Groß-Übung schockt Bürger in Menden
13.08.2010 | 16:37 Uhr 2010-08-13T16:37:00+0200
Menden.Sirenen, schreiende Menschen, Schwerverletzte - am Mittwoch herrschte der Ausnahmezustand in Menden. Geschockte Anwohner versuchten, den „Opfern“ gut zuzureden. Was die Anwohner nicht wussten: Es war eine Übung.
Es war keine alltägliche Übung. Mit etwa 70 Mann und Frau sowie vielen Fahrzeugen probten Feuerwehr, Deutsches Rotes Kreuz und Arbeiter Samariter Bund am Mittwochabend an der Regebogenschule den Ernstfall unter realistischen Bedingungen. Für einige Anwohner waren sie zu realistisch. So ging Andrea Schmidt vom Hördinger Kamp von einem echten Notfall aus – und war geschockt.
Das Ganze war wirklich eine geheime Kommandosache. „Im Vorfeld haben insgesamt keine zehn Mann von der Sache gewusst“, berichtet Jürgen Dinslage, der Löschzugführer der Freiwilligen Feuerwehr in Menden-Mitte. Geheimhaltung und damit ein Überraschungseffekt für die etwa 70 Teilnehmer von haupt- und ehrenamtlicher Feuerwehr sowie Deutschem Rotem Kreuz (DRK) und Arbeiter Samariter Bund (ASB) war auch ausdrücklich gewünscht.
„Die Bilder haben sich eingeprägt“
Denn es sollte unter möglichst realistischen Bedingungen geübt werden. Dazu gehörten Sirenen. Dazu gehörte auch, dass vom DRK gestellte „Schauspieler“ die Verletzten mimten. Sie schrien um Hilfe und waren von Mario Plachuta so geschminkt worden, dass sie tatsächlich wie Schwerverletzte aussahen.
Für Anwohner wie Andrea Schmidt ein ganzes Stück zu realistisch: Sie hatte erst gar nicht registriert, dass es sich um eine Übung handelte und wollte einem jungen Mann, der hilferufend am Fenster stand, noch gut zureden. In einem Leserbrief (siehe unten) schreibt sie: „Die Bilder dieses schreienden Mannes haben sich eingeprägt und ich habe versucht, ihn danach noch ‘lebend’ und lachend zu sehen, um die Bilder wieder aus dem Kopf zu bekommen.“
Handwerker sprang aus dem Fenster und lag verletzt auf dem Boden
Frank Wyczisk von der Feuerwehr bedauert diese Verwirrung, aber die Rettungskräfte seien darauf angewiesen, unter sehr realistischen Bedingungen zu üben. Er appelliert: „Wenn sich Bürger nicht sicher sind, ob es ein Ernstfall oder eine Übung ist, sollten sie nicht zögern und sofort offensiv einen Feuerwehrmann ansprechen, der sie sofort aufklären wird.“
Und das war das Szenrio, das Mittwochabend an der Regenbogenschule simuliert wurde: Bei Handwerkerarbeiten in der Regenbogenschule – so die Annahme – war es es zu einer Verpuffung mit Folgebränden im Gebäude gekommen. Die Herausforderung für die Rettungstrupps: Acht Handwerker waren auf mehreren Etagen durch das verrauchte Treppenhaus eingeschlossen.
Ein Handwerker sprang aus dem Fenster und lag verletzt auf dem Gehweg. Andere machten sich an verschiedenen Fenstern bemerkbar, als die Feuerwehr eintraf. Weitere befanden sich im Keller und im Treppenflur.
Per Drehleiter wurden die Menschen gerettet
Per Drehleiter und über tragbare Leitern mussten die Menschen teils unter Atemschutz mit Fluchthauben aus dem Gebäude gerettet werden. Zudem musste der Brand auf allen Etagen bekämpft werden und es galt, die Verletzten zu versorgen.
