Grüne Oase ersetzt die Urlaubsreise

Fröndenberg..  Die Teichfrösche sind schon wieder abgereist. „Sie kommen jedes Jahr“, erzählt Andreas Klein. Dafür schnattern die Wachteln ganzjährig im Garten. Hühner gackern, Spatzen tschilpen, frisch geschlüpfte Meisenjunge piepsen im hölzernen Nistkasten. Und überall gluckert’s und plätschert’s munter vor sich hin, spiegelt sich üppig blühende und sprießende Blumenpracht in stillen und fließenden Gewässern. Da klappert sogar eine Mühle am rauschenden Bach, am Bächlein: Ein klobiges Miniatur-Holzwasserrad schaufelt sich emsig durchs glitzernde Nass. Herzalleliebst. Urlaub auf 150 Quadratmetern ganzjährig am Wasser.

„Ich fahr’ in den Ferien nicht weg. Wieso auch?“, fragt Andreas Klein mit begeisterter Inbrunst. Mit seinen faszinierten Besuchern wandert der 55-Jährige über schmale Natursteinplattenpfade zwischen all dem fröhlichen Geplätscher einher, vorbei an leuchtgrünem Froschlöffel und knallroten Baum-Peronien.

Garten ist Passion

jeder Natur- und Gartenliebhaber versteht nach fünf Minuten ohnehin, wieso dieser Wassergarten seinen Besitzern seit über zehn Jahren die Urlaubsreise ersetzt. „Eine Oase“, finden auch Evelyn und Michael Hessenkamp aus Unna ausnehmend angetan.

Zum Auftaktsonntag der „Offenen Gärten im Ruhrbogen“ begrüßten Andreas und Christine Klein an der Westicker Straße trotz wackeliger Wetterprognosen wieder zahlreiche neugierige Wassergartengäste. „Wir waren vom ersten Jahr an mit dabei“, erzählt Klein, der sich vor 30 Jahren im Garten- und Landschaftsbau selbstständig machte.

Der Garten -- speziell der Wassergarten -- ist seine Passion. Und diese Leidenschaft teilt er mit seinen Gartengästen, steckt sie sofort damit an: „Hier bitte, probieren Sie mal“, lädt er Neuankömmlinge ein und reicht winzige gesprenkelte Wachteleier, frisch gekocht aus eigenem Gelege: „Natur pur!“ Eine Weide, frisch gestutzt, reckt sich direkt am plätschernden Koi-Gewässer stolz in den Maihimmel: „In vier Wochen hängen die Zweige wieder so tief, dass sie uns im Nacken kitzeln“, weiß Andreas Klein, der die Zweige der prächtigen Trauerweide jedes Jahr um mindestens vier Meter zurückschneidet. Er blickt sich um, atmet tief durch: „Ich liebe es!“

Frisch geschlüpfte Kaulquappen

Jede Menge los auch im zweiten offenen Garten in Fröndenberg -- eher ein Landschaftspark auf seinen üppigen 10 000 Quadratmetern. Und zur Überraschung (und Erleichterung) der Gartenbesitzer strömten die Besucher trotz der frischen Windböen auf der Priorsheide lebhaft zum Ruhrlandhof. „Am Ende wird noch der Kuchen knapp“, lachte Martha Dertmann, die die Gäste in der ausgebauten Scheune mit frisch gebackenem Erdbeerkuchen verwöhnte.

Als „Freizeit- und Fitnessgarten“ firmiert diese Oase in Bausenhagen, mit Barfußweg und Sinnespfaden, Boule-Bahnen und Spielanlagen für Kinder; es gibt aber auch einen herrlichen Rosengarten und einen Natur-Teich mit gerade einem Gewimmel frisch geschlüpfter Kaulquappen: Junior-Fröschlein.

Auf der Wiese mampfen die schottischen Hochlandrinder Birte und Berta stoisch das frische Maigras, und Walter Dertmann (72) sitzt fröhlich füßebaumelnd auf seiner selbstgebauten Natursteinmauer zwischen Kunststelen und bringt seine Gesamtphilosophie auf den schlichtest möglichen Nenner: „Das macht Lust hier! Hier kann man lustwandeln!“