Hähnchenmastbetrieb im Osterfeld geplant
11.02.2011 | 23:09 Uhr 2011-02-11T23:09:00+0100
Bösperde/Halingen.Im Osterfeld zwischen Bösperde und Halingen soll ein großer Hähnchen-Mastbetrieb entstehen. Hans-Christian Freiherr von Gemmingen bestätigte der WP, dass er zwei Ställe für je 39 900 Hähnchen bauen will.
Zudem soll eine Biogas-Anlage entstehen. Noch für dieses Jahr ist der Baustart angepeilt. Bislang war der landwirtschaftliche Betrieb der Bösperder auf Ackerbau spezialisiert. Doch wenn sein Vater Hans Helmut im Sommer in den Ruhestand geht, will sich Hans Christian von Gemmingen ein zweites Standbein aufbauen. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite des Rinderstalls von Schotenröhr sollen zwei Hähnchenställe mit jeweils 39 900 Tieren betrieben werden.
Zusammengerechnet bleibt von Gemmingen damit unter der magischen Zahl von 80 000 Tieren, ab der nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz ein aufwändigeres Genehmigungsverfahren mit Bürgerbeteiligung notwendig geworden wäre.
Dies ist nun nicht nötig, doch verstecken will Hans-Christian von Gemmingen sein Vorhaben trotzdem nicht. Er präsentierte der WP offen seine Pläne und kündigte bereits an, dass er weiter offene Fragen beantworten werde und nach der Fertigstellung einen Tag der offenen Tür plane. Gleichwohl rechnet er damit, dass es zu Protesten gegen die Groß-Hähnchen-Mastanlage kommen könnte. Auf der anderen Seite der Ruhr rumort es derzeit auch, weil sich in Warmen ein Legehennenbetrieb erweitern will.
Die parallel zu den beiden Ställen geplante Biogasanlage mit einer Leistung von 250 Kilowattstunden soll vor allem mit Hühnermist betrieben werden. Größeren Gestank soll es laut Hans Christian von Gemmingen nicht geben: „Der Mist aus den Hähnchenställen wird in einer Mistscheune gelagert und nach und nach der Biogasanlage zugeführt. Eine Geruchsbelästigung wird es nicht geben, da der Mist in der Scheune trocken gelagert wird.“ Das Futter für die Hühner will der Landwirt von Haus Cotten selbst anbauen. Mais-Monokulturen seien aber nicht zu befürchten, so von Gemmingen.
Noch sind die Pläne für die große Hühner-Mastanlage aber noch nicht genehmigt. Genehmigungsbehörde ist hier nicht die Stadtverwaltung, sondern der Märkische Kreis, weil es sich um ein Bundesimmissionsschutzgesetz-Verfahren handelt. Die Stadt wird im Rahmen dieses Verfahrens nur befragt und kann auch nur planungsrechtliche und nicht etwa ethische Ablehnungsgründe anführen. Planungsrechtlich, so ist aus dem Rathaus zu hören, sehe man aber derzeit keine Ablehnungsgründe.
14:35
Masthühner werden in wenigen Tagen auf enorme Gewichtszunahme vor allem des Brustmuskels gemästet. Das hat zur Folge, dass sich der Körperschwerpunkt verlagert und Gelenke, Sehnen und Knochen in Mitleidenschaft gezogen werden. Dazu kommen Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
10:27
@12 catch_22
Ich persönlich bin gern bereit mehr zu bezahlen,...
Wenn es darum geht einen Mastbetrieb NICHT vor die eigene Haustür zu bekommen, sind alle immer bereit mehr zu bezahlen.
Das kann man überall lesen.
Die Preise im täglichen Leben steigen und steigen. Und zwar überall. Sei es im Supermarkt, Strom, Gas, Wasser, Tankstelle, Gartencenter, Tante-Emma-Laden und wo noch überall.
Dann macht Ihnen das mit Sicherheit auch nichts aus. Sie nehmen dann bestimmt auch einen Kredit auf, den Sie irgendwann nicht mehr abbezahlen können, nur um vom Biobauern ökologisch wertvolle Lebensmittel zu kaufen.