Das alles fand unter den Augen von Schiedsrichtern statt, die später bei der Manöverkritik in der Rettungswache die Fehler analysieren mussten. Verbesserungsansätze im Detail seie n gleich erkannt worden, so Frank Wyczisk. So seien einige Verletzte zu lange ohne direkte Ansprache geblieben. „Aber generell sind wir sehr zufrieden mit dem Verlauf der Übung. Die Menschen haben gut funktioniert.“
Schwächen bei den Funkgeräten entdeckt
Das gilt für die Technik nicht unbedingt. So wurden Schwächen bei den Funkgeräten offenbar. Da man immer noch auf die Einführung des digitalen Funks bei allen Rettungskräften im Land warte, werde wohl nicht mehr genug in die analoge Technik investiert.
Als erfolgreich entpuppte sich der neue Einsatzführungsdienst: Mit ihm ist nun geregelt, dass 365 Tage im Jahr rund um die Uhr immer einer aus einer Gruppe führender Feuerwehrleute bei Großeinsätzen der Einsatzleiter vor Ort ist. Damit sind immer die Kompetenzen gleich geklärt. Am Mittwoch hatte Manfred Seithe die Leitung inne.
Zur Statistik: Die Feuerwehr war mit zwölf hauptamtliche Kräften, zwei Ärzten und etwa 40 freiwilligen Feuerwehrleuten vor Ort. Das Rote Kreuz stellte sieben Verletztendarsteller und Schminker sowie einen Rettungswagen mit zwei Helfern. Und der ASB war mit einem Rettungswagen und einem Krankenwagen mit jeweils zwei Mann im Einsatz.
17:28
Ich denke es hat keinen Sinn mit solchen Personen wie Soziales Gewissen zu diskutieren. Diese Leute haben halt die Einstellung und werden sie bis zum Ende durchsetzten.
Aber so sollte man doch seinen Namen und Anschrift öffentlich angeben, damit die Feuerwehrleute sich das Spritgeld und die nicht vergütete Zeit sparen können!!!
Wenn sich dann noch Helfer erbahmen dann zu kommen, bitte langsam und Spritsparen und nur mit nem kleinen Mannschaftsbus mit einem Feuerlöscher, sonst könnte es ja zu teuer werden.
Wenn dann aber was passiert bitte nicht weinen!
Lächerlich solche Einstellung, ich denke dass kein Geld zuviel in Gemeinden ausgegeben wird in der heutigen Zeit des Sparens und die Anschaffungen sinnvoll sind.
16:45
@ Soziales Gewissen:
Ist ja auch eine riesige Steuerverschwendung mit der (vorhandenen) Drehleiter zum Einsatz auszurücken...
Irgendwas / irgendwer muss / soll zur Einsatzstelle (und wenn nur zur Absicherung der Einsatzstelle - auch das ist manchmal lebenswichtig) - dazu wird ein vorhandenes (!) Feuerwehrfahrzeug - hier: Drehleiter - genutzt ... ich wüsste nun keine Drehleiter die wegen zu vieler km auf dem Tacho ausgesondert wird - im Bereich einer Freiwilligen Feuerwehr gehen die nach 20 - 25 Jahren mit 50.000 km wegen Überalterung / Nichtverfügbarkeit von Ersatzteilen u.ä.außer Dienst. Also bemisst sich die Verschwendung in den höheren km-Kosten der DL gegenüber Pkw/Kleintransporter/Irgendwas - da kommen natürlich sagenhafte Beträge zusammen.
Übrigens fährt die Drehleiter - so vorhanden - auch zu Wohnungsbränden in eingeschossiger Bebauung mit (wo man sie vermutlich kaum braucht) - weil es eben taktischer Unsinn ist, hier in einer Feuerwehr unterschiedliche Einsatzkonzepte vorzusehen - und die Feuerwehr leider auch keiner hellseherischen Fähigkeiten hat, was sie genau an der Einsatzstelle antrifft ...
08:42
@37
Zum Materialtransport?
Das Material kann auch in einen Kleintransporter gepackt werden, davon hat auch
die Feuerwehr welche!
Zusätzlich einen Rüstwagen? Die Drehleiter ist teurer!
Hior merkt man deutlich, dass Steuergelder verschwendet werden! Und das die Schreiber hier keine Ahnung von Kostenrechnung haben!
