Grohe-Parkplatz ist kirmestauglich

Kirmesende Lenzen-Platz: Eine Erweiterung Richtung Grohe-Gelände ist laut Gutachten möglich.
Kirmesende Lenzen-Platz: Eine Erweiterung Richtung Grohe-Gelände ist laut Gutachten möglich.
Foto: www.blossey.eu

Menden..  Seit Jahren sind es immer nur Gedankenspiele gewesen, die Mendener Pfingstkirmes Richtung Grohe-Parkplatz zu erweitern. Erstmals liegt nunmehr der Stadtverwaltung ein in Auftrag gegebenes Gutachten zum Thema vor. Zentrales Ergebnis: Der Grohe-Parkplatz könnte Kirmes-Gelände werden. Allerdings aus statischen Gründen wohl eher nicht für die ganz großen Fahrgeschäfte.

Politik ist gefragt

Beigeordneter Sebastian Arlt weiß, dass ein langer Weg bevorstehen dürfte. In der Abschluss-Pressekonferenz zur Pfingstkirmes 2015 sagte er: „Aus dem Gutachten müssen wir erst einmal für die Politik eine ausführliche Vorlage erstellen.“ Das vernahmen auch die führenden Schausteller und Fachjournalist Rainer Schulz („Der Komet“). Als ein Geschenk des Himmels sahen sie es auf Anhieb nicht an.

Arlt enthielt sich jeglicher Bewertung, will zunächst der Politik die Fakten die Hand geben. Aus gutem Grund: Eine Traditionskirmes massiv zu verändern, das ist meistens ein Spiel mit dem Feuer.

Rainer Schulz, der seit vier Jahrzehnten für die Schausteller- und Marktkaufleute-Fachzeitschrift „Der Komet“ arbeitet, kennt das Geschehen auf allen großen Kirmessen im Land: „Wenn man eine Kirmes stark verändert, geht das in den seltensten Fällen gut aus. Dafür gibt es eine Fülle von Beispielen.“

Auch die Schausteller um ihren Sprecher Konstantin Müller wissen: „Mit einer dann vielleicht 31. und 32. Mandelbude auf dem Grohe-Parkplatz wird die Mendener Kirmes für Besucher nicht attraktiver. Man nimmt sich eher noch gegenseitig das Geschäft weg.“

Aus Expertensicht könnte das Grohe-Gelände höchstwahrscheinlich nicht die ganz großen Fahrgeschäfte aufnehmen. Rainer Schulz erklärt: „Das hängt nicht einmal primär mit dem Gewicht zusammen. Entscheidender sind die Druckpunkte, die auf die Fläche einwirken.“ Sehr wohl könnte eine größere Wildwasser- oder Achterbahn in dem Bereich platziert werden.

Eindringliche Experten-Warnung

Schulz warnt jedoch Stadt und Schausteller eindringlich: „Bei der Traditionsveranstaltung wie der Mendener Pfingstkirmes sollte man allergrößte Vorsicht walten lassen.“ Auch lehre alle Erfahrung, dass ein weiterer Festtag unter dem Strich keine oder kaum zusätzliche Einnahmen bringe. „In Menden ist ja nicht von ungefähr der Samstag der umsatzschwächste Tag. Er ist eben als letzter hinzugekommen. Dann noch einen Freitag vorzuschalten, wie immer mal wieder angeregt, sei „wirtschaftlicher Irrsinn“.

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