Wenn allerdings die so friedlich lebenden Hühner des Biobauern auch mal krank werden - was übrigens öfter passssiert als man denkt - verteilt eben dieser Biobauer auch fleißig Antibiotika, damit er sein Geflügel noch an den Verbraucher bringt.
Da Sie auch die Regierung angesprochen haben, könnte ich mir vorstellen, dass Sie alle Jahre wieder aufs Neue CDU7SPD oder DIE GRÜNEN wählen, weil sie das immer so gemacht haben und sich dann wiederum darüber ärgern, dass alles teurer wird.
Aber nein, ich vergaß, Sie zahlen ja gern mehr!
DIES IST NUR MEINE MEINUNG !!!
19:22
@ Biene22
Da gebe ich ihnen in beiden Punkten Recht. Ich hatte selbst mal eine Staphylokokkus-Aureus Sepsis. Das gönne ich meinem ärgsten Feind nicht.
Aber man sollte sich einmal überlegen, was an Antibiotika und sonstigen Pharmazeutika und Chemie eingesetzt werden muss, damit diese Tiere in der Massenhaltung auf kleinstem Raum überhaupt die Schlachtreife erlangen.
Ich persönlich bin gern bereit mehr zu bezahlen, wenn die Ware Fleisch aus regionler Biolandwirtschaft kommt. Der Verbrauchertrend dazu ist da und kann am Markt kaum befriedigt werden.
Grund ist auch die Bevorzugung der industriellen Agrarwirtschaft durch die jetztige Bundesregierung. Sie hat etliche Gesetzesänderungen durchgesetzt und dadurch die Biolandwirtschaft benachteiligt.
Mövenpich lässt grüßen.
18:02
Ich bin auch nicht für die massentierhaltung aber die NACHFRAGE ist halt da und kann NICHT durch Freilandhaltung gedeckt werden.
Und nicht nur Geflügel sondern alle Nutztiere können Staphylokokken übertragen. Und man glaubt es kaum aber es ist so bis zu 40% der Erwachsenen Menschen tragen sie in sich .
http://www.gesundheit.com/gc_detail_11_gc01090310.html
11:06
@Biene22
Es geht hier nicht nur um die Entsorgung der Fäkalien von 80000 Tieren.
Es geht um die Verseuchung der Umgebung mit hochaggressiven Keimen, wie beispielswiese den Staphylokokken.
Und es geht um nicht artgerechte Haltung von 80000 Tieren auf engstem Raum. Das ist nichts anderes als industrielle Tierquälerei.
18:37
Nachtrag:
Und Klärschlamm darf auch auf Felder aufgebracht werden solange es kein dauer Grünland ist.(Weide/Wiese)
18:34
@catch
wenn sie ihren Artikel lesen werden sie erkennen das dort der Geflügelmist/Gülle ohne weiterverarbeitung auf das Feld aufgebracht wird . In diesem Fall soll der Geflügelmist aber einer BioGas Anlage zugeführtwerden in der dem Mist schon mal einiges an mineralien und Energie entzogen wird.
Ich finde das Klärschlämme aus Kläranlagen Gefährlicher sind da sie dem AbfKlärV (Klärschlammverordnung) unterliegen.
17:31
@ biene22
Sie liegen da etwas falsch.
Hier mal ein wenig Lektüre für sie.
So etwas bekommen wir dann in direkter Nachbarschaft der Ruhr, dem Trinkwasserreservoir für Millionen Menschen im Ruhrgebiet.
Und es geht um die Emmision von hochgiftigen Keimen und Pilzen.
http://www.taz.de/1/nord/artikel/1/giftige-kornkammer/
15:43
Ihr mögt ja alle recht haben. Aber denkt mal drüber nach wenn es solche Mastbetriebe nicht geben würde. Dann wären alle ich eingeschlossen am schreien das die Geflügelpreise so hoch sind.
Und wenn man sich mal richtig im Internet Erkundigt und nicht irgendwelche Bilderlinks Kopiert dann weiß man das die Mastanlagen die heute gebaut werden Geruchs und Lärmgeschützt sind und unbedenklich für das Grundwasser.
23:02
ich hab da auch mal nen bild gefunden, wie sowas aussieht http://kirche-peine.de/uploads/pics/Gr._Ilsede_Hähnchenmast-Veranstaltung.jpg