16:10
Hallo zusammen,
ich habe mir einmal die ganzen Kommentare durchgelesen und habe für beide Seiten Verständnis bzw. Unverständnis.
Zu den Feuerwehrleuten:
Ihr habt es bestimmt schon oft gesehen, Menschen mit schweren Verletztungen/ Tote etc. Das härtet ab, aber für den normalen Bürger ist es hart. So hätte man ja evtl. auch die Möglichkeit anbieten können, eine Nachgespräch für die Mitbürger, evtl auch mit einem Notfallseelsorger, der auf diesem Gebiet viel helfen kann.
Für diese Übung muss man keine Rechtfertigung geben, sowas muss sein und das solltet ihr auch weiter machen, denn nur so kann man im Ernstfall gezielt über und weis auch solche Patienten zu händeln.
Zu den Bürgern:
Wieso regt ihr euch auf, dass es euere Kinder gesehen haben? Wäre es denn nicht sinnvoll eure Kinder ins Haus zu holen und nicht mit euch gucken zu lassen? Sowas ist nämlich ziemlich üblich. Eltern gucken Unfälle mit ihren Kindern, ist ja interessant und da ist ja die Feuerwehr, aber dann muss man sich nicht beschweren, dass die Kinder auch mal schwere Verletzungen sehen.
Solch eine Übung anzumelden, besonders im ländlichen Bereich hat nur 2 Auswirkungen: 1. Es geht wie ein Lauffeuer durch den Ort und die Einsatzkräfte wissen das es nur eine Übung ist.
2. Es wird ein kleines Volksfest an der Einsatzstelle, weil jeder gucken will was die Feuerwehr, DRK da so macht und dann sieht man auch wieder die Bilder.
Kleines Fazit:
Beide Seiten müssen mehr Verständnis für die anderen aufbringen, damit für beide Seiten das best Mögliche geleistet werden kann.
Für die Anwohner, sprecht Einsatzkräfte an wenn man solche Situationen, gerade als Helfer nicht verarbeiten kann. Es gibt genügend Fachpersonal in den Kreisen, die für solche Fälle herauskommen und euch kostenlos betreuen.
@SozialesGewissen:
Schade das du deinen Namen nicht preisgibst, denn du machst die leider echt lächerlich. Eine DLK zu einem Verkehrsunfall hat sehr viele Gründe. Der einfachste: Man rückt als Löschzug aus zu einem VU und somit ist eine DLK mit einbezogen. Aber viele Wehren nutzen diese auch zum Materialtransport, damit man dem Steuerzahlen nicht noch einen Rüstwagen für 300000-400000€ aufs Auge drücken muss. Auch zum Ausleuchten oder für die Unfallaufnahmen der Polizei werden diese Gerät genutzt.
Dies weis man als Bürger leider nicht, aber dann sollte man auch nicht versuchen sachlich zu Kommentieren wenn man nicht die Ahnung von der Materie hat hat.
09:51
Der elementar Bereich hat keine Lobby hier!
Nur die Akteure ( im padagogischen = sozial Handelnde) selber.
Ich weis jetzt, was ich davon zu halten habe.
21:13
#34
Natürlich darf man das, muß man das sogar! Aber in dieser Diskussion habe ich das Gefühl, als ob einige Leute überhaupt keine andere Meinung wahrnehmen (z.B. #30 Oliver Pleick), sondern die bereits zigfach gelesenen Argumente anderer wiederkäuern.
20:44
Otto99, es gibt auch andere Meinung als die eigene. Warum sollte man diese nicht vertreten dürfen ;-)
19:47
Ich merke schon, es hat keinen Sinn zu diskutieren. Wie immer fühlen sich die Verantwortlichen im Recht. Selbstkritik ist unbekannt.
19:46
Ich merke schon, es hat keinen Sinn zu diskutieren. Wie immer fühlen sich die Verantwortlichen im Recht.
19:44
Und wenn dann Passanten aufgrund der realistischen Darstellungen kollabieren, hat man gleich noch eine realistischere Übungssituation.