Hallo, ich bin neu hier

Menden..  Schweißnasse Hände, lautes Magengrummeln, schnelles Herzklopfen: Ein neuer Anfang ist aufregend und angsteinflößend zugleich. Das Leben ist voll von Umbrüchen wie Schul- und Job- und Wohnortwechseln. Zu der Neugierde mischt sich nicht selten Ungewissheit und Scheu. Was erwartet mich? Vier Junge-WP-Autoren berichten von ihren Neustarts.

Ausbildungsbeginn

Im August ging es für mich mit der Ausbildung bei der Märkischen Bank los. Was ehemals Lehrer und Mitschüler waren, sind nur wenige Monate später Chef und Kollegen. Dass sich vieles ändert, war klar. Natürlich war ich trotzdem nervös, als die Einführungstage anstanden.

Am ersten Tag wurde ich unter anderem durch die ganze Hauptstelle geführt. Über 100 neue Gesichter und Namen kann man sich beim besten Willen nicht merken – dafür habe ich direkt einen Eindruck bekommen, was vor mir liegt. Ich habe einen kurzen Einblick in die ganzen Abteilungen einer Bank bekommen – von den Kundenberatern über die Marketingabteilung bis hin zur Immobilienabteilung. Zu Beginn war es schwierig, einzelne Abläufe und Zusammenhänge zu verstehen. Aber ich habe bis heute noch keinen Kollegen kennen gelernt, der mir seine Hilfe verweigert hat.

So kommt jeden Tag ein Puzzlestück dazu, um das Gesamtbild „Bank“ immer besser zu verstehen. Das macht Spaß, und gibt ein sehr gutes Gefühl, ein Teil der Bank zu sein. Wichtig ist, dass man sich den Kollegen gegenüber stets freundlich und korrekt verhält – denn für den ersten Eindruck gibt es keine zweite Chance. Ansonsten sollte man, wie bei allem was man tut, „man selbst“ bleiben – dann klappt jeder Neuanfang. Yannick Auer

Zusammenlegung der Sportmannschaft

Ich muss zugeben: So neu war ich gar nicht. Beide Mannschaften, also die von der DJK Grün-Weiß Menden und vom SV Oesbern, kannten sich schon von diversen Fußballspielen. Das Gefühl, neu zu sein, hatte ich also nicht, da ich Mitspielerinnen und Trainer bei mir hatte. Die anfänglich zwei Mannschaften sind schnell zu einer Mannschaft geworden. Zügig haben sich Freundschaften gebildet, und auch an die neue Umgebung konnte ich mich schnell gewöhnen.

Ängste, ob die Spielgemeinschaft überhaupt funktionieren würde und ob das anfangs befremdliche Gefühl sich wieder legen würde, wurden einem also schnell genommen. Das liegt wahrscheinlich daran, dass ich nicht alleine „neu“ war, sondern zusammen mit meiner ganzen Mannschaft. Komischerweise hat es auch nicht gestört, dass wir als zwei fast vollständige Mannschaften aufeinandergestoßen sind, es haben sich gar nicht erst zwei Cliquen gebildet. Das Projekt Mannschaftszusammenlegung ist bei uns also geglückt! Jule Schefers

Schüleraustausch

Neuanfang, das heißt auch, mal eine Zeit von zu Hause weg zu gehen und eine andere Kultur zu erleben. Das habe ich letztes Jahr gewagt, als ich acht Tage lang in einer Gastfamilie in der Bretagne lebte. Meinen Austauschschüler kannte ich schon, seine Eltern, Geschwister und Freunde jedoch nicht, und auch in Frankreich war ich noch nie zuvor gewesen.

Ich hatte vorher Angst, dass ich mich dort gar nicht zurecht finden würde oder mich in der Familie nicht wohl fühle – und natürlich war da noch die fremde Sprache. Was, wenn sie mich gar nicht verstehen würden – und ich sie nicht? Aber es stellte sich heraus, dass das alles gar kein Problem war. Hier und da war zwar ein Wörterbuch nötig, aber insgesamt konnten wir uns gut verständigen, und die Familie war auch sehr nett, sodass ich mich gleich zu Hause fühlte. Ich habe unglaublich viele positive Erfahrungen gemacht und bin der Meinung, dass man die ganze Kultur Frankreichs viel besser erfahren kann, wenn man dort bei einer Familie anstatt in einem Hotel wohnt. Leonie Hans

Schulwechsel

Hanna Osthues, 17: „Mein Schulwechsel war eigentlich unspektakulär, Ängste oder Erwartungen hatte ich gar nicht. Trotzdem war der erste Tag nach meinem Wechsel von der Realschule Menden zum Heilig-Geist-Gymnasium irgendwie seltsam. Wir hatten wenig Information und wussten nur, dass wir um acht Uhr an der Kapelle sein müssen. Immerhin hatte ich ja sechs meiner alten Klassenkameraden bei mir, einsam war ich also nicht an der neuen Schule. Aber auch, wenn ich alleine gewesen wäre hat es mir die neue Schule wirklich leicht gemacht. Die Mitschüler waren offen und freundlich und haben uns von Anfang an als Teil der Stufe behandelt. Auch die Lehrer haben sich wirklich Mühe gegeben, sodass wir uns also wirklich schnell eingefunden haben in die neue Umgebung. Ein Riesenvorteil war natürlich, dass die Klassen in der „Einführungsphase“ aufgelöst wurden und neue Kurse gebildet wurden. Alle Schüler, ob Neuankömmlinge oder nicht, wurden untereinander in die Kurse gewürfelt. So war es dann für alle Neuland. Und das verbindet.

Aufgezeichnet von Jule Schefers