25. September 2014 in Arnsberg und Fröndenberg weitere, ähnliche Straftaten begangen zu haben – ohne seinen späteren Mittäter.

Einen dritten Verdächtigen mussten die Kripobeamten seiner Zeit übrigens wieder auf freien Fuß setzen.

„Die Beweise gegen ihn waren leider nicht ausreichend“, erinnert sich Jörg Hagen.