Großes Gemeinschaftsgefühl

Menden..  Gleich das erste Ergebnis des neuen WP-Bürgerbarometers für Menden dürfte in der Stadt für Erstaunen sorgen: Auf die Frage, ob sie sich als Mendener fühlen oder eher ihrem Stadtteil zugetan sind, antworten knapp drei Viertel aller Befragten mit – Menden! „Das hätte ich nie gedacht“, entfuhr es Bürgermeister Volker Fleige, als die WP ihn am Freitag mit diesem Ergebnis konfrontierte.

Fleige: „Das hätte ich nie gedacht“

Tatsächlich hätte Fleige die 74-Prozent-Mehrheit zuvor eher für die Stadtteile getippt. „Umso mehr freue ich mich über das tolle Ergebnis, dass in unserer Stadt solch ein Gemeinschaftsgefühl besteht.“ Zwar bleibe es jedem unbenommen, sein Heimatgefühl enger zu begrenzen. „Aber dieses Resultat macht es vielleicht auch der Politik einfacher, die sich in manchen Fragen schwer tut, Menden als Gesamtheit zu betrachten.“

Im Süden der Stadt, in Lendringsen, Hüingsen oder Oesbern, ist die Zugehörigkeit zum Ortsteil deutlicher ausgeprägt als im Norden mit Bösperde, Schwitten oder Halingen. Doch auch südlich des Hünnies-Kreisels, wo laut dem Barometer die größten Lokalpatrioten wohnen, fühlen sich immer noch 62 Prozent aller repräsentativ befragten Bürger eher als Mendener.

Sieht man sich das Ergebnis genauer an, steht zunächst fest: Zwischen Männern und Frauen gibt es in dieser Frage keine relevanten Unterschiede. Ganz anders sieht das in der Altersstaffelung aus: Die Gruppen von 30 bis 39, von 50 bis 59 und die über 70-Jährigen sagen häufiger als die anderen vier Altersgruppen, dass sie sich eher ihrem Stadtteil zugehörig fühlen. Doch auch bei ihnen ist das immer noch die klare Minderheit. Sogar bei den Ü70ern im Süden, die noch die Zeiten vor der Eingemeindung gut kennen, sehen sich von 106 Befragten nur 33 eher als Stadtteiler.

Die Jugend als überzeugte Mendener

Am deutlichsten zu Gunsten Mendens fällt das Ergebnis bei den Jugendlichen aus. Unter den 14- bis 19-Jährigen sehen sich mehr als 90 Prozent als Mendener. Auch bei den 20- bis 29-Jährigen und denen zwischen 30 und 39 ist es nur jeder Fünfte, der sich eher als Halinger, Lendringser, Bösperder oder Platte Heider sieht.

Für die Analystin Sabine Lauderbach von der Uni Duisburg-Essen, die vor dem Menden-Barometer mehr als 20 andere wissenschaftlich begleitet und ausgewertet hat, sprechen die Zahlen eine klare Sprache: „Die Bürger in Menden haben ein ausgeprägtes Zusammengehörigkeitsgefühl und eine hohe Identität. Dazu hatten wir in anderen Städten meist erheblich differenziertere Ergebnisse.“