Handwerker im Visier der Drogenfahnder

Fröndenberg..  Ein Aufgebot von 21 Polizeibeamten inklusive drei Zollbeamte führt am gestrigen Dienstag eine Alkohol- und Drogenfahndung an der Unnaer Straße durch.

Ob eine Alkohol- und Drogenfahndung in der Zeit von 13 bis 18 Uhr überhaupt Sinn macht, mag man sich fragen. Polizeihauptkommissar Harald Schultz erklärt: „Andere Länder Europas wie Frankreich, Spanien oder Portugal machen das schon lange. Dort fand man heraus, dass viele vor der Autofahrt Drogen konsumieren.“ Außerdem gehören neben den üblichen 18- bis 35-Jährigen „seltsamerweise auch Handwerker“ zu den Zielgruppen der Fahnder.

„Mir hat einmal ein positiv getesteter Handwerker erzählt, dass ihm nach der Arbeit alles weh täte.“ Zum Entspannen und um Schmerzen zu lindern, wird oftmals THC geraucht, am nächsten Morgen müssen die Männer wieder fit sein für die Arbeit sein: Deswegen nehmen viele Handwerker Amphetamine.

Und wenn schon einmal vornehmlich Handwerker angehalten werden, dann kann der Zoll auch im Anschluss direkt eine Überprüfung auf Schwarzarbeit durchführen.

Ein teures Vergnügen

Besonders schlecht für die Konsumenten: Ein Urintest dauert nur vier Minuten, kann noch vor Ort von den Beamten durchgeführt werden und weist Drogen wie THC, Heroin, Morphium, Amphetamine oder Metamphetamine noch Wochen später nach.

Sollte der Test ergeben, dass der Grenzwert überschritten wurde, dann wird es richtig teuer: Allein das Bußgeld beträgt beim ersten Verstoß 500 Euro, und dabei sind die Folgekosten noch gar nicht eingerechnet.

„Von 100 getesteten Fahrer haben wir einen Süchtigen dabei“, erklärt Schultz die Delinquenten-Quote. Die ersten beiden, die den Beamten in die Falle gingen, waren zwei jugendliche Kradfahrer. Die wollten abbiegen, als sie die Kontrolle sahen. Schultz erklärt: „Ein Kollege ist auf dem Motorrad hinter denen her gefahren. Bei der Überprüfung der beiden ist aufgefallen, dass beide Fahrzeuge frisiert sind.“