Grundsteuer und Bustickets treiben die Kosten

Das Leben in Menden wird im neuen Jahr teurer.
Das Leben in Menden wird im neuen Jahr teurer.
Foto: WP

Menden..  Das Leben in Menden wird im neuen Jahr teurer. Überraschen dürfte das niemanden, der die WP-Berechnungen anhand der Familie Mustermann in den zurückliegenden Jahren verfolgt – nur einmal, im Jahr 2010, sind die so genannten Menden-Kosten gesunken. Mit dem Anstieg von 117,40 Euro im Jahr (9,78 Euro pro Monat) von 2014 auf 2015 ist die Teuerung diesmal vergleichsweise moderat. Stärkste Kostentreiber sind Bus-Tickets und Grundsteuer B: Der Rat hat die Erhöhung des Hebesatzes von 455 auf 495 Punkte beschlossen, was für unsere Modellfamilie in einem Einfamilienhaus allein Mehrkosten von 39,24 Euro bedeutet.

Immer zum Jahreswechsel berechnet die WP, wie sich die Preise, Gebühren und Abgaben entwickeln, die von Betrieben und Einrichtungen der Stadt Menden oder des Märkischen Kreises verantwortet werden. Unsere Musterfamilie besteht aus vier Personen: Heiko und Anke Mustermann sind die Eltern, dazu kommt Sohn Peter, der eine Ausbildung in Hemer absolviert, und Tochter Silke, die eine Mendener Kindertagesstätte besucht. Hund Bello macht die Mustermanns komplett. Die Familie hat ein 2007 gebautes Haus mit Gasheizung (Grundstück 409 Quadratmeter, Wohnfläche 130 Quadratmeter) und ist Stadtwerke-Menden-Kunde. Heiko und Anke sind berufstätig, wobei der Familienvater das Auto benutzt. Anke und Sohn Peter kommen mit dem Bus zur Arbeit und haben deshalb Monatskarten der MVG. Weil die Mustermanns sich für Sport, Kultur und Bildung interessieren, haben wir die entsprechenden Aktivitäten in unsere Menden-Kosten aufgenommen.

Strom

Die Preiserhöhung der Stadtwerke Menden vor wenigen Wochen war ein Aufregerthema in der Stadt. Die Mustermanns verbrauchen 3500 Kilowattstunden im Jahr. Für sie bedeutet die Preisrunde, dass sie im Grundversorgungstarif 18,90 Euro mehr im Jahr für ihre Elektrizität zahlen müssen (plus 1,58 Euro im Monat).

Abwasser

Die Stadtentwässerung berechnet nicht mehr 2,60 Euro für 1 Kubikmeter Schmutzwasser, sondern 2,65 Euro. Das entspricht jährlichen Mehrkosten von 6,24 Euro. Auch die Niederschlagswassergebühr steigt von 0,96 auf 0,99 Euro pro Quadratmeter versiegelte Fläche. Bei 100 Quadratmetern sind das Mehrkosten von 3 Euro im Jahr.

Erdgas

Wie immer verbraucht unsere Beispielfamilie 20 000 kWh Gas für Heizung und Warmwasser. Dafür wollen die Stadtwerke im Jahr 2015 1402,08 Euro haben – genauso viel wie 2014. Keine Mehrkosten.

Frischwasser

Die Stadtwerke Menden haben den Wasserpreis angehoben. Die Rechnung für 125 Kubikmeter Jahresverbrauch beziffert sich auf 410,81 Euro. Ein Plus von 18,77 Euro im Jahr oder 1,56 Euro im Monat.

Müllabfuhr

Die Mustermanns kommen mit einer 120-Liter-Tonne aus. Sie sparen im Jahr 2015 5,96 Euro, denn die Stadt senkt die Gebühr für diese Gefäßgröße von 308,88 Euro/Jahr auf 302,92 Euro.

Busticket

Die Kosten für die Monatskarten der MVG steigen wieder leicht. Mutter Anke Mustermann ist nur im Mendener Stadtgebiet unterwegs, ihre Karte kostet künftig 55,60 Euro statt 54,30. Sohn Peter benötigt für die Fahrt zur Ausbildungsstelle in Hemer eine andere Karte und muss nun 62,20 Euro statt 60,40 Euro bezahlen. Macht unter dem Strich Mehrkosten von 3,10 Euro im Monat oder 37,20 Euro im Jahr.

Hier bleiben Kosten stabil

• Städtisches Hallenbad: Die 12-er bleibt bei 80 Euro.
• VHS, Dorte-Hilleke-Bücherei: Keine Gebührenanhebungen. Der Jahresleseausweis für 12 Monate kostet 16 Euro für Einzelpersonen, 22 Euro für Familie ohne Familienpass und 11 Euro für Familien mit Familienpass.
• Hundesteuer: Bello Mustermann (kein Kampfhund!) kostet seine Herrchen 84 Euro im Jahr.
• Sport: Der Familienbeitrag für eine Mitgliedschaft in einem Handballverein ist unverändert.

Gesamtrechnung

Das Wohnen und Leben in Menden wird somit für die Mustermanns um 117,7,40 Euro teurer – das ist in etwa das Dreifache der Kostensteigerung von 2013 auf 2014. Seitdem wir die Mustermanns begleiten, haben sich ihre Ausgaben für Leistungen und Einrichtungen der Stadt damit um 2253,90 Euro erhöht.