Hallenbad bleibt großes Sorgenkind

Menden..  Während in der Sommerhitze alle nach kühlen Fluten lechzen, muss sich der Sportausschuss am Donnerstag mit eher missliebigen Aspekten des Themas befassen: Die gerade drei Jahre alte Filteranlage im Hallenbad, Anfang 2012 für rund 150 000 Euro eingebaut, bleibt ein Sorgenkind der Stadt. So erklärt die Verwaltung jetzt, dass zurzeit keine Maßnahmen an der Filteranlage durchgeführt werden können, „da sonst eventuell bestehende Regressansprüche gefährdet würden“. Das Rechtsamt prüfe den Sachverhalt, das Ergebnis sei abzuwarten.

Zugleich sollen aber verschiedenen Fachplaner für Statik, Elektrotechnik, Heizung, Lüftung, Sanitär und für die Schwimmbadtechnik Gutachten erstellen. Die Angebote dazu seien eingeholt – die Gutachten würden 9300 Euro kosten. Der Immobilienservice der Stadt (ISM) will zudem einen neutralen Gutachter beauftragen, der Empfehlungen für das weitere Verfahren erstellen soll.

Die städtischen Rechnungsprüfer, 2013 beauftragt, könnten jedenfalls nicht sagen, ob es Fehler an der Anlage oder Bedien-Pannen waren, die auch 2014 und ‘15 vereinzelt noch zu überhöhten Legionellenwerten im Filtrat führten. Allerdings, so die Prüfer, hätten Langzeiterkrankungen beim Bäderpersonal bis Juli 2013 zu außerplanmäßigen Schließungen geführt. Und sie rügen, dass eine Überlastungsanzeige aus dem Bad im November 2012 ohne Reaktion blieb.

Womöglich, heißt es, könne nun ein Gutachten „Anhaltspunkte bieten, die geeignet sind, die Anlage zu optimieren und eventuelle Unzulänglichkeiten zu beanstanden“.

Immerhin gibt es jetzt eine Prioritätenliste, nach der Mängel an der Anlage behoben werden sollen. Die läuft seit Anfang 2014 problemlos, liefert aber immer noch nicht die erwartete Wasserqualität.

Die Mängelliste erstellte die Westfälische Wasser- und Umweltanalytik. Im März stellten die Politiker im Sportausschuss dazu Fragen, die jetzt beantwortet werden, auch die Regressfrage. Hier sieht die Rechnungsprüfung ohne Expertise keine Chance, gegen Planer oder Firma Ansprüche geltend zu machen: Die Anlage sei abgenommen und „offenkundig geeignet“.

Auch wollten die Politiker wissen, wie das Gesundheitsamt die Lage im Hallenbad beurteilt. Dazu heißt es, dass von Januar 2014 bis Februar 2015 genau 100 Proben wassertechnisch überprüft worden seien: „2014 wurden im Filter des Lehrschwimmbeckens, nicht im Badewasser, vier Legionellenüberschreitungen beanstandet, zwei Proben wurden 2015 beanstandet. Erhöhte Koloniezahlen wurden im Filtrat des Kombibeckens zweimal festgestellt. 92 Proben waren ohne Beanstandung.“

Über die Ansicht des Kreisgesundheitsamtes dazu soll erst in der öffentlichen Sitzung berichtet werden. Anfragen der Stadt nach Empfehlungen zur Verbesserung der Wasserqualität seien dort bisher „nicht beantwortet“ worden.