Handballtrainer streitet Missbrauchsvorwürfe ab

Iserlohn/Hagen..  Zum ersten Mal, seit der Prozess wegen schweren Missbrauchs am 3. Februar gegen ihn eröffnet wurde, hat der angeklagte Handballtrainer aus Iserlohn am siebten Verhandlungstag vor der 1. Großen Jugendkammer des Hagener Landgerichts Stellung zu den Vorwürfen bezogen.Der 36-Jährige stritt sämtliche Vorwürfe ab: Es habe zu keiner Zeit sexuelle Übergriffe gegen den Jungen aus seiner Handball-Mannschaft gegeben.

Wie berichtet, steht der Vorwurf im Raum, der heute 36-Jährige habe im Zeitraum von 1998 bis 2000 einen damals elf- bis zwölfjährigen Jungen, den er auch trainiert haben soll, regelmäßig schwer sexuell missbraucht. Zu den Taten soll es in der Dachgeschosswohnung der Großmutter seines Opfers gekommen sein, die er in diesem Zeitraum bewohnt haben soll. Auch danach soll es weitere Übergriffe an anderen Orten gegeben haben.

Dass er in dieser Wohnung gewohnt habe, stritt der Angeklagte nicht ab. Allerdings sei es nie zu den Übergriffen gekommen. Auch hätte das mutmaßliche Tatopfer niemals bei ihm übernachtet. Es sei lediglich mal vorgekommen, dass der Junge bei ihm bis in den frühen Morgen Play-Station gespielt habe. Engeren Kontakt mit regelmäßigen Übernachtungen habe es nicht gegeben. Erst später habe er mit dem mutmaßlichen Opfer näheren Kontakt gehabt, aber auch dann nur über den Verein.

Strittig ist nach wie vor die Dauer des Mietverhältnisses. Während das mutmaßliche Opfer in Einklang mit seiner Großmutter und weiteren Zeugen aus seinem Umfeld beteuert, der Angeklagte habe schon Ende 1998 in der Dachgeschosswohnung gewohnt, bleibt letzterer bei der Version, erst 2000 dort eingezogen zu sein. Zu diesem Punkt wurden weitere Zeugen gehört. So erklärte ein Mitglied seines damaligen Handball-Teams, es könne sich an die Weihnachtsfeier 1999 und an Urkunden erinnern, die damals ausgegeben wurden. Die Feier habe aber in den Räumen des Vereins und nicht in der Privatwohnung des Angeklagten stattgefunden.

Um die Sachverhalte weiter zu prüfen, hat die Kammer beschlossen, die Beweisaufnahme auszuweiten und weitere Zeugen, darunter auch den Vater des mutmaßlichen Opfers, zu hören, so dass sich die Verhandlung, deren Abschluss für Ende des Monats vorgesehen war, bis voraussichtlich Anfang Mai hinziehen wird.