Gott und Mensch berühren sich in der Welt der Kirche

Wir waren jetzt mit einer Gruppe ehemaliger Konfirmanden ein Wochenende in der Jugendherberge in Essen. Das Wochenende gehörte nicht mehr zum Pflichtprogramm der Konfirmandenarbeit. Trotzdem sind 11 von 21 Konfirmanden mitgefahren.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mussten selbst entscheiden, wie sie die Zeit gestalten wollten. Wir Teamer machten wie sie nur Vorschläge. Teamer und Teilnehmer waren gleichberechtigte Partner. Die einen mussten sich eher zurückhalten. Die anderen mussten sich eher einbringen. Und wissen Sie was: Das war gar nicht so leicht, partnerschaftlich miteinander umzugehen. Erst als das Wochenende zu Ende war und eine Teilnehmerin sagte: „Können wir das nicht jedes Jahr machen?“ dachte ich: Wir hatten es nicht falsch angepackt. Wir hatten ihnen Raum gegeben. Und sie fingen an, den Raum zu nutzen.

Da hat sich der Pastor den Film „FACK JU GÖHTE“ angeschaut. Der Film ist nah dran an der Welt der von Jugendlichen, auch wenn er überzeichnet ist. Sehr sehenswert. Die Jugendlichen kannten ihn alle. Sie fanden ihn gut. Ich dachte: Aber wie weit ist dann die Welt der Jugendlichen weg von der Welt der Kirchen! Dass es da überhaupt noch zu Reibungen kommt, ist doch großartig! Das Pokalendspiel z.B. wollten nur zwei Jugendliche anschauen. So weit können Welten auseinanderliegen!

Wenn die Jugendwelt und die Erwachsenenwelt aufeinandertreffen, kommt es oft zu Reibungen. Wenn es gelingt, gewinnen beide. Die Welt der Kirchen ist eine ganz besondere Welt. In der Kirchenwelt berühren sich zwei Wirklichkeiten: Gott und Mensch. Wenn die Begegnung gelingt, gewinnen wir Menschen. Jesus von Nazareth ist das leuchtende Beispiel dafür, wie weit Gott gehen kann, Menschen zu gewinnen. Ohne Berührungsangst. Bis zum Äußersten. Die Kirchen drücken mit ihrer Botschaft aus, was sie von Gott verstanden haben.

Kirche ist eine eigene Welt. Kirche muss eine eigene Welt sein. Aber nicht verschlossen, sondern bereit und offen für kritisches Engagement und Nachfragen von jungen und alten Menschen, die keine Konfirmanden sein wollen. Mitten in der Welt und doch anders. Ich habe Kirche kennen und lieben gelernt als den deutlichsten Einflussbereich Gottes und manchmal den einzigen.


Der Apostel Paulus schreibt: Wo der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit!