Großer Ärger um die „Eisenmänner“

Menden..  Ein verärgertes Unternehmen, ein verärgerter Bürgermeister, eine verärgerte Museumsleiterin – und mittendrin FDP-Ratsfrau Marion Trippe. Das ist das vorläufige Ergebnis der Episode, die sich in den letzten Tagen rund um die viel gelobte neue Ausstellung „Iron Men“ (Eisenmänner) im Mendener Stadtmuseum zugetragen hat.

Denn in der Ausstellung sah Marion Trippe mit OBO Bettermann ausgerechnet den größten Arbeitgeber in Menden unterrepräsentiert. Das machte die Liberale auf dem Rundgang zur Eröffnung Mitte April auch deutlich. Worauf ihr Museumsleiterin Jutta Törnig-Struck erklärte, dass sehr wohl OBO-Exponate wie der erste Dübel „Ohne Bohren“ zu sehen seien. Außerdem habe sie versucht, mehr zu erhalten, dies allerdings vergebens.

Dennoch erhielt Törnig-Struck jetzt ein Schreiben von OBO, in dem es heißt, Mitarbeiter und Bürger erstaune, dass das Hüingser Unternehmen trotz über 100-jähriger Geschichte bei der „Iron-Men“-Eröffnung ebensowenig erwähnt worden sei wie bei anderen Gelegenheiten in Menden, als es um heimische Firmen ging. Über den Ablauf der Eröffnung sei man von einem Bekannten Trippes informiert worden. OBO selbst überrasche das Vorgehen der Stadtvertreter nicht, „wir sehen es lediglich als weiteren Beweis der geringen Wertschätzung gegenüber unserem Unternehmen“, schrieb Ulrich Bettermann, Seniorchef und erklärter Gegner von Bürgermeister Volker Fleige.

Dieser Brief setzte Reaktionen in Gang. Fleige schrieb Trippe, es sei „unverantwortlich“, dass sie ihre „fehlerhafte Einschätzung bei der Unternehmensleitung platziert“ habe. Denn: „Gerade von Ihnen als Ratsmitglied kann erwartet werden, dass Sie willens und in der Lage sind, die Konsequenzen solch unrichtiger Behauptungen zu erkennen.“ Er hoffe, dass Trippe ihre „falsche Darstellung an geeigneter Stelle“ korrigiere. Über den Vorgang informierte Fleige später alle Fraktionschefs (siehe Infobox).

Jutta Törnig-Struck lud indes Bettermann ein, sich im Museum von der OBO-Präsenz in Vitrinen, Objekten und Ausstellungstexten selbst zu überzeugen. Es sei „schlicht unwahr“, dass das Unternehmen nicht vorkomme. Und der Bekannte Trippes sei zur Eröffnung gar nicht zugegen gewesen.

Mehrfach habe sie zuvor um ein Gespräch bei Bettermann gebeten – auch, um ihn als Interviewpartner für die Videoreihe „Köpfe der Mendener Industriegeschichte“ zu gewinnen und ihm das Museumsprojekt auf Gut Rödinghausen persönlich vorzustellen. Der Vorwurf der Geringschätzung und fehlenden Neutralität sei „unhaltbar“ und treffe sie tief. Sie sei aber zuversichtlich, dass nach Beseitigung der Missverständnisse die Ausstellung nun um weitere Exponate bereichert werde.